Die BMBF-Marktstudie beleuchtet einen leistungsstarken Industriezweig: In Deutschland wurden 2005 Produkte der Optischen Technologien im Wert von 16,3 Mrd. Euro hergestellt, in den Export gingen 65%, in einigen Bereichen über 80%. Die Hersteller wenden 9,7% ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung auf. Von den über 100.000 Beschäftigten des Industriezweiges sind 21% mit einer Hoch- oder Fachhochschulausbildung qualifiziert, mehr als doppelt so viel wie im übrigen produzierenden Gewerbe. Bis zum Jahr 2015 erwartet die Branche weltweit ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7,6%, das sie in Deutschland noch übertreffen will.
Die vom BMBF beauftragte Marktstudie Optische Technologien zeichnet ein klares Bild eines in Deutschland gut aufgestellten Industriezweiges, der sich durch nachhaltige Investitionen in Forschung und Entwicklung im internationalen Wettbewerb überdurchschnittlich gut behaupten kann.
Die Optischen Technologien sind eine Querschnittstechnologie. In Deutschland tragen sechs unterschiedliche Bereiche zu jeweils 10% bis 15% zum gesamten Produktionsvolumen bei. Dies sind die Bereiche Produktionstechnik, Bildverarbeitung und Messtechnik, Medizintechnik und Life Science, Beleuchtungstechnik, Energietechnik, sowie optische Komponenten und Systeme. In den drei weiteren Bereichen erzielen deutsche Unternehmen der Optischen Technologien geringere Umsätze: optische Kommunikationstechnik (5 % des Gesamtvolumens), Flachdisplays (6 %), Informationstechnik (1 %).
Der Weltmarkt für Produkte der Optischen Technologien beträgt gegenwärtig 210 Mrd. EUR, von denen jeweils rund 25 % auf die Informationstechnik und die Flachdisplays entfallen, und die verbleibenden 50 % auf die übrigen Bereiche. Da deutsche Unternehmen in den beiden größten Bereich nicht nennenswert tätig sind, beträgt der Produktionsanteil hiesiger Unternehmen insgesamt 8 % des Weltmarktes, bezogen auf die Kernbereiche deutscher Aktivität jedoch 15 %. Bis zum Jahr 2015 wird ein weltweites Produktionsvolumen von 439 Mrd. EUR erwartet. Erwartet wird auch, dass Unternehmen aus Deutschland bis 2015 an diesem Zuwachs einen überproportional hohen Anteil auf 37,0 Mrd. EUR im Jahr 2015 erzielen, was einer jährlichen Zuwachsrate von 8,5% entspricht.
Die deutschen Hersteller produzieren überwiegend im Inland. Ein starker Anstieg der Auslandsproduktion wird nicht erwartet, weil die fertigungsbezogenen Lohnkosten in weiten Teilen der Optischen Technologien vergleichsweise gering sind. Auch dominieren in vielen Bereichen der Optischen Technologien kleine Unternehmen, für die umfangreiche Arbeitsplatzverlagerungen keine Option sind.
Für den Arbeitsmarkt folgt daraus, dass die Hersteller - ausgehend von 101.500 Beschäftigten - in den nächsten zehn Jahren einen Zuwachs des Produktionsvolumens am Standort Deutschland um 8,5 % pro Jahr und eine Zunahme der Beschäftigung um insgesamt 41.400 auf 142.900 Personen im Jahr 2015 erwarten. Wegen des mit 21% hohen Anteils von Beschäftigten mit Hoch- oder Fachhochschulausbildung werden neben gut ausgebildeten Fachkräften insbesondere auch Hochschulabsolventen gesucht.
Die starke Position am Markt fußt auf einem hohen Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) am Gesamtumsatz der deutschen Unternehmen in den Optischen Technologien. Mit beachtlichen 9,7% im Durchschnitt und 13% bzw. 14% FuE-Quote in den Bereichen Bilderverarbeitung und Messtechnik bzw. Produktionstechnik investiert die Branche deutlich mehr in zukunftsfähige Produkte als andere und sichert damit die Basis ihres Erfolges und der Produktion in Deutschland.

Wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland
2007, 64 Seiten
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