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Drei lachende Frauen unterschiedlichsten Alters

Frauen im Wissenschaftssystem

An Deutschlands Hochschulen ist der Frauenanteil unter den Professuren auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im Jahr 2010 lehrten und forschten nach den Daten des Statistischen Bundesamtes rund 7.945 Professorinnen. Der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen stieg seit 1995 von acht auf rund 19 Prozent an. Dabei unterscheidet sich der Frauenanteil deutlich zwischen den einzelnen Fachrichtungen: Nur in den Sprach- und Kulturwissenschaften liegt der Anteil der Professorinnen über 30 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften beträgt ihr Anteil nur neun Prozent, im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften zwölf Prozent.

Professorinnen-Programm

Um den Anteil von Professorinnen an den deutschen Hochschulen gezielt zu steigern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit den Ländern im Jahr 2007 das Professorinnen-Programm (PP) gestartet. Die Fortführung des erfolgreichen Programms wurde 2012 beschlossen.

Das erste und das zweite Professorinnen-Programm mit dem Gesamtvolumen von je 150 Millionen Euro werden je hälftig vom BMBF und den Ländern finanziert. Universitäten, Fachhochschulen und künstlerische Hochschulen erhalten auf der Grundlage einer positiven Begutachtung ihres Gleichstellungskonzepts die Möglichkeit, bis zu drei Berufungen von Frauen auf unbefristete W2- und W3-Professuren gefördert zu bekommen.

Fast zwei Drittel der staatlichen deutschen Hochschulen haben im Professorinnen-Programm I (PP I) ein Gleichstellungskonzept zur Begutachtung eingereicht, vier Fünftel von ihnen mit Erfolg. Zwei Wissenschaftlerinnen, die in einem Labor Messungen vornehmenZwischenzeitlich werden 260 Professuren gefördert, die Gleichstellungskonzepte werden umgesetzt. Das Programm wurde evaluiert und das Ergebnis im März 2012 der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz GWK vorgelegt. Auf der Grundlage des Evaluationsberichts stimmte die GWK im Juni 2012 der Fortsetzung des Programms für weitere fünf Jahre zu.

Den Evaluationsbericht können Sie hier und den Anhang zum Bericht hier einsehen.

Eine Übersicht über die bereits bewilligten Professuren stehen hier zur Einsicht bereit.

Am 27. Dezember 2012 wurden die Förderrichtlinien für das Professorinnen-Programm II (PP II) veröffentlicht. Es gibt zwei Einreichungstermine: zum 28. März 2013 und zum 28. März 2014.

Die Förderbekanntmachung finden Sie hier

Hochschulen, welche im PP I ein positiv begutachtetes Gleichstellungskonzept eingereicht haben, dokumentieren für die Teilnahme am PP II ihre bisherigen Gleichstellungsbemühungen und stellen die Fortentwicklung ihres Gleichstellungskonzeptes dar. Hochschulen, welche im PP I kein (oder kein positiv begutachtetes) Gleichstellungskonzept eingereicht haben, erstellen für die Teilnahme an PP II ein Gleichstellungskonzept. Dokumentationen und Gleichstellungskonzepte werden im Sommer 2013 und im Sommer 2014 von einem mit einschlägigen Expertinnen und Experten besetzten Gremium begutachtet.

Fachtagung "Exzellenz und Chancengerechtigkeit: Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder"

BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen bei ihrer Eröffnungsansprache der Fachtagung zum Professorinnenprogramm am 18. Juni 2012 in Berlin.BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen im Gespräch mit Teilnehmerinnen der Fachtagung.VomGruppenbild 18. bis 19. Juni 2012 hat das  Bundesministerium für Bildung und Forschung im Berliner Congress Centrum (bcc) die Fachtagung "Exzellenz und Chancengerechtigkeit: Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder" veranstaltet. Die Tagung fand vor dem Hintergrund der Evaluation des Professorinnenprogramms statt. Gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Forschung wurden die Zielsetzungen und Erfolge des Programms reflektiert.

Beiträge von Hochschulen und geförderten Professorinnen in Fachvorträgen, Impulsreferaten und Podiumsdiskussionen sowie die Präsentation innovativer gleichstellungsfördernder Maßnahmen haben gezeigt, wie das Professorinnenprogramm wissenschaftliche Exzellenz an deutschen Hochschulen befördert. Um Herausforderungen und Perspektiven des Programms zu erörtern, wurden einerseits Fragen nach den Ursachen des immer noch unzureichenden Anteils von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenfunktionen ausgeleuchtet. Andererseits wurde aber auch nach den Strategien und Visionen der Hochschulen im Wettstreit um Exzellenz gefragt und wie diese geschlechtergerecht ausgestaltet werden können, beziehungsweise inwiefern wissenschaftliche Exzellenz und Gleichstellungspolitik sich wechselseitig befördern. Handelt es sich bei dem Ziel, die Zahl der Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen und in allen wissenschaftlichen Disziplinen zu erhöhen, nur um ein Gebot der Chancengerechtigkeit? Oder leistet das Erreichen dieses Ziels nicht auch einen wichtigen Beitrag, um den Anforderungen wissenschaftlicher Exzellenz gerecht zu werden? Dabei hat auch die Frage der Familienfreundlichkeit des Wissenschaftssystems eine wichtige Rolle gespielt.

Weiterführende Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie hier.

Die auf der Fachtagung präsentierte Ausstellung "Gleichstellungsfördernde Maßnahmen - Best Practice" finden Sie hier

Bruch nach Promotion

Weiterhin bleiben wertvolle Kompetenzen hochqualifizierter Frauen ungenutzt. Nach wie vor findet nach erfolgreicher Promotion ein Bruch statt:

Der Frauenanteil bei den Promotionen liegt 2010 bei 44 Prozent, bei den Habilitationen sind es nur noch rund 25 Prozent.

In den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen 2010 insgesamt bei nur 11,3 Prozent. Wobei sich die Forschungsorganisationen dabei deutlich unterscheiden: Überdurchschnittlich ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen im Jahr 2010 weiterhin bei der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit 18,6 Prozent. Im Durchschnitt liegt der Frauenanteil bei der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) mit 10,9 Prozent.

Unterdurchschnittlich ist der Frauenanteil bei der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) mit 8,4 Prozent sowie insbesondere bei der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) mit lediglich 2,4 Prozent geblieben.

Das BMBF hat über das Professorinnen-Programm hinaus Maßnahmen initiiert, um die Chancengleichheit in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, weiter zu verbessern:
Die Verbesserung der Chancengleichheit wurde in alle großen Initiativen des BMBF als zentrales Ziel aufgenommen: die Exzellenzinitiative, den Hochschulpakt 2020 und den Pakt für Forschung und Innovation.

Kompetenzzentrum "Frauen in Wissenschaft und Forschung" (CEWS)

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung - Center of Excellence Women and Science (CEWS) ist der nationale Knotenpunkt zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung in Deutschland.

Das CEWS fungiert als Think Tank für dieses Politikfeld, gibt Denkanstöße, initiiert Veränderungsprozesse, die es wissenschaftlich begleitet und gestaltet die erforderlichen Transferprozesse zwischen Wissenschaft und Politik aktiv mit. Das CEWS bietet Fachkompetenz in den Bereichen Sozialwissenschaftliche Forschung zum Themenfeld Gleichstellung in der Wissenschaft, Politikberatung, Wissenstransfer, Monitoring und Evaluation von Gleichstellungsmaßnahmen im Wissenschaftsbereich. Als wissens- und forschungsbasierte Dienstleistungseinrichtung steht das CEWS Wissenschaftlerinnen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und politischen Gremien mit seinen Leistungen zur Verfügung.

Ziele sind die Erhöhung des Frauenanteils in den Führungspositionen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Erhöhung der Effizienz der gleichstellungspolitischen Maßnahmen und die Beachtung von geschlechterbezogenen Aspekten in allen Wissenschafts- und Forschungsbereichen. Ein wichtiges Instrument zur Erhöhung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen ist die Datenbank Femconsult. Sie enthält aktuelle Profile von mehreren tausend Wissenschaftlerinnen. Seit dem 1. Januar 2006 ist das Kompetenzzentrum ein Arbeitsbereich von GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.

Hochschulen

Bereits seit 2003 wird vom Kompetenzzentrum "Frauen in Wissenschaft und Forschung"(CEWS) im Zweijahresrhythmus ein Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten herausgegeben, welches sich als ein Instrument der Qualitätssicherung für Gleichstellung an Hochschulen etabliert hat.

Seit 2009 werden die Ranking-Ergebnisse auch erstmals in Beziehung zu anderen gleichstellungspolitischen Bewertungen gestellt, wie sie beispielsweise durch das Professorinnen-Programm von Bund und Ländern, dem seit 2001 etablierten "Total E-Quality Prädikat" und dem seit 1998 eingeführten "audit familiengerechte Hochschule" vergeben werden.

Forschungseinrichtungen

Kinderbetreuung an Forschungseinrichtungen

Durchsetzung von Chancengleichheit bedeutet auch, die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Arbeit und Familie zu verbessern. Daher bieten mittlerweile alle Einrichtungen der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), und zunehmend auch die Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Kinderbetreuungsangebote für ihre Beschäftigten an. Das BMBF hat diese Angebote durch die Ermächtigung, Haushaltsmittel kostenneutral für Kinderbetreuung aufzuwenden, ermöglicht.

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/494.php)

Exzellenz und Chancengerechtigkeit:
Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder
Fachtagung 18. und 19. Juni 2012

Weiterführende Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie hier

Die auf der Fachtagung präsentierte Ausstellung "Gleichstellungsfördernde Maßnahmen - Best Practice" finden Sie hier

Reden

  • 18.06.2012

    Tagung zum Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder

    Grußwort der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, anlässlich der Tagung zum Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder am 18.6.2012 im BCC in Berlin

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