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Bildung

Islamische Theologie an deutschen Hochschulen

In Deutschland leben etwa vier Millionen Muslime. Sie bilden die nach evangelischen und katholischen Christen drittgrößte religiöse Gruppe in Deutschland. Die Einrichtung von Studiengängen für Islamische Theologie an deutschen Hochschulen ist Teil einer zeitgemäßen Integrationspolitik. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert deshalb über fünf Jahre mit rund 20 Millionen Zentren für Islamische Theologie an den vier Standorten Münster/Osnabrück, Tübingen, Frankfurt/Gießen und Nürnberg-Erlangen.

Religionsunterricht an Schulen bietet eine wichtige kulturelle und theologische Orientierungshilfe. Er vermittelt Ethik und Moral und fördert die Identitätsfindung von Kindern und Jugendlichen. Religionsunterricht unterstützt Kinder und Jugendliche darin, den eigenen Glauben zu reflektieren und zu artikulieren. Und er fordert dazu auf, sich mit Werten auseinanderzusetzen - den eigenen wie auch den Werten anderer. In einer pluralen Gesellschaft ist das eine entscheidende Voraussetzung, um den notwendigen Dialog der Kulturen zu führen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen ihnen zu erkennen.

Für eine flächendeckende Einführung islamischen Religionsunterrichtes in Deutschland werden rund 2.000 Lehrkräfte benötigt. Eine fundierte Ausbildung dieser Lehrkräfte ist ohne ein entsprechendes universitäres Umfeld, das auch anspruchsvolle Islamische Theologie umfasst, nicht vorstellbar.

Das Angebot für Islamische Theologie an deutschen Hochschulen schließt eine wissenschaftliche Lücke, indem sie die Chance zu einer historisch-kritischen Methode im Umgang mit dem Koran eröffnet. Zugleich ermöglicht sie durch die ausgebildeten Theologinnen und Theologen einen fundierten bekenntnisorientierten schulischen Religionsunterricht. Kern der Fördermaßnahmen sind Forschungsprofessuren und die Einrichtung von wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen. Dabei werden sowohl islamisch-theologisch als auch interdisziplinär arbeitende Gruppen eingerichtet. Die interdisziplinären Gruppen kooperieren mit den christlichen Theologien, der Islamwissenschaft, der Religionswissenschaft oder anderen benachbarten Fächern.

Grundsätzlich liegt die Entscheidung über die Einrichtung von Zentren für Islamische Theologie an deutschen Hochschulen bei den Ländern und Universitäten. Das BMBF unterstützt - basierend auf einer Empfehlung des Wissenschaftsrates vom Januar 2010 - vier Standorte.

Im Herbst 2010 hat die vom BMBF einberufene Gutachterrunde Tübingen und Münster/Osnabrück als Zentren für Islamische Theologie zur Förderung empfohlen, im Frühjahr 2011 folgten Frankfurt/Gießen und Erlangen-Nürnberg. Nachdem die Universität Tübingen im Oktober 2011 den Lehrbetrieb aufnahm, wurde am 16. Januar 2012  das Zentrum offiziell eröffnet. In Münster/Osnabrück und Frankfurt/Gießen hat die vom BMBF geförderte Arbeit der Zentren ebenfalls im Wintersemester 2011/12 begonnen, die Universität Erlangen-Nürnberg folgte zum Oktober 2012. An allen vier Zentren werden islamisch-theologische Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, in der Sozialarbeit tätige Personen, Religionslehrerinnen und Religionslehrer sowie Religionsgelehrte unter anderem für Moscheen ausgebildet.

  • Gruppe Schulkinder verschiedener Herkunft

    Bildung

    Integration durch Bildung

    Bildungsbeteiligung und Bildungserfolge von Migrantinnen und Migranten bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und - wo nötig - Förderung. Denn Bildung ist für eine Integration in unsere Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Kindern und Jugendlichen gilt dabei die besondere Aufmerksamkeit, denn über 30 Prozent der Minderjährigen leben in einer Familie mit Migrationshintergrund. In den Ballungszentren der westdeutschen Bundesländer liegt der Anteil deutlich darüber.
     weiterlesen: Integration durch Bildung
    (URL: http://www.bmbf.de/de/15624.php)
  • Bildung

    Nationaler Aktionsplan Integration

    Anlässlich des 6. Integrationsgipfels am 28. Mai 2013 legt die Bundesregierung eine Zwischenbilanz zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) vor. Vorab wurde für den Bereich „Bildung, Ausbildung, Weiterbildung“ ein Beitrag veröffentlicht. Der NAP-I ist eine Weiterentwicklung des Nationalen Integrationsplans und umfasst konkrete und überprüfbare Ziele für die Integrationspolitik in Deutschland.
     weiterlesen: Nationaler Aktionsplan Integration
    (URL: http://www.bmbf.de/de/15695.php)
  • Hand blättert in der Tora

    Forschung

    Jüdische Studien werden gestärkt

    Den Jüdischen Studien in Deutschland ist es in den vergangenen Jahren gelungen, international stark beachtet und anerkannt zu werden. Das Bundesbildungsministerium möchte diese gute Entwicklung besonders unterstützen und fördert deshalb den Aufbau des Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (ZJS) mit 7,8 Millionen Euro für einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren.
     weiterlesen: Jüdische Studien werden gestärkt
    (URL: http://www.bmbf.de/de/18635.php)

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