
Die Geisteswissenschaften leisten einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft und zum kulturellen Gedächtnis. Sie vermitteln zwischen Kulturen, sie reflektieren und bieten Orientierung über Werte und Entwicklungen in den Teilbereichen der Gesellschaft. Mit der Initiative "Freiraum für die Geisteswissenschaften" wird das BMBF die Geisteswissenschaften strukturell stärken und ihnen größeren Spielraum für die Entfaltung ihrer Leistungen geben.
Insgesamt sieben Kollegs wurden 2007 und 2008 von einem international besetzten Gutachtergremium zu folgenden Themen ausgewählt:
"Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa", Ruhr-Universität Bochum
"Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie", Bauhaus-Universität Weimar
"Verflechtungen von Theaterkulturen", Freie Universität Berlin
"Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive", Humboldt-Universität zu Berlin
"Internationale Umweltgeschichte - Natur als kulturelle Herausforderung", Ludwig-Maximilians-Universität München
"Morphomata: Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen", Universität zu Köln
"Schicksal, Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa", Universität Erlangen-Nürnberg
Die Bekanntmachung einer dritten Runde wurde im März 2009 veröffentlicht.
Die Förderung von Kollegs ist zunächst auf sechs Jahre angelegt, mit der Option einer zweiten Förderphase für weitere sechs Jahre. Es sollen bis zu 12 Kollegs in die Förderung kommen.
Das BMBF fördert das vom Hochschul-Informations-System (HIS) durchgeführte Vorhaben "Die internationale Positionierung der Geisteswissenschaften in Deutschland". Ziel der Studie ist es, auf der Basis neuer Daten und Analysen den Diskurs über den internationalen Beitrag der Geisteswissenschaften in Deutschland zu unterstützen. In einem ersten Schritt wird die quantitative Seite der Internationalität erfasst. Methodisch geschieht dies anhand einer Sekundärdatenanalyse verschiedener Datenquellen. In einem zweiten Schritt wird die qualitative Seite der Internationalität anhand vertiefter Sekundärdatenanalysen, einer Online-Befragung und Experteninterviews erfasst. Eine Publikation ist für 2009 vorgesehen.
1991 hat der Wissenschaftsrat im Zusammenhang mit den Perspektiven der außeruniversitären Forschungseinrichtungen der ehemaligen DDR die Gründung Geisteswissenschaftlicher Zentren empfohlen. Die aufgrund dieser Empfehlung gegründeten Geisteswissenschaftlichen Zentren stellen in struktureller wie auch organisatorischer Hinsicht ein innovatives Element in der Forschungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland dar. Nach einer Evaluierung im Jahr 2005 empfahl der Wissenschaftsrat nachdrücklich die weitere Förderung von fünf positiv evaluierten Geisteswissenschaftlichen Zentren.
Das BMBF trägt dazu bei, diesen Geisteswissenschaftlichen Zentren eine Perspektive zu geben und fördert seit 2008, zusammen mit den Sitzländern die folgenden Zentren im Rahmen der Projektförderung für einen Zeitraum von sechs plus sechs Jahren:
Das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) wurde, unterstützt vom BMBF, als Mitglied in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen.
Ziel der Förderung im Schwerpunkt "Übersetzungsfunktion" ist es, die geisteswissenschaftliche Expertise des "Übersetzens" - im Sinne der Verständigung, Vergegenwärtigung und Übertragung - herauszustellen und weiterzuentwickeln. Es werden innovative Anwendungsfelder für geisteswissenschaftliche Übersetzungskompetenz - zum Beispiel bei der Übersetzung von theoretischem Wissen in Orientierungs- und Handlungswissen - erschlossen und die Forschung mit und in den Museen gestärkt. Hierzu werden interdisziplinäre Forschungsverbünde gefördert.
Im Förderschwerpunkt "Wechselwirkungen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften" sollen Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Naturwissenschaften in interdisziplinären Forschungsverbünden zusammenarbeiten und durch den gegenseitigen Austausch Denkansätze erweitern. Ziel ist nicht zuletzt die gleichberechtigte Diskussion verschiedener Fächerkulturen und der Einsatz geisteswissenschaftlicher Methoden zur Deutung naturwissenschaftlicher Daten und Ergebnisse. Als Ausgangspunkte werden Fragestellungen aus den Sprach- und Literaturwissenschaften sowie aus der Archäologie und den Altertumswissenschaften gewählt. Der Förderschwerpunkt schließt an den BMBF-Förderschwerpunkt "Neue naturwissenschaftliche Methoden und Technologien in den Geisteswissenschaften (NTG)" (1989-2007) an.
Diese Förderrichtlinie soll die Geisteswissenschaften dabei unterstützen, Antworten auf Zukunftsfragen unserer Gesellschaft zu finden. Die Forschungsverbünde tragen dazu bei, der oft beklagten Isolation der geisteswissenschaftlichen Fächer entgegenzuwirken und dem transdisziplinären Gespräch Raum zu geben. Diese Arbeitszusammenhänge sollen zur Profilbildung der Universitäten beitragen und als Impuls für die Entstehung exzellenter Forschungszentren und Netzwerke wirken.
Forschungsergebnisse werden öffentlichkeitswirksam im Rahmen von Podiumsdiskussionen in der Reihe "Geisteswissenschaft im Dialog" erörtert.
Um die Debatte über Kleine Fächer auf eine gesicherte Grundlage zu stellen, ist zunächst eine Bestandsaufnahme erforderlich. Aus diesem Grund fördert das BMBF eine Kartierung Kleiner Fächer, die die HRK in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam durchführt. Erste Ergebnisse wurden Ende 2007 veröffentlicht.
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2007, 48 Seiten
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2007, 48 Seiten
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2007, 48 Seiten
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