Wissenschaft
Der Innenraum von BESSY

Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY)

Die Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) betreibt die derzeit einzige deutsche Synchrotronstrahlungsquelle der dritten Generation. Der Speicherring BESSY II liefert extrem brillante Photonenpulse von der langwelligen Terahertz-Region bis hin zur harten Röntgenstrahlung. Die Kombination von Brillanz und Photonenpulsen machen BESSY zu einem idealen Mikroskop für Raum und Zeit und ermöglichen Zeit- und Ortsauflösungen mit einer Genauigkeit im Femtosekunden-Bereich.

Im Innenbereich des Speicherrings; Foto: BMBF

Die BESSY GmbH wurde 1979 zum Betrieb einer Elektronenspeicherringanlage gegründet. Von 1982 bis 1999 wurde in Berlin-Wilmersdorf BESSY I betrieben, bei Inbetriebnahme Deutschlands erste dedizierte Synchrotronstrahlungsquelle. Der Bessy II Speicherring wurde nach vier Jahren Bauzeit 1998 in Berlin-Adlershof in Betrieb genommen. Er hat einen Umfang von 240 Metern. Seit 1999 laufen dort die wissenschaftlichen Experimente. Er ist die derzeit einzige deutsche Synchrotronstrahlungsquelle der dritten Generation und liefert extrem brillante Photonenpulse von der langwelligen Terahertz-Region bis hin zur harten Röntgenstrahlung. Synchrotronstrahlung entsteht in diesem Bereich des elektromagnetischen Spektrums, wenn leichte geladene Teilchen wie z. B. Elektronen sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit bewegen und von einem Magneten abgelenkt werden.

BESSY ist aufgrund der Aktivitäten der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt das europäische Strahlungsnormal für Kalibrierungen von Lichtquellen und Detektoren.

Das Gesamtbudget von BESSY betrug 2005 über 25 Mio. €, davon 17,5 Mio. institutionelle Förderung. BESSY hatte 2005 insgesamt 235 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 92 Wissenschaftler und 16 Doktoranden und Diplomanden.

Das Profil von BESSY wird größtenteils von den mehr als 1.300 Nutzern mitbestimmt unter denen die Nutzer der als Gesellschafter institutionell vertretenen Einrichtungen Hahn-Meitner-Institut, Max-Planck-Gesellschaft, Bundesanstalt für Materialforschung und kooperierenden Forschergruppen eine besondere Rolle einnehmen.