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Logo zum deutsch-französischen Jahr anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Élyseé-Vertrages

Deutschland und Frankreich: Forschung für die Zukunft Europas

Aus Anlass des 15. Deutsch-Französischen Ministerrats, mit dem beide Regierungen das 50jährige Jubiläum der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags ehren, kamen Bundesministerin Annette Schavan und ihre französische Amtskollegin, Geneviève Fioraso, Ministerin für Hochschulen und Forschung, am 22. Januar 2013 in Berlin zu Gesprächen zusammen. Sie unsterstrichen die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung in den Beziehungen beider Länder und in Europa. Die Ministerinnen kamen dabei überein, ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Innovation und Technologie weiter zu verstärken.

In einer Deutsch-Französischen Woche vom 15.-19. April 2013 in Paris wollen beide Länder diese Maßnahmen und das deutsch-französische Kooperationspotential im Hochschul- und Forschungsbereich noch sichtbarer machen. In Anwesenheit beider Ministerinnen werden in einer festlichen Eröffnungsveranstaltung am 15. April der Gay-Lussac-Humboldt-Preis an exzellente französische und deutsche Wissenschaftler verliehen, die Gründungszeremonie des Zentrums Paris-Berlin für öffentliche Gesundheit vollzogen sowie ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden nationalen Akademien der Wissenschaften unterzeichnet

Aktuelle Projekte der deutsch-französischen Zusammenarbeit

Das erste bilaterale Treffen zwischen der französischen Ministerin für Hochschulen und Forschung, Geneviève Fioraso, und der deutschen Bundesministerin Annette Schavan in BerlinDeutschland und Frankreich wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Hochschulbildung, Forschung und Technologie - den wichtigsten Wachstumsdeterminanten in Europa - ausbauen. Anlässlich des ersten bilateralen Treffens zwischen der französischen Ministerin für Hochschulen und Forschung, Geneviève Fioraso, und Bundesforschungsministerin Annette Schavan in Berlin, vereinbarten die beiden Ministerinnen die Zusammenarbeit im Bereich Energieforschung sowie der Digitalen Informationstechnologien zu verstärken und bei den Verhandlungen des nächsten EU- Forschungsrahmenprogramm "Horizont 2020" an einem Strang zu ziehen. Deutschland und Frankreich blicken auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung zurück. Heute stammen nahezu 50 Prozent aller Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den Staaten Europas von deutschen und französischen Unternehmen und Steuerzahlern. Mit diesem Geld arbeiten Regierungen, Wissenschaftler und Unternehmer in beiden Ländern an Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. 

Deutsch-Französischer Ministerrat

Seit dem 40. Jahrestag des Elysée-Vertrags im Jahre 2003 vereinbaren die Forschungsministerien beider Länder gemeinsame Arbeitsprogramme, so genannte "feuilles de route", die regelmäßig für die zweimal jährlich stattfindenden Gemeinsamen Ministerräte aktualisiert werden. In diesen Arbeitsprogrammen werden kurz- und mittelfristige Kooperationsziele in ausgewählten, für beide Länder prioritären Forschungsgebieten definiert.

Im Rahmen des 14. Deutsch-Französischen Ministerrats haben Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihr französischer Amtskollege Laurent Wauquiez am 6. Februar 2012 Maßnahmen zur weiteren Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit in Forschung und Technologie beschlossen. Auf Ebene der Ministerien, Forschungsorganisationen, Hochschulen und Unternehmen werden Kräfte gebündelt, um gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.   Auf dem 12. Deutsch-Französischen Ministerrat am 4. Februar 2010 in Paris hatten die Regierungen beider Länder die "Deutsch-Französische Agenda 2020" beschlossen. Sie beschreibt den Rahmen und die Ziele für die Gestaltung der bilateralen Zusammenarbeit der nächsten Dekade. Im Rahmen dieser Agenda, die insgesamt 80 Projektvorschläge für die Vertiefung der deutsch-französischen  Zusammenarbeit in den kommenden zehn Jahren auf wichtigen politischen Gebieten wie der Wirtschafts- und Finanzpolitik, der Energie- und Klimapolitik, der Außen- und Sicherheitspolitik enthält, bildet die Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik einen bedeutenden Schwerpunkt. Im Hinblick auf die Europäische Forschungspolitik wollen beide Länder bei der Vorbereitung des EU-Forschungsrahmenprogramms -"Horizont 2020"- miteinander kooperieren.
 

Foren zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation

Von herausragender Bedeutung sind auch die seit 2002 regelmäßig stattfindenden Foren zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation. Ziel der Foren ist es, sich auf hochrangiger Ebene über forschungs- und innovationspolitische Strategien abzustimmen. Nach den Foren in Paris (2002) und Potsdam (2005) fand am 29. Februar 2008 das 3. Forum in Paris statt.

4. Forum zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation

Am 12. und 13. Oktober 2011 fand in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Anwesenheit von Bundesministerin Schavan und ihres französischen Amtskollegen Laurent Wauquiez das 4. Forum zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation statt. Im Vordergrund des Forums standen Themenbereiche, die in beiden Ländern durch nationale Prioritätenfindungsprozesse ("Stratégie nationale de recherche et d'innovation" und Hightech-Strategie) gleichermaßen hohe Beachtung erfahren. Im Rahmen des Forums tagten zwölf bilaterale Arbeitsgruppen; zugleich wurden Vorhaben der vom 12. Deutsch-Französischen Ministerrat verabschiedeten "Deutsch-Französischen Agenda 2020" umgesetzt.

Im Rahmen des Forums haben Forschungsorganisationen beider Länder außerdem vier Vereinbarungen geschlossen. Das "Institut national de la santé et de la recherche médicale" wird mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum eine gemeinsame Krebsforschungsgruppe in Lyon und mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin eine Forschungsgruppe für Immunologie in Marseille einrichten. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat mit dem "Institut national de recherche en informatique et en automatique" eine Vereinbarung unterzeichnet zur gemeinsamen Entwicklung von bild- und modellbasierten Computerprogrammen.

 

Schwerpunkte der Kooperation

Auf der Ebene der Fachthemen und Projekte gibt es vielfältige Kooperationsbeziehungen. Schwerpunkte bilden die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnologie und Biowissenschaften und -technologie. Weitere deutsch-französische Forschungsfelder sind Eigenschaften der Materie, Neue Materialien, Umwelt- und Klimaforschung, Gesundheit und Medizin sowie Geistes- und Sozialwissenschaften.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Beide Länder sind im Rahmen der Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT) am KIC zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel (Climate-KIC) und zur Nachhaltigen Energie (KIC InnoEnergy) an Forschungsarbeiten beteiligt.

Deutschland und Frankreich verstärken ihre Kooperation im Bereich des Höchstleistungsrechnens für die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen auf zahlreichen Gebieten (Teilchenphysik, Klimaforschung, Astronomie, Energie, Lebens- und Nanowissenschaften).

Beide Länder kooperieren auch im Rahmen des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI). Frankreich ist insbesondere an den Projekten einer Röntgenlaseranlage (XFEL) in Hamburg beteiligt und an FAIR, einer Quelle für die Schwerionenforschung in Darmstadt.

Deutschland und Frankreich arbeiten im Rahmen europäischer Programme (7. EU-Forschungsrahmenprogramm, COST, EUREKA) zusammen. Die im Rahmen dieser Programme von Wissenschaftlern, Forschungsinstituten und -organisationen, Hochschulen und Industrie eingereichten Projektvorschläge sollen die forschungspolitischen Synergien zwischen beiden Ländern fördern.

Die Deutsch-Französische Hochschule

Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) mit Sitz in Saarbrücken ist ein Verbund von 180 Mitgliedshochschulen aus Deutschland und Frankreich und fördert insbesondere den Aufbau gemeinsamer Studiengänge. In Kooperation mit der DFG unterstützt die DFH auch die Etablierung gemeinsamer Graduiertenkollegs.

Das Centre Marc Bloch

Rede von Staatssekretär Schütte auf der Festveranstaltung zum 20jährigen Bestehen des Centre Marc Bloch. Copyright: cmb-hu-berlinDas Centre Marc Bloch (CMB), benannt nach dem französischen Historiker Marc Bloch (1886-1944), feierte am 9. November 2012 sein 20jähriges Bestehen. Kurz nach dem Fall der Berliner Mauer beschlossen die deutsche und die französische Regierung, ein deutsch-französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften mit Sitz in Berlin ins Leben zu rufen. Auf Wunsch beider Regierungen sollte die neue Forschungseinrichtung auch zu anderen europäischen Ländern hin geöffnet sein. Das BMBF fördert das CMB gemeinsam mit den französischen Ministerien für auswärtige Angelegenheiten sowie für Forschung und Hochschulwesen. Darüber hinaus ist es seit Januar 2011 durch einen Kooperationsvertrag eng mit der Humboldt-Universität zu Berlin verbunden.

Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Hervorzuheben ist auch die Zusammenarbeit in der Berufsbildung. Seit 1980 bestehen die Deutsch-Französische Expertengruppe in der beruflichen Bildung und das Deutsch-Französische Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung in Saarbrücken, dem größten bilateralen Austauschprogramm des BMBF mit jährlich mehr als 4000 deutschen und französischen Auszubildenden (www.dfs-sfa.org).

Besondere Aktivitäten der Förder- und Mittlerorganisationen

Die Kooperationsprogramme mit Frankreich sind zahlreich. An dieser Stelle seien nur die wichtigsten genannt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat neben den Förderprogrammen für Studenten und Graduierte eine Reihe von Sonderprogrammen zum Ausbau der deutsch-französischen Beziehungen aufgelegt, so zum Beispiel das Programm PROCOPE (Projektbezogener Personenaustausch mit Frankreich), durch das die grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern in Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen beider Länder unterstützt wird. Im Auftrag des BMBF betreut der DAAD auch das gemeinsame Austauschprogramm in der Krebsforschung.

Der seit 1981 jährlich vom französischen Forschungsministerium gemeinsam mit der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) verliehene Preis "Gay-Lussac/Humboldt" würdigt die Verdienste von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um die deutsch-französische Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.

v.l.n.r. Prof. Dr. Jean-Richard Cytermann, Dr. Georg Schütte, Dr. Joachim Nettelbeck auf der Festveranstaltung zum 20jährigen Bestehen des Centre Marc Bloch. Copyright: cmb-hu-berlin.Die besonders engen Beziehungen zu Frankreich schlagen sich in einer Vielzahl von Partnerschaften und Abkommen, insbesondere auch auf der institutionellen Ebene nieder. So haben inzwischen alle deutschen Wissenschaftsorganisationen Kooperationsvereinbarungen mit dem CNRS, der größten französischen Forschungsorganisation, abgeschlossen.

Die Deutsch-Französische-Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie (DFGWT) unterstützt das BMBF in der Gestaltung der bilateralen Kooperation mit Frankreich.

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