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Forschung

Elektromobilität: Das Auto neu denken

Durch Ressourcenknappheit und Umweltbelastung gewinnt die Forschung und Entwicklung neuer, nachhaltiger Mobilitätssysteme zunehmend an Bedeutung. Die Entwicklung zukunftsfähiger Technologien erfordert allerdings gerade in Hinblick auf das Automobil weitreichendes Umdenken. Mit dem Wandel hin zur Elektromobilität zeichnet sich eine Zeitenwende ab. Am 19. Juni 2012 übergab die Nationale Plattform Elektromobilität ihren dritten Bericht der Bundesregierung. Darin finden sich Empfehlungen für die künftige Politik der Bundesregierung im Bereich Elektromobilität. Das BMBF hat hier früh gefördert und baut die Forschungsförderung aktuell weiter aus.

Am 18. Mai 2011 hat das Bundeskabinett das Regierungsprogramm Elektromobilität beschlossen. Das Programm können Sie hier herunterladen.

Prof. Dr. Henning Kagermann, Leiter der Nationalen Plattform Elektromobilität, bei einer Pressekonferenz am 06. Oktober 2011 in BerlinAutos "made in Germany" sind seit über 100 Jahren weltweit geschätzt und gefragt, die Branche beschäftigt Millionen Menschen. Für die deutsche Wirtschaft und den Technologiestandort Deutschland spielt das Automobil eine wichtige Rolle. Die Verbrennungsmotoren heutiger Autos emittieren allerdings klimaschädliche Gase und verbrauchen fossile Treibstoffe, die nur noch begrenzt verfügbar sind. Elektromobilität markiert eine technologische Zeitenwende.

Die schrittweise Elektrifizierung der Straßenfahrzeuge - von Hybridkonzepten bis zum komplett elektrisch betriebenen Auto - eröffnet die Option auf eine zukunftsfähige Mobilität. Sie bietet die Chance, die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren und die Emissionen des Straßenverkehrs zu minimieren.

Das BMBF unterstützt diese Entwicklung maßgeblich durch gezielte Forschungsförderung und den organisierten Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. Für die Bereiche Batterie, Energiemanagement im Gesamtsystem und Aus- und Weiterbildung wird das BMBF seine Fördermittel bis zum Ende der Legislaturperiode erheblich aufstocken.

Vor der breiten Markteinführung von Elektrofahrzeugen sind noch wesentliche technologische Hürden zu überwinden. Es reicht nicht, in einem herkömmlichen Fahrzeug den Tank durch eine Batterie und den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor zu ersetzen. Wir müssen das "Auto neu denken"! Dafür ist ein vollständig neuer Systemansatz erforderlich. Völlig neue Fahrzeug- und Batteriekonzepte müssen entwickelt und die gesamte "Tank-Infrastruktur" neu konzipiert werden. Das erfordert ein abgestimmtes Vorgehen aller Akteure, insbesondere im Hinblick auf die dringend notwendigen vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Hier leistet die Forschungsförderung des BMBF wichtige Beiträge.  

In Planung: Produktionsanlage für Lithium-Ionen-Batterie

Deutschland soll zu einem führenden Anbieter für Elektromobilität werden. Mit der Förderung einer Pilotproduktionsanlage für Lithium-Ionen-Batterien setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine zentrale Forderung der Nationalen Plattform Elektromobilität um. Bereits heute werden in einem kleineren Maßstab in den Verbundprojekten ProLIZ und DryLIZ an Instituten in Dresden und München unter Beteiligung  der Automobilindustrie  anwendbare Technologien und automatisierte Produktionsverfahren zur wirtschaftlichen Massenfertigung von Lithium - Ionen - Zellen entwickelt, erprobt und  optimiert.   Bundesforschungsministerin Schavan vereinbarte mit dem Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterie (KLiB) den Aufbau einer großen, weiteren Produktionsstätte. Zum Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterie haben sich Unternehmen und anwendungsnahe Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um die Zell- und Batterieindustrie in Deutschland zu fördern. Der Standort Ulm hat sich - auch dank der Unterstützung durch das BMBF - zu einem Zentrum der Batterieforschung entwickelt. Neben dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Universität Ulm arbeitet dort seit Anfang 2011 auch das Helmholtz Institut für Batterieforschung.

Helmholtz Institut für elektrochemische Energiespeicherung

Aktuellstes Beispiel für einen Baustein der langfristig angelegten Elektromobilitäts-Strategie, ist das neu eröffnete Helmholtz-Institut Ulm für elektrochemische Energiespeicherung (HIU). Als Außenstelle des Karlsruher Instituts für Technologie baut das Institut eine Brücke zwischen  Grundlagen- und angewandter Forschung. Batterieforschung soll hier in Kooperation mit der Universität Ulm sowie den Forschungszentren ZSW (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung) und DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) entscheidend voran getrieben werden. Die Zusammenarbeit dieser vier Partner begann bereits 2009 mit dem BMBF-Kompetenzverbund Süd Elektrochemie für Elektromobilität.

Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität


Deutschland soll zum Leitmarkt Elektromobilität werden. Es gilt die Führungsrolle, die Deutschland in Forschung und Wissenschaft ebenso wie in der Automobil- und Zulieferindustrie derzeit einnimmt, auch in einer "elektromobilen Zukunft" zu behaupten. Ziel des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität ist es, die Forschung und Entwicklung, die Marktvorbereitung und die Markteinführung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland voranzubringen. Bis spätestens zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren. Die im Konjunkturpaket II der Bundesregierung aufgegriffenen Maßnahmen gaben dafür den Startschuss.

Nationale Plattform Elektromobilität

Die Nationale Plattform Elektromobilität wurde am 3. Mai 2010 anlässlich eines Spitzengesprächs zur Elektromobilität bei der Bundeskanzlerin gegründet. Darin sind alle maßgeblichen Automobilhersteller, Zulieferer und andere wichtige Unternehmen, Energieversorger, Forschungsorganisationen und entsprechende Verbände und Gewerkschaften vertreten. In sieben Arbeitsgruppen - Antriebstechnologie, Batterie, Netzinfrastruktur, Normung, Materialien, Nachwuchs/Qualifizierung und Rahmenbedingungen - werden jeweils spezifische Fragestellungen diskutiert und konkrete Maßnahmen identifiziert.

Ein erster Zwischenbericht der Plattform wurde am 30.11.2010 an die Bundesregierung übergeben. Darin wird der Status Quo im Bereich Elektromobilität in Deutschland dargestellt und erste Empfehlungen ausgesprochen, wie Deutschland zum Leitanbieter für Elektromobilität werden kann.

Am 16. Mai 2011 wurde der zweite NPE-Bericht an die Bundesregierung übergeben. Darin wird vor allem auch die Verbindung von Elektromobilität und Erneuerbaren Energien hervorgehoben. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass das Klimaschutzpotential dieser Technologie ausgeschöpft werden kann.

  • Eine Gruppe Jugendlicher schaut in den Motorraum eines Autos

    Forschung

    DRIVE-E - das Programm zur Nachwuchsförderung in der Elektromobilität geht in eine neue Runde

    Wenn die Elektromobilität ins Rollen kommen soll, braucht sie gut ausgebildete und motivierte Nachwuchswissenschaftler und -ingenieure, die mit ihren Ideen das Thema voranbringen. Deshalb hat das BMBF zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft das DRIVE-E-Programm ins Leben gerufen. Mit dem DRIVE-E-Studienpreis zeichnen die beiden Institutionen hervorragende studentische Projekt und Abschlussarbeiten zum Thema Elektromobilität aus, um den technischen Nachwuchs an den deutschen Universitäten und Fachhochschulen für eine Karriere im Bereich Elektromobilität zu motivieren. Auch während der einwöchigen DRIVE-E-Akademie an der rund 50 ausgewählte Studierende teilnehmen können, dreht sich alles um das Thema Elektromobilität.
     weiterlesen: DRIVE-E - das Programm zur Nachwuchsförderung in der Elektromobilität geht in eine neue Runde
    (URL: http://www.bmbf.de/de/14015.php)
  • Batterie

    Hightech-Strategie

    Innovationsallianz "Lithium Ionen Batterie LIB 2015"

    Die Umsetzung der Hightech-Strategie zielt darauf ab, die Kräfte von Wissenschaft und Wirtschaft auf wichtigen Zukunftsfeldern zu bündeln und mit öffentlichen Mitteln ein Vielfaches an privaten Investitionen in Forschung und Entwicklung zu mobilisieren. Im Rahmen der Innovationsallianz "Lithium Ionen Batterie LIB 2015" hat sich ein Industriekonsortium von BASF, BOSCH, EVONIK, LiTec, und VW verpflichtet, in den nächsten Jahren 360 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung an der Lithium Ionen Batterie zu investieren. Gleichzeitig wird das BMBF 60 Millionen Euro für diesen Bereich zur Verfügung stellen.
     weiterlesen: Innovationsallianz "Lithium Ionen Batterie LIB 2015"
    (URL: http://www.bmbf.de/de/11828.php)
  • Forschung

    Mobilität

    Mikrosystemtechnik macht Warenströme und Menschen mobil: So können Assistenzsysteme für Autofahrer Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern vermeiden helfen. Sogenannte RFID-Etiketten, also hoch integrierte und dennoch preiswerte Transponder, bieten die Möglichkeit, etwa Produktdaten über Funksignale zu lesen und zu speichern - was nicht nur die Logistik-Branche revolutionieren könnte. Fest steht: Mikrosystemtechnik wird der Mobilität ganz neue Wege eröffnen.
     weiterlesen: Mobilität
    (URL: http://www.bmbf.de/de/10585.php)

Zusatzinformationen

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Dokumente

Publikationen

  • Ausbildungsberufe für die Elektromobilität ID = 1368

    Titelbild der Publikation

    Ein dynamisches Innovationsfeld bietet spannende Perspektiven

    2011, 88 Seiten
    Bestell-Nr.: 30640

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 3,51 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/ausbildungsberufe_elektromobilitaet.pdf)

  • Ausbildungsberufe für die Elektromobilität ID = 1354

    Titelbild der Publikation

    Ein dynamisches Innovationsfeld bietet spannende Perspektiven

    2011,
    Bestell-Nr.: 30638

    Kostenlos bestellen

    Download [ - 0 Bytes] (URL: http://www.bmbf.de)

  • Elektromobil in die Zukunft ID = 1160

    Titelbild der Publikation

    Batterieforschung als Schlüssel

    2010, 36 Seiten

    Download [PDF - 1,11 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/elektromobilitaet.pdf)

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(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)