
Der BMBF-Schwerpunkt "Ersatzmethoden zum Tierversuch" ist in seiner Art weltweit einmalig und stellt die finanziell umfangreichste sowie zeitlich längste Förderung auf diesem Gebiet dar. Innerhalb von 20 Jahren sind mit bislang rund 70 Mio. € insgesamt über 230 Projekte finanziert worden. Diese Anstrengungen haben die Zahl der für die Forschung benötigten Versuchstiere deutlich reduziert. Auch in Zukunft fördert das BMBF Projekte zum Ersatz von Tierversuchen.
Jeder Mensch, der mit Tieren umgeht, ist nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet, deren Leben und Wohlbefinden zu schützen. Er darf ihnen nicht ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Nur wenn nach diesem Grundsatz gehandelt wird, ist der Umgang mit Versuchstieren ethisch vertretbar. Insbesondere müssen die Zahl der Tierversuche und die Belastung der Tiere auf das unerlässliche Maß beschränkt werden. Auf politischer Ebene können durch die weitere Harmonisierung internationaler Regelungen, die gegenseitige Anerkennung von Prüfvorschriften und andere Bemühungen hunderttausende von Tierversuchen überflüssig werden. Zuverlässige wie leistungsfähige Ersatz- und Ergänzungsmethoden bilden - neben rechtlich klar geregelten, unabhängigen Prüf- und Genehmigungsverfahren für Tierversuche - die entscheidende Voraussetzung zur weiteren Verringerung des Einsatzes von Versuchstieren.
In Deutschland werden dazu seit Jahren beträchtliche Anstrengungen unternommen. Mit verschiedenen Programmen fördern Bund, Länder, private Stiftungen und Initiativen die Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen.
Das BMBF unterstützt bereits seit 1980 Forschungsprojekte, die die Entwicklung von Methoden zum Ersatz beziehungsweise zur Vermeidung von Tierversuchen zum Ziel haben. Der BMBF-Schwerpunkt "Ersatzmethoden zum Tierversuch" ist in seiner Art weltweit einmalig und stellt die finanziell umfangreichste sowie zeitlich längste Förderung auf diesem Gebiet dar. Innerhalb von 20 Jahren sind mit bislang rund 70 Mio. € insgesamt über 230 Projekte finanziert worden.
In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Ergebnisse von Projekten in Zusammenarbeit von öffentlichen Forschungseinrichtungen, der Industrie und den Zulassungsbehörden umgesetzt werden. Das führte in den letzten zehn Jahren zur Reduzierung der Zahl der jährlich benötigten Versuchstiere um rund eine Million. In absehbarer Zeit werden jedoch nicht alle Versuche am Tier vollständig ersetzt werden können. Deswegen müssen die Anstrengungen mit aller Kraft fortgesetzt werden, Test- und Untersuchungsmethoden an nicht-schmerzfähigen Systemen beziehungsweise weniger belastende Verfahren anstelle von bisher verwendeten Tierversuchen zu erforschen, abzusichern und in eine möglichst breite Anwendung zu überführen. Das BMBF fördert auch künftig solche Aktivitäten im Rahmen des Biotechnologie-Programms.

Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen; Grundlagen - Ergebnisse - Perspektiven
2001, 82 Seiten
Download [PDF - 2,92 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/hightech_statt_tiere.pdf)
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