
Die Geisteswissenschaften leisten einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft und zum kulturellen Gedächtnis. Sie vermitteln zwischen Kulturen, sie reflektieren und bieten Orientierung über Werte und Entwicklungen in den Teilbereichen der Gesellschaft. Mit der Initiative "Freiraum für die Geisteswissenschaften" wird das BMBF die Geisteswissenschaften strukturell stärken und ihnen größeren Spielraum für die Entfaltung ihrer Leistungen geben.
verfolgt die Ziele
Käte Hamburger Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung
Kernelement der Förderinitiative sind die Käte Hamburger Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung. Dieses Förderformat wurde auf Anregung des Wissenschaftsrates entwickelt und verbindet in besonderer Weise die Vorteile kooperativer und individueller Forschung. Wesentliche Bestandteile der Internationalen Kollegs sind die Freistellung ausgewiesener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eigene Forschungstätigkeit, ein Fellowprogramm sowie der internationale Charakter der zu bearbeitenden Fragestellung.
Ziele der Förderung sind im Einzelnen:
Folgende zehn Kollegs wurden 2007, 2008 und 2010 von einem international besetzten Gutachtergremium ausgewählt:
Die Förderung von Kollegs ist zunächst auf sechs Jahre angelegt, mit der Option einer zweiten Förderphase für weitere sechs Jahre. Es sollen bis zu 12 Kollegs in die Förderung kommen.
Perspektiven für die Geisteswissenschaftlichen Zentren
1991 hat der Wissenschaftsrat im Zusammenhang mit den Perspektiven der außeruniversitären Forschungseinrichtungen der ehemaligen DDR die Gründung Geisteswissenschaftlicher Zentren empfohlen. Die aufgrund dieser Empfehlung gegründeten Geisteswissenschaftlichen Zentren stellen in struktureller wie auch organisatorischer Hinsicht ein innovatives Element in der Forschungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland dar. Nach einer Evaluierung im Jahr 2005 empfahl der Wissenschaftsrat nachdrücklich die weitere Förderung der positiv evaluierten Geisteswissenschaftlichen Zentren.
Das BMBF trägt dazu bei, diesen Geisteswissenschaftlichen Zentren eine Perspektive zu geben und fördert seit 2008, zusammen mit den Sitzländern die folgenden Zentren im Rahmen der Projektförderung für einen Zeitraum von sechs plus sechs Jahren:
Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften
Ziel der Förderung im Schwerpunkt Übersetzungsfunktion ist es, die geisteswissenschaftliche Expertise des "Übersetzens" - im Sinne der Verständigung, Vergegenwärtigung und Übertragung - herauszustellen und weiterzuentwickeln. Es werden innovative Anwendungsfelder für geisteswissenschaftliche Übersetzungskompetenz - zum Beispiel bei der Übersetzung von theoretischem Wissen in Orientierungs- und Handlungswissen - erschlossen und die Forschung mit und in den Museen gestärkt. Hierzu werden interdisziplinäre Forschungsverbünde gefördert.
Wechselwirkungen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften
Im Förderschwerpunkt Wechselwirkungen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften sollen Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Naturwissenschaften in interdisziplinären Forschungsverbünden zusammenarbeiten und durch den gegenseitigen Austausch Denkansätze erweitern. Ziel ist nicht zuletzt die gleichberechtigte Diskussion verschiedener Fächerkulturen und der Einsatz geisteswissenschaftlicher Methoden zur Deutung naturwissenschaftlicher Daten und Ergebnisse. Als Ausgangspunkte werden Fragestellungen aus den Sprach- und Literaturwissenschaften sowie aus der Archäologie und den Altertumswissenschaften gewählt. Der Förderschwerpunkt schließt an den BMBF-Förderschwerpunkt "Neue naturwissenschaftliche Methoden und Technologien in den Geisteswissenschaften (NTG)" (1989-2007) an.
Stärkung und Weiterentwicklung der Regionalstudien
Ziel des Förderschwerpunktes Stärkung und Weiterentwicklung der Regionalstudien (area studies) ist es, die in den Regionalstudien vorhandene Fernkompetenz durch neue Formen der Kooperation stärker zu bündeln, weiterzuentwickeln und zu erproben. Gleichzeitig sollen fachspezifische und interdisziplinäre Fragestellungen und die Zusammenarbeit mit den systematischen Disziplinen vorangetrieben werden. Es sollen vernetzte, interdisziplinäre Orte der Expertise in Deutschland sichtbar werden, die nicht zuletzt durch enge Zusammenarbeit mit ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen Impuls für dieses geisteswissenschaftliche Wissensfeld erzeugen. Gefördert werden zehn Forschungsvorhaben in zwei Förderlinien:
In einer zweiten Bekanntmachung wurde die zweite Förderlinie erneut ausgeschrieben.
Das BMBF-Förderangebot für die Regionalstudien leistet auch einen Beitrag zur Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung. Der Bedarf an fundiertem Wissen über fremde Regionen ist angesichts fortschreitender Globalisierungsprozesse in fast allen Bereichen immens gewachsen. Daher besitzen gerade die Forschung und die Ausbildung in den Regionalstudien vielfältige Anwendungsfelder. Sie reichen vom Handel und der wirtschaftlichen Kooperation über Diplomatie und Recht bis hin zur Kultur, umfassen aber auch Katastrophenmanagement und Ökologie. Mehr und gezielter als andere Fachgebiete tragen die Regionalstudien zur Politikberatung bei. Sie tun das allerdings nur selten vordergründig. Bedeutender ist, dass Wissen auf Vorrat (und nicht als Ergebnis kurzfristiger Aufträge) ermöglicht und generiert wird.
Indem die ausgewählten geistes- und sozialwissenschaftlichen Verbünde politische, kulturelle und ökonomische Debatten im Ausland gezielt beobachten, können sie ausländische Perspektiven und Herangehensweisen in deutsche oder europäische Debatten einbringen und diese bereichern. Zugleich tragen sie dazu bei, dass Fragen der Globalisierung sowie Themen der Entwicklungs- und Schwellenländer in der deutschen Forschung angemessen vertreten sind.
Nachwuchsforschung
Die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchsgruppen verfolgt mit der Bekanntmachung Europa von außen gesehen zwei vorrangige Ziele. Zum einen wird die Internationalisierung der Geisteswissenschaften in Deutschland weiter ausgebaut, zum anderen wird die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses im interdisziplinären Forschungskontext auf breiter Basis unterstützt.
Die Förderprojekte werden
Ein internationales Begutachtungsgremium hat dem BMBF im September 2009 sieben Projekte zur Förderung empfohlen. Die Nachwuchsgruppen haben ihre Arbeit im zweiten Quartal 2010 aufgenommen.
Geisteswissenschaft im Dialog
Forschungsergebnisse werden öffentlichkeitswirksam im Rahmen von Podiumsdiskussionen in der Reihe "Geisteswissenschaft im Dialog" erörtert.
Kartierung Kleiner Fächer
Um die Debatte über Kleine Fächer auf eine gesicherte Grundlage zu stellen, ist zunächst eine Bestandsaufnahme erforderlich. Aus diesem Grund fördert das BMBF eine Kartierung Kleiner Fächer, die die HRK in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam durchführt.
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2007, 48 Seiten
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2007, 48 Seiten
Bestell-Nr.: 30329
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