
Herzschrittmacher haben schon Tausenden das Leben gerettet, Cochlear-Implantate im Innenohr geben gehörlosen Menschen das Hörvermögen zurück. Und künftig sollen Implantate noch weitaus mehr können. In den Körper eingepflanzte Glukosesensoren beispielsweise sollen in Zukunft den Blutzucker von Diabetes-Patienten messen und bei Bedarf Insulin in den Blutkreislauf pumpen. Mit intelligenten Komponenten ausgestattete Implantate ermöglichen genauere Diagnoseverfahren und wirksamere Therapien als herkömmliche Medizinprodukte - und verbessern damit sowohl die Qualität der ärztlichen Behandlung als auch die Lebensqualität der betroffenen Patienten. Implantate können mit Mikrosystemen optimal an die menschliche Physiologie angepasst werden; sie werden kleiner und gleichzeitig leistungsstärker.
Die Mikrosystemtechnik kann die Diagnose von Krankheiten und Infektionen erleichtern und die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen. Für die Diagnose von Krankheiten reichen bei der Mikrosystemtechnik schon sehr kleine Mengen an Viren oder kranken Zellen. Das BMBF fördert die Entwicklung integrierter Mikrosysteme für biotechnologische Anwendungen in der mobilen Diagnostik als Wegbereiter der personalisierten Medizin.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die Volkskrankheit Nummer eins. Voraussetzung für eine wirksame Behandlung ist die rechtzeitige Diagnose und eine kontinuierliche Beobachtung der Patienten. Das BMBF fördert die Entwicklung von Monitoringsystemen zur Prävention und zur diagnostischen Begleitung von Herz-Kreislauf-Patienten. Mit diesen Systemen können etwa Blutdruck, Puls, Herzrhythmus oder Atmung rund um die Uhr überwacht werden, ohne dass die Patienten dafür in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen.
Notrufsysteme, die von selbst Hilfe holen, intelligente Bodenbeläge, die gefährliche Stürze erkennen - technische Lösungen können gerade im Wohnumfeld älterer Menschen einer möglichen Unterversorgung vorbeugen, Pflegende entlasten und zu einer deutlich höheren Lebensqualität beitragen. Zu diesem Zweck werden Forschungsergebnisse aus der Mikrosystem- und Informationstechnik gezielt mit Dienstleistungsangeboten aus dem Gesundheitswesen und der Wohnungswirtschaft kombiniert. Ziel ist ein weitgehend unabhängiges, selbstbestimmtes Leben älterer Menschen - zu dem auch die barrierefreie Mobilität als Grundlage für eine aktive Teilhabe am öffentlichen Leben gehört.
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