Datenschutz, Urheberrecht, Privatsphäre - Begriffe, die seit einiger Zeit in aller Munde sind. Informationen über jeden von uns sind überall verfügbar, werden erhoben, gespeichert und weitergegeben. Die meisten wissen bereits heute nicht mehr, wer wo welche Daten sammelt. Facebook und Google gelten als Datenkraken, werden jedoch von unzähligen Menschen genutzt, die nicht hinterfragen, welche Zwecke hinter der enormen Datensammlung stecken.
So ist die Situation heute. Doch wie mag diese Debatte in zwanzig Jahren geführt werden? Wenn eine junge Generation, für die der offene Umgang mit den eigenen Daten/Informationen selbstverständlich ist, erwachsen geworden ist?
Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich die Zukunftsforschung. Zukunftsforscherinnen und -forscher wollen dabei weniger konkrete Vorhersagen tätigen, sondern vielmehr mit wissenschaftlicher Fundierung dabei helfen, die Zukunft nach den Vorstellungen und Wünschen der Menschen zu gestalten.
Der Workshop soll in Form einer Zukunftswerkstatt durchgeführt werden. Damit führen wir in eine etablierte Methode der partizipativen Zukunftsforschung ein.
In Zukunftswerkstätten erarbeiten die Teilnehmerinnen und -teilnehmer auf phantasievolle Weise konkrete Lösungen für relevante Problemstellungen. Im Vordergrund stehen die vielseitige Betrachtung der Probleme und die kreative Gestaltung der einzelnen Arbeitsphasen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden durch drei Phasen geführt, in denen sie sich auf abstrakte und sehr konkrete Weise mit dem Thema auseinandersetzen, ihren Ideen Form geben und so neue Sichtweisen gewinnen und ein Gefühl für Zukunft entwickeln können. In der ersten Phase (Beschwerde/Kritik) sollen die Teilnehmenden ihren Unmut und eventuelle negative Erfahrungen zum gewählten Thema äußern. Die zweite Phase (Utopie) fordert die Teilnehmenden auf, diese negativen Erfahrungen ins Positive zu denken und dabei auf möglichst kreative Weise utopische Lösungen zu entwickeln.
Die dritte Phase (Praxis) verknüpft die ersten beiden Phasen. Hier wird erarbeitet, was konkret umgesetzt werden kann. Die gemeinsam erarbeiteten Beiträge des Workshops werden am Sonntagabend im Rahmen des Bühnenprogramms präsentiert.

Tobias Jetzke hat ein Diplom in Betriebswirtschaftslehre und studiert derzeit im Master Zukunftsforschung an der FU Berlin. Er ist Mitarbeiter bei Fraunhofer und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Seine Interessenschwerpunkte sind Fragestellungen zum gesellschaftlichen und organisationalen Wandel und gelegentlich schreibt er Science-Fiction-Geschichten.

Josefa Kny hat einen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaft und studiert derzeit im Master Zukunftsforschung an der FU Berlin. Ihr Schwerpunkt liegt in den Feldern nachhaltiges Leben und partizipative Methoden. Sie leitet zeitweise Workshops für junge Medienmacher/-innen und spielt Theater.