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Wissenschaft
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Der Bologna-Prozess: eine europäische Erfolgsgeschichte

Eingebunden in den europaweiten Bologna-Prozess führen Bund, Länder und Hochschulen die größte Hochschulreform seit Jahrzehnten durch. Ziel des 1999 in der italienischen Universitätsstadt Bologna angestoßenen Hochschulreformprozesses ist es, international akzeptierte Abschlüsse zu schaffen, die Qualität von Studienangeboten zu verbessern und mehr Beschäftigungsfähigkeit zu vermitteln. Im Zuge der Reformen hat sich in Deutschland auch die Zahl der Studierenden erheblich ausgeweitet. Die Mobilität deutscher Studierender ins Ausland und die Attraktivität deutscher Hochschulen für ausländische Studierende und Nachwuchswissenschaftler steigen.

Der Bologna-Prozess, an dem mittlerweile 47 Staaten sowie die EU-Kommission und acht weitere Organisationen in Hochschulbereich mitwirken, zeichnet sich aus durch einen partnerschaftlichen Ansatz aus: Die Einbindung von Hochschulen, Studierenden und Sozialpartnern steht im Mittelpunkt. Er hat in ganz Europa eine große Dynamik in die Hochschullandschaft gebracht und hat weit reichende Auswirkungen auf die nationalen Hochschulsysteme.

In der Bologna-Erklärung sowie in den Kommuniqués der Ministerkonferenzen wurden folgende Inhalte des Bologna-Prozesses vereinbart:

  • Einführung eines Systems von verständlichen und vergleichbaren Abschlüssen (Bachelor und Master)
  • Einführung einer gestuften Studienstruktur
  • Transparenz über Studieninhalte durch Kreditpunkte und Diploma Supplement
  • Anerkennung von Abschlüssen und Studienabschnitten
  • Verbesserung der Mobilität von Studierenden und wissenschaftlichem Personal
  • Sicherung von Qualitätsstandards auf nationaler und europäischer Ebene
  • Umsetzung eines Qualifikationsrahmens für den Europäischen Hochschulraum
  • Steigerung der Attraktivität des Europäischen Hochschulraums auch für Drittstaaten
  • Förderung des lebenslangen Lernens
  • Verbindung des Europäischen Hochschulraums und des Europäischen Forschungsraums

Viele der genannten Ziele sind in den Bologna-Ländern zu einem großen Teil schon umgesetzt. Dennoch gibt es sowohl für Länder, die sich erst zu einem späteren Zeitpunkt dem Bologna-Prozess angeschlossen haben, als auch für langjährige Mitgliedsländer noch Umsetzungsaufgaben. Dies betrifft etwa die Anerkennung von Qualifikationen, Studienleistungen und außerhalb der Hochschulen erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten, die Steigerung der Mobilität oder die Verbesserung der Berufsqualifizierung (Employability). Des Weiteren muss in Zukunft auch verstärkt den geänderten Rahmenbedingungen insbesondere in Bezug auf Demographie und Globalisierung Rechnung getragen werden. Chancengerechtigkeit und Durchlässigkeit des Hochschulsystems - die soziale Dimension des Bologna-Prozesses - müssen weiter verbessert werden.

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