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Bildung
Grundschülerin sitzt an einem Computer und erledigt Aufgaben

Ganztagsschulforschung - Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG)

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG" (2005-2010) zeigt, dass außerunterrichtliche Angebote in der Ganztagsschule ein besonderes Potential für die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern bieten. Entscheidend sind allerdings die Qualität der Angebote und die regelmäßige und dauerhafte Teilnahme an den Angeboten.

Ganztagsschulen haben besonders Musik-, Kunst-, Sport und freizeitbezogene Angebote ausgebaut und bieten flächendeckend Hausaufgabenbetreuung an. Die Breite der Angebote hat vor allem in Grundschulen zugenommen. Die Nutzung außerschulischer Freizeit- und Bildungsangeboten wird durch die Teilnahme am Ganztag weniger beeinträchtigt, als oft vermutet. Weder Sport-, Musik- noch Jugendkunstschulen haben einen nennenswerten Rückgang durch den Ganztagsbetrieb. Es zeichnet sich sogar ein "Anwerbeeffekt" ab. Sport- und Musikangeboten in Ganztagsschulen gelingt es zunehmend neue Zielgruppen zu erreichen.

Verschiedene Studien zeigen, dass Sportangebote in Ganztagsschulen weniger sozial selektiv sind als Sportvereine. Über 90 Prozent der Ganztagsschulen haben Musikangebote. Die Musikangebote in Ganztagsschulen erreichen vor allem Schülerinnen und Schüler, die bereits musikalisch aktiv sind, aber auch Kinder und Jugendliche, die außerschulisch kein Instrument spielen. Gegenüber Musik- und Kunstschulen sind auch hier die Ganztagsangebote weniger selektiv.

Umso wichtiger ist es, bereits im Grundschulbereich die Teilnahme von Kindern an Ganztagsangeboten zu steigern. Schülerinnen und Schüler, die bereits während ihrer Grundschulzeit ein Ganztagsangebot nutzten, greifen später auf dieses Angebot tendenziell häufiger zurück.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Ganztagsschulen, die Kindern Bildungs- und Entwicklungschancen auch in außerschulischen Bereichen bieten, unterstützt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, besonders die Erwerbstätigkeit von Müttern. Die StEG untermauert diese arbeitsmarkt- und familienpolitische Bedeutung der Ganztagsschule, die besonders von Kindern erwerbstätiger Eltern und Alleinerziehender genutzt wird.

2009 nahmen an den Ganztagsangeboten in Grundschulen rund 80 Prozent der Kinder, deren Mütter in Vollzeit arbeiten, teil; bei Teilzeitbeschäftigung lag die Teilnahme immer noch bei knapp 67 Prozent. Ein beträchtlicher Teil der Eltern schreibt den Ganztagsangeboten eine über die Betreuung hinausgehende Unterstützungsfunktion zu. Vor allem ressourcenärmere Familien fühlen sich durch Ganztagsangebote entlastet - mit positiven Wirkungen für das Familienklima.

In der Grundschule nutzen Kinder aus Familien mit dem höchsten sozioökonomischen Status häufiger Ganztagsangebote als Kinder aus sozial weniger privilegierten Familien, Kinder mit Migrationshintergrund nehmen etwas weniger am Ganztag teil als Kinder ohne Migrationshintergrund. Ab der 5. Jahrgangsstufe gleichen sich die Unterschiede aus.  

Qualität des Ganztagsangebotes ist entscheidend

Die Nutzung von Ganztagsangeboten ist sowohl von individuellen Merkmalen der Schülerinnen und Schüler (die weit überwiegend über die Teilnahme mitentscheiden), der Eltern als auch von den Kontextbedingungen der Schulen abhängig. Insbesondere ist die Qualität der Ganztagsangebote entscheidend, wobei die Teilnahmezahlen anderseits auch Rückwirkungen auf die Angebotsbreite und -qualität haben.

Die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG" (2012-2015) wird unter Beteiligung aller 16 Länder künftig noch stärker die Qualität und die Wirkungen der Ganztagsangebote untersuchen, die auch eine Voraussetzung für die Akzeptanz und Nutzung sind. Gefragt wird, wie erfolgreiche Ganztagsangebote optimal gestaltet werden können und welche spezifischen Organisationsfaktoren sich positiv auf die individuelle Entwicklung der Schüler auswirken. Die weitere Förderung der Längsschnittstudie bietet die einmalige Gelegenheit, eine bildungspolitische Maßnahme von ihrer Einführung an empirisch zu begleiten, um Entwicklungspotenziale und -bedarfe sowie Effekte und Wirkungen genau zu bestimmen. Die Ergebnisse sind wichtig für die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems insgesamt.

Die Länder haben mit eigenen Landesprogrammen den quantativen und qualitativen Ausbau von Ganztagsschulen in den Mittelpunkt ihrer Bildungspolitik gerückt und sich dabei ehrgeizige Ziele für die nächsten Jahre gesetzt.

 

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/18357.php)

Bilanz und Ausblick

Der StEG-Internetauftritt präsentiert sich neu
Er informiert über Fortgang und Ergebnisse der "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG". Das neue Maskottchen StEGosaurus beantwortet Fragen von Schülerinnen und Schülern.

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