
Fast jeder zweite Todesfall in Deutschland geht auf eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems zurück. Vor allem ältere Menschen sind betroffen. Angesichts der steigenden Lebenserwartung und der wachsenden Anzahl chronischer Herzerkrankungen ist mit einer weiteren Zunahme der Zahlen zu rechnen. Störungen des Herz-Kreislauf-Systems manifestieren sich aber auch bereits in jüngeren Jahren (im Alter unter 50 Jahren). Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, ein erhöhter Cholesterinspiegel und Diabetes.
Die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht hohe Kosten: Allein der Anteil der Herz-Kreislauf-Medikamente beträgt rund ein Viertel der gesamten Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung. Zu den Ausgaben für Diagnostik und Behandlung kommen noch die Aufwendungen für die Rehabilitation der Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten, die nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus weiterhin betreut werden müssen, hinzu.
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Um neue medizinische Forschungsergebnisse schneller in die Krankenhäuser und Arztpraxen bringen, gab das BMBF im April 2011 den Startschuss für vier neue Zentren der Gesundheitsforschung, eines davon ist das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung . 26 Einrichtungen an sieben Standorten tun sich zusammen, um durch gemeinschaftliche Forschung die Prävention, die Diagnostik und die Therapie voran zu bringen.
Diagnose und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnten durch die Forschung vergangener Jahre erheblich verbessert werden. Dennoch ist eine Heilung nur selten möglich. Durch die neuen molekular- und zellbiologischen Methoden erwarten die Expertinnen und Experten in der kardiovaskulären Forschung zukünftig wesentliche Fortschritte.
Drei Verbünde der Medizinischen Genomforschung (NGFN-Plus) beschäftigen sich mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Untersucht werden unter anderem Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzversagen und Adipositas. In diesen überregionalen Forschungsverbünden werden mit Hilfe der Genomforschung bestimmte Gene und Proteine identifiziert, um die molekularen Zusammenhänge von Krankheitsursachen systematisch zu analysieren und eine Grundlage für die Entwicklung von wirksamen Therapiestrategien und neuen diagnostischen Verfahren zu bilden. Aus den Mitteln des BMBF werden zur funktionellen Genomforschung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von 2008 bis 2011 rund 7,4 Mio. € zur Verfügung gestellt. Nach einer erfolgreichen Zwischenevaluation wird die Förderung bis 2013 verlängert werden.Dies sind überregionale Netzwerke zu definierten Krankheitsbildern, in denen Forschung und Versorgung eng miteinander verzahnt sind. Vor dem Hintergrund der hohen Erkrankungszahlen fördert das BMBF seit 2003 drei medizinische Kompetenznetze für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die bundesweit agierenden Netzwerke beschäftigen sich mit den Krankheitsbildern Vorhofflimmern , Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und angeborene Herzfehler.
Im RTC der Universität Rostock (http://www.cardiac-stemcell-therapy.com) werden neue Behandlungsmethoden mit adulten Stammzellen für Herzkrankheiten erforscht und angewandt. Die am Zentrum und von den Partnern aus Wirtschaft und Klinik entwickelten Methoden und Verfahren sollen zukünftig für weitere Projekte auf dem Gebiet der Stammzellforschung als Referenz für die Translation wissenschaftlich-klinischer Erkenntnisse in neue Therapien dienen. Das RTC versteht sich damit als Dienstleister für Wissenschaftler, Ärzte und Patienten. Das Bund-Land geförderte Zentrum wird 2009 bis 2011 vom BMBF mit 3,4 Millionen Euro unterstützt (http://www.ptj.de/translationszentren).
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Ursachen, Prävention, Therapie - Ergebnisse der Herzkreislaufforschung (Aktualisierung der Erstauflage von 2004)
2007, 76 Seiten
Bestell-Nr.: 30036
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