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Jordanien: Brücken bauen durch Kooperation

Jordanien ist ein wichtiger Partner Deutschlands im Nahen Osten und ein Land mit hoher Ausstrahlungskraft für die Region. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt vor Ort wirksame Forschungsvorhaben und den Ausbau des Bildungs- und Hochschulsystems.
 

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Grundlage für die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung mit Jordanien als Schwerpunktland sind das bilaterale Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit von 1981, der Kooperationsvertrag zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Royal Society of Jordan (Abschluss März 2002) sowie weitere Vereinbarungen wie im Rahmen der EU sowie der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP).

Bei ihrem Jordanien-Besuch im Oktober 2012 hat Bundesministerin Annette Schavan den neuen Campus der Deutsch-Jordanischen Universität eingeweiht. "Dass hier junge Leute aus der ganzen Region gemeinsam in Frieden studieren und forschen, kann anderen Ländern ein Beispiel sein", sagte Schavan bei der Eröffnungsfeier. "Dies ist besonders wichtig in einer Region, die dabei ist, ihre Zukunft neu zu definieren und die Chancen zu nutzen, die sich durch den Wandel in der arabischen Welt aufgetan haben." Bereits im Juli 2009 unterzeichneten die Hochschulminister eine Vereinbarung zur weiteren aktiven politischen, wissenschaftlichen und finanziellen Unterstützung der Deutsch Jordanischen Hochschule (GJU).

Der neue Campus wird aus insgesamt sechs Gebäuden bestehen und ab sofort die gesamte "German Jordanian University (GJU)" inklusive Fakultäten und Verwaltung beherbergen. Seit 2004 hat das Bundesbildungsministerium den Aufbau der Universität mit rund 6 Millionen Euro gefördert. Für die nächsten vier Jahre sind 1,3 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Die Förderung läuft über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Die GJU liegt in Madaba, etwa 35 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman. Sie wurde 2005 gegründet und gehört mittlerweile zu den führenden Hochschulen des Landes. Derzeit sind rund 3000 Studierende eingeschrieben. Die GJU bietet nach dem Vorbild der deutschen Fachhochschulen eine wissenschaftlich anspruchsvolle Ausbildung mit starkem Praxisbezug an. Dabei orientiert sie sich am Bedarf der jordanischen Wirtschaft und Gesellschaft. Federführender Partner in Deutschland ist die Hochschule Magdeburg-Stendal.

Schwerpunkte der Kooperation

Der Mangel an Wasser und die bessere Nutzung dieser knappen Ressource ist Hintergrund für die enge Partnerschaft mit Jordanien bei großen regionalen Wasserprojekten des BMBF, die zum Ziel haben, diese Ressourcen nachhaltig bewirtschaften zu können. Zu den großen bi- und multilateralen Projekten dieser Art zählt das Projekt GLOWA, das die Einflussfaktoren globaler Veränderungen auf den Jordan untersucht.

Die Großforschungseinrichtung SESAME ist ein bedeutendes multidisziplinäres Kompetenzzentrum zur Stärkung der physikalischen Grundlagenforschung sowie zu Ausbau u. Verbreitung angewandter Forschung auf hohem Niveau mit weitreichenden Forschungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Wissenschaftler/innen und Spitzenforscher/innen in der gesamten Region. Kern der Einrichtung ist der aus Deutschland stammende Synchrotron-Speicherring BESSY I. An diesem Vorhaben sind neben Jordanien u.a. auch Ägypten, Israel, Palästina und die Türkei beteiligt.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Als eine Plattform für die Entwicklung einer gezielten Forschungskooperation in der Region bietet sich die 2005 eröffnete Deutsch-Jordanische Hochschule (GJU) an. Sie vermittelt nach dem Modell deutscher Fachhochschulen praxisbezogene Studieninhalte schwerpunktmäßig in technisch-ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen. Mit der in Jordanien recht ungewohnten Praxisorientierung trägt sie zur Umsetzung des nationalen Reformprogramms bei, das eine Orientierung der Ausbildung an den Anforderungen der Wirtschaft und den Anschluss an die globale Wissensgesellschaft fordert.

Im Juli 2009 unterzeichneten die Hochschulminister beider Länder eine Vereinbarung zur weiteren aktiven politischen, wissenschaftlichen und finanziellen Unterstützung der "German - Jordanian University".

Das deutsche Engagement für die GJU ist dabei eng mit anderen Politikfeldern verzahnt: Außenpolitisch unterstreicht sie glaubwürdig eine dialogorientierte Politik bei sichtbarer Anerkennung beiderseitiger Interessen. In einer Region mit wachsenden Bevölkerungszahlen und einer jungen Gesellschaft sind Ausbildung und Forschung der Schlüssel für wirtschaftliche, politische und soziale Stabilität.

Im Juli 2008 reiste Bundesministerin Schavan nach Jordanien. Bei ihren Besuchen an der Deutsch-Jordanische Hochschule in Amman sowie an der Forschungseinrichtung SESAME konnte sie sich ein Bild von den jüngsten Entwicklungen der deutsch-jordanischen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung machen.

Besondere Aktivitäten des BMBF - Fachabteilungen und der Wissenschafts- und Mittlerorganisationen

Als weiterer Förderschwerpunkt des BMBF im Rahmen des Integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM) wird das interdisziplinäre, multilaterale Forschungsprojekt SMART (Sustainable Management of Available Water Resources with Innovative Technologies) im Einzugsgebiet des unteren Jordans durchgeführt. Beteiligt sind 22 verschiedene Partnerorganisationen und -einrichtungen sowie drei deutsche Unternehmen: Regulierungsbehörden, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wasserversorger aus Deutschland, Jordanien, Israel und Palästina. Übergreifendes Ziel von SMART ist die Entwicklung transferierbarer Ansätze zum integrierten Wasserressourcenmanagement in semiariden Regionen. Neben der wissenschaftlichen Exzellenz zeichnet sich das Projekt durch die politische Bedeutung für die Region aus. 
                 
Jordanien ist außerdem erster Standort für ein neues Modell der gemeinsamen interkulturellen und interdisziplinären Ausbildung deutscher und arabischer Nachwuchskräfte in der Entwicklungszusammenarbeit. Bereits im dritten In-Take absolvieren arabische und deutsche Studierende gemeinsam einen von der Fachhochschule Köln und der University of Jordan entwickelten Masterstudiengang "Integriertes Wasserressourcenmanagement", der mit einem deutschen und jordanischen Master abschließt. Der vom BMZ geförderte Studiengang wird durch DAAD koordiniert.     
                                          
Weitere multilaterale Kooperationsprojekte bestehen zum Beispiel zwischen der TU Braunschweig, der Balqa-Universität für angewandte Wissenschaften, der University of Jordan und Partnern aus Frankreich und Großbritannien im Rahmen der Bildung eines Nahost-Netzwerks zur Verbreitung des für die Industrie wesentlichen, interdisziplinären Ansatzes der Mechatronik und auf dem Gebiet der Meeresforschung.

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