
Die Ernährung ist nur ein Bestandteil, der die Gesundheit eines Menschen fördern kann - aber sie ist einer der wesentlichsten. Kommt es hierbei zu Störungen, können Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Atherosklerose oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems entstehen.
Rund ein Drittel aller Kosten im Gesundheitswesen werden durch Krankheiten verursacht, die direkt oder indirekt durch Ernährungsfaktoren begünstigt werden. Dies gilt zum Beispiel für Übergewicht - in Deutschland ein immer größeres Problem. Nach einer Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) aus dem Jahr 2007 führen die Deutschen mit beiden Geschlechtern Platz Eins der Europa-Rangliste der Übergewichtigen an. Sie liegen damit im globalen Vergleich gleichauf mit den USA. Insgesamt 75,4% der deutschen Männer und 58,9% der deutschen Frauen sind nach Angaben dieser Studie übergewichtig.
Inzwischen betrifft Übergewicht auch immer mehr junge Menschen. Aus diesem Grund sind zunehmend präventive Strategien zur Vermeidung ernährungsbedingter Krankheiten gefragt. Die moderne Ernährungsforschung hat sich deshalb in den vergangenen Jahren immer mehr darauf konzentriert, die molekularen Grundlagen von Lebensmitteln und deren Wechselspiel mit dem menschlichen Organismus besser zu verstehen. Auf der Basis solcher Erkenntnisse wollen die Wissenschaftler gemeinsam mit Unternehmen der Ernährungsindustrie zur Entwicklung neuer Lebensmittel beitragen. Diese Anstrengungen werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits seit Jahren gezielt mit einer ganzen Reihe von Initiativen unterstützt.
Die Förderinitiative hat zum Ziel, die Ernährungsforschung am Standort Deutschland attraktiv zu gestalten und die Abwanderung von jungen, herausragenden Wissenschafterinnen und Wissenschaftlern ins Ausland zu verhinderrn. Im Rahmen des Nachwuchswettbewerbs können sich fünf Nachwuchsforscher für bis zu fünf Jahre eine eigene Arbeitsgruppe finanzieren (1-2 Postdoc, 1-2 Doktoranden). Mit den Arbeiten sollen molekulare Mechanismen aufgeklärt werden, die dazu beitragen, die Entstehung von ernährungsbedingten Krankheiten besser zu verstehen. Die Projekte reichen von der frühkindlichen Ernährung und Aromawahrnehmung bis hin zur Analyse von molekularen Mechnanismen, über die sich künftig womöglich die Ausbildung von Adipositas verhindern lässt.
Konsortien aus Wissenschaft und Wirtschaft werden im Rahmen dieser Förderinitiative darin unterstützt, sich mit den vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Lebensmitteln und biomedizinischen Fragenstellungen auseinanderzusetzen. So beschäftigen sie sich mit präventiven Eigenschaften von Nahrungsfaktoren, suchen nach neuen Anwendungsmöglichkeiten bereits bekannter funktioneller Lebensmittelbestandteile und klären die Wirkungszusammenhänge zwischen Lebensmitteln und dem menschlichen Stoffwechsel auf. Damit wollen die Forscher vor allem besser verstehen, wie sich Lebensmittel biomedizinisch auswirken und wie sie sich als Teil von präventiven Strategien zur Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten einsetzen lassen - beispielsweise bei Übergewicht oder Darmkrebs.
Die Förderinitiative wurde gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie den Bundesländern ins Leben gerufen, um die Kompetenzen der Agrar- und Ernährungswissenschaften am Standort Deutschland zu bündeln. Gefragt waren Konsortien mit Beteiligung von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Disziplinen der Agrar- und Ernährungsforschung sowie Unternehmen in den Bereichen Züchtung und Lebensmittelindustrie. Eine solche Bündelung ist angesichts der großen Herausforderungen an die Themen Pflanzenzüchtung und Ernährung sowie globaler Entwicklungen (Klimawandeln, wachsende Weltbevölkerung, Wassermangel) dringend geboten. Ingesamt 27 Netzwerke haben sich um eine Förderung beworben, fünf erhielten schließlich den Zuschlag. Unter den Siegern befindet sich ein Netzwerk mit Schwerpunkt Ernährungsforschung: Food Chain Plus - FoCus.
Diese Förderinitiative ist ein Wettbewerb um die besten Ideen für eine Ernährungsforschung der Zukunft. Sie hat zum Ziel, neue Lösungen für aktuelle Herausforderungen in Gesundheit- und Ernährungsfragen zu liefern. Gefördert werden interdisziplinäre Ansätze, die alle beteiligten Disziplinen wie Ernährungswissenschaften, Biologie, Medizin, Lebensmitteltechnologie sowie Geistes- und Sozialwissenschaften miteinbeziehen. Die aus dem Wettbewerb resultierenden Forschungsergebnisse sollen langfristig präventive Strategien zur Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensmittel vorantreiben - beispielsweise solcher Produkte, die vor Alzheimer schützen oder gesunde Fette beinhalten.
Neben der Förderung von herausragenden Einzel- und Verbundprojekten liegt ein Fokus auf der gezielten Unterstützung von Nachwuchsgruppen.
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Die moderne Ernährungsforschung beweist: Essen hält Leib und Seele zusammen. Denn wer sich ausgewogen ernährt, fördert nicht nur sein Wohlbefinden. Doch was macht eine gesunde Ernährung aus? Welche Nährstoffe sind im Essen? Antworten auf diese Fragen, Informationen rund ums Thema Ernährung sowie weiterführende Links gibt es auf dem BMBF-Internetauftritt zur Gesundheitsforschung - Forschung für Ihre Gesundheit.
[PDF - 4,77 MB]

Lebensmittel und Ernährung (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/studie_ernaerungsforschung.pdf)
[PDF - 7,83 MB]

Anlagen - Lebensmittel und Ernährung (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/studie_ernaerungsforschung_anlagen.pdf)
[PDF - 12,5 kB]
(URL: http://www.bmbf.de/pubRD/projekte_ernaehrungsforschung.pdf)

Gesünder essen mit funktionellen Lebensmitteln
2010, 60 Seiten
Download [PDF - 3,75 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/ernaehrungforschung.pdf)

Wie Ernährung und Gene auf die Gesundheit wirken
2008, 84 Seiten
Bestell-Nr.: 30415
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