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Bildung

Islamische Theologie an deutschen Hochschulen

In Deutschland leben etwa vier Millionen Muslime. Sie bilden die nach evangelischen und katholischen Christen drittgrößte religiöse Gruppe in Deutschland. Das Angebot von Studiengängen für Islamische Theologie an deutschen Hochschulen ist Teil einer zeitgemäßen Integrationspolitik und schließt eine wissenschaftliche Lücke. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert deshalb vier Zentren für Islamische Theologie.  

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert seit 2011 für zunächst fünf Jahre mit rund 20 Millionen Euro die Zentren für Islamische Theologie in Frankfurt (mit Gießen), Münster/Osnabrück, Erlangen- Nürnberg und Tübingen. Kern dieser Unterstützung sind Forschungsprofessuren und die Einrichtung von wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen. An jedem Standort gibt es eine islamisch-theologische sowie eine interdisziplinär arbeitende Gruppe. Die interdisziplinären Gruppen kooperieren etwa mit den christlichen Theologien, der Islamwissenschaft, der Religionswissenschaft, der Pädagogik oder anderen benachbarten Fächern.

Die Zentren sollen international anerkannte Orte islamisch-theologischer Forschung werden und den wissenschaftlichen Nachwuchs in Islamischer Theologie fördern – für die Schulen und Hochschulen. Das Ziel ist es, islamische Religionslehrerinnen und -lehrer für den bekenntnisorientierten Schulunterricht auszubilden und ein wissenschaftlich fundiertes Studium von Religionsgelehrten im staatlichen Hochschulsystem zu ermöglichen.

Die Verantwortung für den Betrieb der noch jungen Forschungszentren liegt bei den Ländern und den Hochschulen. Die Unterstützung durch den Bund ist an hohe Voraussetzungen geknüpft. Dazu zählen ein dauerhaftes finanzielles Engagement der Universität und des Landes, ein breites Fächerspektrum an der jeweiligen Universität, die Mitwirkung von Muslimen und die standortübergreifende Kooperationen.

Es ist sowohl wissenschaftlich als auch politisch gewünscht, die Islamische Theologie an Hochschulen in Deutschland zu etablieren. Das BMBF hatte den Vorschlag des Wissenschaftsrats vom Januar 2010 aufgegriffen. Damals hatte der Wissenschaftsrat seine „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ vorgelegt. Die Diagnose war eindeutig: Das Wissenschaftssystem muss auf die wachsende Pluralität der religiösen Strömungen in Deutschland reagieren.

Die bisherigen Standorte bilden die Vielfalt muslimischen Glaubens und Lebens ab. Die Professorinnen und Professoren haben ganz unterschiedliche regionale, ethnische und wissenschaftliche Hintergründe. Die Studierendenzahlen haben sich sehr positiv entwickelt. Im Wintersemester 2014/15 sind rund 1500 Studierende in die Bachelor- und Master-Studiengänge eingeschrieben. Die meisten von ihnen streben ins schulische Lehramt, in die Sozial- und Gemeindearbeit sowie in die Wissenschaft.

Das Verhältnis der in Deutschland seit langer Zeit etablierten und bekenntnisneutralen Islamwissenschaft zur Islamischen Theologie war anfangs durchaus kritisch. Inzwischen zeigt sich, dass beide Fächer miteinander kooperieren und voneinander profitieren können, indem sie Forschungsthemen wie beispielsweise die Geschichte des Korans methodisch unterschiedlich bearbeiten. Zur Klärung der Differenzen hat eine vom Bundesbildungsministerium geförderte Tagung im Juli 2011 in Münster beigetragen. Die Dokumentation dieser Konferenz ist unter dem Titel „Herausforderungen an die Islamische Theologie in Europa“ erschienen.

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    (URL: http://www.bmbf.de/de/15624.php)
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    (URL: http://www.bmbf.de/de/15695.php)
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    (URL: http://www.bmbf.de/de/18635.php)

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