
Karl Friedrich Schinkel: Gotische Kirche hinter Bäumen, 1810 © Staatliche Museen zu Berlin, KupferstichkabinettRund 300 Exponate von Karl Friedrich Schinkel, der als Universalkünstler Architekt, Maler, Zeichner, Bühnenbildner, Designer in einem war, waren von September 2012 bis Januar 2013 im Kulturforum in Berlin zu sehen. Die Staatlichen Museen zu Berlin kooperierten dabei mit der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München, wo die Ausstellung ab dem 1. Februar 2013 an zu sehen ist. Die einzigartige Schau des Kupferstichkabinetts steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck und basiert auf dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Forschungsprojekt "Das Erbe Schinkels". Gefördert mit rund 650.000 Euro wurde das Werk Karl Friedrich Schinkels in dem Forschungsvorhaben dreifach bearbeitet: Zum einem wurden die Schinkel-Bestände des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin erschlossen und in eine digitale Präsentation überführt; zum anderen wurde über die nachhaltige und zeitgemäße Konservierung und Lagerung der Schinkel-Bestände nachgedacht und eine Strategie erarbeitet, die auch auf vergleichbare Kunstbestände angewendet werden kann. Auf der Basis der verbesserten materiellen und virtuellen Sicherung der Bestände wurde dann das Konzept der Ausstellung "Schinkel - Geschichte und Poesie" erstellt. Das Projekt umfasste die repräsentativen Sammlung von etwa 5.000 zumeist eigenhändigen Aquarellen, Gouachen, Zeichnungen und 500 Blatt Graphik.
Karl Friedrich Schinkel: Bildnis der Tochter Marie, 1816 © Staatliche Museen zu Berlin, KupferstichkabinettBewahren, Forschen und Vermitteln - Museen als Orte der Forschung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Museen als originäre Orte der Forschung zu stärken, ist Ziel der institutionellen, dauerhaften BMBF-Förderung für die acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. Die Unterstützung einzelner Forschungsprojekte in Museen ergänzen diese Förderpolitik. Neu ist beispielsweise ein fünfjähriges Programm zur Erforschung der "Sprache der Objekte", welches Disziplinen und Institutionen weiter vernetzen will, so dass sich vor allem Museen als Kooperationspartner und avancierte Forschungseinrichtungen im deutschen Wissenschaftssystem weiter etablieren können. Dieses neue Programm setzt auf den Erfahrungen auf, die mit dem Förderprogramm "Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften" gesammelt wurden und legt den Schwerpunkt auf die Erschließung und Interpretation der materiellen Kultur, beziehungsweise auf die objektorientierte Forschung. verfolgt die Ziele
Käte Hamburger Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung
Kernelement der Förderinitiative sind die Käte Hamburger Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung. Dieses Förderformat wurde auf Anregung des Wissenschaftsrates entwickelt und verbindet in besonderer Weise die Vorteile kooperativer und individueller Forschung. Wesentliche Bestandteile der Internationalen Kollegs sind die Freistellung ausgewiesener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eigene Forschungstätigkeit, ein Fellowprogramm sowie der internationale Charakter der zu bearbeitenden Fragestellung.
Ziele der Förderung sind im Einzelnen:
Folgende zehn Kollegs wurden 2007, 2008 und 2010 von einem international besetzten Gutachtergremium ausgewählt:
Die Förderung von Kollegs ist zunächst auf sechs Jahre angelegt, mit der Option einer zweiten Förderphase für weitere sechs Jahre. Es sollen bis zu 12 Kollegs in die Förderung kommen.
Perspektiven für die Geisteswissenschaftlichen Zentren
1991 hat der Wissenschaftsrat im Zusammenhang mit den Perspektiven der außeruniversitären Forschungseinrichtungen der ehemaligen DDR die Gründung Geisteswissenschaftlicher Zentren empfohlen. Die aufgrund dieser Empfehlung gegründeten Geisteswissenschaftlichen Zentren stellen in struktureller wie auch organisatorischer Hinsicht ein innovatives Element in der Forschungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland dar. Nach einer Evaluierung im Jahr 2005 empfahl der Wissenschaftsrat nachdrücklich die weitere Förderung der positiv evaluierten Geisteswissenschaftlichen Zentren.
Das BMBF trägt dazu bei, diesen Geisteswissenschaftlichen Zentren eine Perspektive zu geben und fördert seit 2008, zusammen mit den Sitzländern die folgenden Zentren im Rahmen der Projektförderung für einen Zeitraum von sechs plus sechs Jahren:
Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften
Ziel der Förderung im Schwerpunkt Übersetzungsfunktion ist es, die geisteswissenschaftliche Expertise des "Übersetzens" - im Sinne der Verständigung, Vergegenwärtigung und Übertragung - herauszustellen und weiterzuentwickeln. Es werden innovative Anwendungsfelder für geisteswissenschaftliche Übersetzungskompetenz - zum Beispiel bei der Übersetzung von theoretischem Wissen in Orientierungs- und Handlungswissen - erschlossen und die Forschung mit und in den Museen gestärkt. Hierzu werden interdisziplinäre Forschungsverbünde gefördert.
Wechselwirkungen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften
Im Förderschwerpunkt Wechselwirkungen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften sollen Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Naturwissenschaften in interdisziplinären Forschungsverbünden zusammenarbeiten und durch den gegenseitigen Austausch Denkansätze erweitern. Ziel ist nicht zuletzt die gleichberechtigte Diskussion verschiedener Fächerkulturen und der Einsatz geisteswissenschaftlicher Methoden zur Deutung naturwissenschaftlicher Daten und Ergebnisse. Als Ausgangspunkte werden Fragestellungen aus den Sprach- und Literaturwissenschaften sowie aus der Archäologie und den Altertumswissenschaften gewählt. Der Förderschwerpunkt schließt an den BMBF-Förderschwerpunkt "Neue naturwissenschaftliche Methoden und Technologien in den Geisteswissenschaften (NTG)" (1989-2007) an.
Stärkung und Weiterentwicklung der Regionalstudien
Ziel des Förderschwerpunktes Stärkung und Weiterentwicklung der Regionalstudien (area studies) ist es, die in den Regionalstudien vorhandene Fernkompetenz durch neue Formen der Kooperation stärker zu bündeln, weiterzuentwickeln und zu erproben. Gleichzeitig sollen fachspezifische und interdisziplinäre Fragestellungen und die Zusammenarbeit mit den systematischen Disziplinen vorangetrieben werden. Es sollen vernetzte, interdisziplinäre Orte der Expertise in Deutschland sichtbar werden, die nicht zuletzt durch enge Zusammenarbeit mit ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen Impuls für dieses geisteswissenschaftliche Wissensfeld erzeugen. Gefördert werden zehn Forschungsvorhaben in zwei Förderlinien:
In einer zweiten Bekanntmachung wurde die zweite Förderlinie erneut ausgeschrieben.
Das BMBF-Förderangebot für die Regionalstudien leistet auch einen Beitrag zur Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung. Der Bedarf an fundiertem Wissen über fremde Regionen ist angesichts fortschreitender Globalisierungsprozesse in fast allen Bereichen immens gewachsen. Daher besitzen gerade die Forschung und die Ausbildung in den Regionalstudien vielfältige Anwendungsfelder. Sie reichen vom Handel und der wirtschaftlichen Kooperation über Diplomatie und Recht bis hin zur Kultur, umfassen aber auch Katastrophenmanagement und Ökologie. Mehr und gezielter als andere Fachgebiete tragen die Regionalstudien zur Politikberatung bei. Sie tun das allerdings nur selten vordergründig. Bedeutender ist, dass Wissen auf Vorrat (und nicht als Ergebnis kurzfristiger Aufträge) ermöglicht und generiert wird.
Indem die ausgewählten geistes- und sozialwissenschaftlichen Verbünde politische, kulturelle und ökonomische Debatten im Ausland gezielt beobachten, können sie ausländische Perspektiven und Herangehensweisen in deutsche oder europäische Debatten einbringen und diese bereichern. Zugleich tragen sie dazu bei, dass Fragen der Globalisierung sowie Themen der Entwicklungs- und Schwellenländer in der deutschen Forschung angemessen vertreten sind.
Nachwuchsforschung
Die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchsgruppen verfolgt mit der Bekanntmachung Europa von außen gesehen zwei vorrangige Ziele. Zum einen wird die Internationalisierung der Geisteswissenschaften in Deutschland weiter ausgebaut, zum anderen wird die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses im interdisziplinären Forschungskontext auf breiter Basis unterstützt.
Die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchsgruppen verfolgt mit der Bekanntmachung zwei vorrangige Ziele. Zum einen wird die Internationalisierung der Geisteswissenschaften in Deutschland weiter ausgebaut, zum anderen wird die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses im interdisziplinären Forschungskontext auf breiter Basis unterstützt.Die Förderprojekte werden
Ein internationales Begutachtungsgremium hat dem BMBF im September 2009 sieben Projekte zur Förderung empfohlen. Die Nachwuchsgruppen haben ihre Arbeit im zweiten Quartal 2010 aufgenommen.
Geisteswissenschaft im Dialog
Forschungsergebnisse werden öffentlichkeitswirksam im Rahmen von Podiumsdiskussionen in der Reihe "Geisteswissenschaft im Dialog" erörtert.
Forschungsergebnisse werden öffentlichkeitswirksam im Rahmen von Podiumsdiskussionen in der Reihe "Geisteswissenschaft im Dialog" erörtert.Kartierung Kleiner Fächer
Um die Debatte über Kleine Fächer auf eine gesicherte Grundlage zu stellen, ist zunächst eine Bestandsaufnahme erforderlich. Aus diesem Grund fördert das BMBF eine Kartierung Kleiner Fächer, die die HRK in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam durchführt.
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2007, 48 Seiten
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Mehr zur Ausstellung des Kupferstichkabinetts, Staatliche Museen zu Berlin (URL: http://www.schinkel-in-berlin.de/)
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