Forschung

Biologische Sicherheitsforschung

Gentechnisch veränderte Pflanzen werden nicht nur unter Laborbedingungen gezogen und beobachtet. Wie sich transgene Pflanzen unter Freilandbedingungen verhalten, muss ebenfalls untersucht werden: Die Erweiterung des Wissens über das Verhalten gentechnisch veränderter Pflanzen und die Beobachtung der Auswirkungen ihrer Anwendungen sind Gebote einer verantwortlichen Nutzung der neuen Technik.

Entwicklungen der Bio- und Gentechnik, insbesondere die neuen Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie, werden in der Öffentlichkeit seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Es werden immer wieder Fragen zu den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gestellt. Diese Fragen gilt es zu klären. Deshalb begleitet die Bundesregierung bereits seit Ende der 80er Jahre die Entwicklung der Gentechnik mit besonderen Programmen, aus denen Forschungsprojekte zu Fragen der Biologischen Sicherheit gefördert werden.

Das Wissen über das Verhalten gentechnisch veränderter Pflanzen unter Freilandbedingungen zu erweitern und die Auswirkungen ihrer Anwendungen zu beobachten sind wesentliche Gebote einer verantwortlichen, am Vorsorgeprinzip orientierten Nutzung der neuen Technik. Dazu ist eine sorgfältige, häufig auch interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung notwendig.

Viele klärende Ergebnisse liegen mittlerweile vor. Aktuelle Entwicklungen in der Grünen Gentechnik - auch auf rechtlicher Ebene - unterstreichen jedoch die Notwendigkeit einer begleitenden biologischen Sicherheitsforschung. Vor diesem Hintergrund hat das BMBF im Juli 2007 eine weitere Ausschreibung zur Biologischen Sicherheitsforschung gestartet: "Beiträge zur Biologischen Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen".

In dieser Ausschreibung werden besonders Themengebiete mit weiterhin wesentlichem Forschungsbedarf aufgegriffen. Dabei gilt es die in der öffentlichen Debatte um die Grüne Gentechnik vorgebrachten und wissenschaftlich begründeten Einwände und Befürchtungen zu berücksichtigen. Der in diesem Förderschwerpunkt geschaffene professionelle Rahmen für die Kommunikation der Forschungsprojekte und Forschungsergebnisse wird über die Internet-Portale http://www.biosicherheit.de/ und http://www.gmo-safety.eu/ fortgeführt. Dadurch wird das gewonnene Wissen für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die Zusammenarbeit zwischen Anwendern und Behörden verbessert.

Das BMBF setzt damit eine langjährige Förderung von Forschungsarbeiten in diesem Bereich fort. Im Jahr 1987 veröffentlichte das BMBF das erste Konzept zur Biologischen Sicherheitsforschung, mit dem Projekte zur Sicherheitsbewertung gentechnisch veränderter Organismen initiiert wurden. Bis einschließlich 2007 wurden mehr als 300 Vorhaben zu diversen Themen der biologischen Sicherheitsforschung gefördert, davon 120 Projekte zur Sicherheitsbewertung gentechnisch veränderter Pflanzen.

Im Jahr 2005 wurden im Rahmen der Bekanntmachung "Biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen" 26, noch laufende Vorhaben in die Förderung aufgenommen. Innerhalb dieser Projekte werden Methoden zur Optimierung der biologischen Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen entwickelt und die Auswirkungen der Freisetzung von genetisch veränderten Pflanzen in Deutschland untersucht. Die freisetzungsbegleitende Forschung bezieht sich auf die Kulturpflanzen Kartoffel, Mais, Getreide und ausgewählte Gehölze. Ziel der Projekte ist es, Hypothesen zu den Zusammenhängen zwischen gentechnischer Veränderung und Umweltauswirkungen näher zu untersuchen. Außerdem wird ein Projekt zur Methodenentwicklung für das anbaubegleitende Monitoring und ein Auftrag zu "Kommunikationsmanagement in der Biologischen Sicherheitsforschung" gefördert.

Dokumente

Ansprechpartner

  • Forschungszentrum Jülich GmbH

    • Projektträger Jülich (PtJ), Bereich BIO
    • 52425 Jülich
    • Homepage: http://www.fz-juelich.de/ptj/rahmenprogramm-biotechnologie/