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Forschung
Pharmaproduktion

Neue Impulse für die Wirkstoffforschung

Die pharmazeutische Industrie kann auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken und gehört zu den forschungsaktivsten Industriezweigen. Neue Arzneimittel, die in Prävention, Diagnostik und Therapien eingesetzt werden sollen, werden immer gebraucht.

Ihre Entwicklung von der ersten Idee bis zur Zulassung ist ein aufwändiger Prozess. Hochschulen und Forschungsinstitutionen arbeiten dabei oft Hand in Hand mit kleinen, mittleren und großen Unternehmen. Das Bundesforschungsministerium setzt sich dafür ein, die pharmazeutische Forschung und Entwicklung zu unterstützen und die Wertschöpfung am Standort Deutschland zu erhöhen – zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Der modernen Medizin stehen vielfältige Möglichkeiten für die Bekämpfung von Krankheiten zur Verfügung. Arzneimittel sind dabei ganz besonders wichtig. Ob Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Krankheiten des Nervensystems oder Infektionen – an die Arzneimitteltherapie knüpfen sich die Hoffnungen von Betroffenen und ihren Ärztinnen und Ärzten.

Es gibt viele unterschiedliche Verfahren, um pharmazeutische Produkte zu entwickeln. So können Naturstoffe beispielsweise wichtige Ausgangssubstanzen für Medikamente gegen Infektionen oder Krebserkrankungen sein. Bekannt sind das aus einer bestimmten Schimmelpilzart gewonnene Penicillin oder auch die gegen verschiedene Krebserkrankungen eingesetzten Taxane deren Wirkstoffvorläufer aus den Blättern der pazifischen Eibe (lat. Taxus) stammt. Das Bundesforschungsministerium fördert deshalb das deutsch-indonesische Forschungsprogramm „Biodiversity and Health 2013-2020“. Forschende aus beiden Ländern suchen gemeinsam nach neuen Naturstoffen, die zu Arzneimitteln für die Infektionsbekämpfung weiterentwickelt werden können.

Zudem engagiert sich das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern für die Umsetzung der geplanten europäischen Forschungsinfrastruktur EU-OPENSCREEN: Ziel dieser Infrastruktur wird sein, biologisch aktive Substanzen unter hohen Qualitätsstandards zu charakterisieren und für die Entwicklung innovativer Arzneistoffe nutzbar zu machen.

In den letzten Jahren haben so genannte Biopharmazeutika an Bedeutung gewonnen. Das sind Arzneimittel, die aus biomedizinischer Forschung und Entwicklung hervorgegangen sind. Moderne Medikamente zielen häufig darauf ab, spezifische Wirkungen direkt am Krankheitsort zu entfalten, eine wichtige Voraussetzung für individualisierte Therapien oder die Therapie von schweren neurologischen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz oder der Parkinson-Krankheit. In der individualisierten Medizin geht es darum, Arzneimitteltherapien möglichst genau an die Stoffwechselsituation der betroffenen Patientengruppen bis hin zu einzelnen Patientinnen und Patienten anzupassen. Besonders wichtig ist dies in der Krebstherapie.

Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Entwicklung neuer Medikamente mit verschiedenen Förderinitiativen. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie stärken die Innovationskraft der Gesundheitswirtschaft, und sie schaffen wichtige Fortschritte in der Bekämpfung bedrohlicher Krankheiten.

Mit dem Ziel, den Pharma-Standort Deutschland in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Produktion zu stärken, hat die Bundesregierung einen ressortübergreifenden Dialog mit Wissenschaft, Industrie, Gewerkschaften und Verbänden aufgenommen. Dort wird unter anderem über die Themen Antibiotika und klinische Forschung diskutiert, ebenso über weitere Möglichkeiten zur Stärkung des Forschungsstandorts Deutschland.

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