Wissenschaft
Reaktorhalle des HMI

Hahn-Meitner-Institut (HMI)

Das nach den beiden Entdeckern der Kernspaltung, Otto Hahn und Lise Meitner benannte Hahn-Meitner-Institut (HMI) wurde 1959 als Kernforschungszentrum gegründet. Das Institut ist heute Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und wird vom Bund zu 90 Prozent, vom Land Berlin zu 10 Prozent finanziert. Jährlich stehen dem HMI mit seinen rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwa 75 Millionen Euro zur Verfügung. Das HMI ist sowohl in Berlin Wannsee beheimatet als auch in Adlershof, wo ein ehemaliges Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR integriert und eigene Anlagen an der Synchrotronstrahlungsquelle BESSY aufgebaut wurden.

Halle des HMI-ForschungsreaktorsHalle des Forschungsreaktors des HMI; Foto: HMI
Die wissenschaftliche Arbeit am HMI konzentriert sich auf  die Solarenergieforschung und die Strukturforschung.

Im Mittelpunkt der Solarenergieforschung steht die Entwicklung von effizienten und kostengünstigen Dünnschichtsolarzellen. Die Strukturforschung ist der Untersuchung des Aufbaus komplexer Materie gewidmet. Wichtigstes Arbeitsgebiet sind magnetische Eigenschaften von Materie und die Supraleitung. Weitere Forschungsgebiete am HMI sind die Gebiete Soft Matter, biologische Materialien und technische Werkstoffe. Als maßgebliches Werkzeug in der Strukturforschung werden zwei Großgeräte eingesetzt, der Forschungsreaktor BER II als Neutronenstrahlquelle, der auf dem eigenem Gelände in Berlin-Wannsee betrieben wird und die Synchrotronstrahlungsquelle BESSY. Bei BESSY in Berlin-Adlershof unterhält das HMI mehrere eigene Messplätze.

Ein großer Teil der verfügbaren Arbeitszeit an den Strahlquellen steht allen interessierten Wissenschaftlern von Universitäten, anderen Forschungsinstituten und der Industrie offen. Die etwa 400 externen Forscher pro Jahr können die Anlagen des Instituts kostenlos nutzen.