Hightech-Strategie

Therapeutische Verfahren für die Regenerative Medizin entwickeln

Große medizinisch-technische Erfolge bei Organtransplantationen und der spezifischen Ersatz von Zell-, Gewebs- und Organfunktionen ermöglichen bereits heute das Überleben vieler Patienten mit schwerwiegenden Krankheiten. Um weitere Fortschritte zu erzielen, unterstützt das BMBF seit 1999 Forschung zur Regenerativen Medizin. Schon heute sind die Erfolge beachtlich, die durch Organtransplantationen möglich sind. Auch durch den spezifischen Ersatz von Zell-, Gewebs- und Organfunktionen können viele Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Krankheiten überleben. Bekannt ist aber auch, dass das noch nicht reicht: Schon jetzt existieren erhebliche Engpässe bei der Bereitstellung von geeigneten Spenderorganen. So steigt die Nachfrage im Bereich der Regenerativen Medizin.. Noch immer machen Abstoßungsreaktionen von transplantierten Organen bei einigen Patienten eine Zweittransplantation erforderlich. In Deutschland sterben deshalb jährlich viele tausend Patienten, die bei einer geeigneten Behandlung sehr gute Überlebenschancen hätten. Um diesen Schwierigkeiten entgegen zu wirken, wird intensiv an der Weiter- und Neuentwicklung technischer Ersatzmöglichkeiten gearbeitet. Allerdings sind diese entweder auf sehr spezifische Anwendungsgebiete beschränkt oder beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten in vielen Fällen erheblich. Forschungsansätze, die eine verlorene Organfunktion auf biologischem Wege ersetzen können, sind daher in vielen Anwendungsgebieten gegenwärtig wesentlich aussichtsreicher.

Das langfristige Ziel des Forschungsbereichs Regenerative Medizin ist es, Prozesse der Zell-, Gewebe- oder Organfunktion und -regeneration aufzuklären und daraus therapeutische Verfahren zu entwickeln. Dafür müssen zunächst das Potenzial und die möglichen Risiken beim Einsatz von Stamm- und Vorläuferzellen für die Regenerative Medizin geklärt werden. Durch die neu entwickelten Therapieverfahren soll eine bessere und umfassendere Versorgung im Bereich des biologischen Ersatzes von Organfunktionen gewährleistet werden. Das gilt insbesondere für die Anwendungsbereiche, in denen eine Transplantation derzeit nicht möglich ist.

Translationszentren

Zur Bewältigung dieser Aufgaben wurden mit maßgeblicher Unterstützung des BMBF, flankiert von den Ländern Berlin, Brandenburg und Sachsen, seit 2006 zwei Translationszentren in Leipzig und Berlin aufgebaut. Ein drittes Zentrum, ebenfalls Bund-Land finanziert, wurde im April 2009 in Rostock eröffnet.

In diesen Zentren befassen sich Wissenschaftler und Kliniker, unterstützt von der Industrie, mit der Entwicklung innovativer regenerativer Therapien. Neben der Forschung an Stammzellen werden auch neuartige Biomaterialien und in vitro, das heißt im Labor hergestellte, Gewebe entwickelt.

Das 2006 gegründete BCRT ist ein gemeinsames Projekt der Charité - Universitätsmedizin Berlin sowie der beiden Helmholtz-Zentren Helmhotlz-Zentrum Geesthacht und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin. Ein Schwerpunkt der dortigen Arbeiten ist die Förderung der körpereigenen Heilungs- und Regenerationskräfte bei akuten und chronischen Erkrankungen. Das ebenfalls seit 2006 bestehende Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) in Leipzig deckt Anwendungsgebiete vom Ersatz geschädigten Gewebes durch künstliche Implantate über den biologischen Ersatz mittels gezüchteten Gewebes bis zur Stimulation körpereigener Reparaturprozesse ab. Sowohl BCRT als auch TRM befinden sich nach einer erfolgreichen Evaluation seit 2011 in einer zweiten 4-jährigen Förderphase. Je Förderphase beteiligt sich das BMBF mit 15 Mio. € je Förderphase und Zentrum.

Neben diesen beiden Zentren wird in Rostock das Zentrum für kardiale Stammzelltherapie (RTC) gefördert. Hier wird die weltweit erste klinische Studie der Phase drei für diesen Bereich durchgeführt. Neben den dort entwickelten Methoden und Verfahren stehen auch die  regulatorischen Anforderungen zur Durchführung und Zulassung zellbasierter Therapien (ATMP) auf dem Prüfstand. Damit kann dieses Projekt auch für zukünftige Entwicklungen auf dem Gebiet der Stammzellforschung als Referenz dienen. Das ebenfalls Bund-Land geförderte Zentrum wird vom BMBF in den Jahren 2009 bis 2011 mit 3,4 Millionen Euro unterstützt.

BMBF-geförderte Translationszentren

  • Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien (BCRT), Charité Berlin
  • Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM), Universität Leipzig
  • Referenz-und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie (RTC),
    Universität Rostock

Neue Methoden und Verfahren

Mit der Bekanntmachung "Entwicklung und Validierung von Methoden und Verfahren der Regenerationstechnologien für den Einsatz in der Medizin" werden insbesondere Verbünde zwischen Wissenschaft, Klinik, Wirtschaft 0 vor allem KMU, Zulassungsbehörden und Kostenträgern gefördert. Eine wirtschaftlich nachhaltige, auf Evidenz beruhende Verwertung von Entwicklungen der Regenerationstechnologien, auch Stammzell-basierter Verfahren sollen fachübergreifend vorangetrieben und damit Wege zur Kommerzialisierung geebnet werden. Der Bund unterstützt diese Maßnahmen zwischen 2008 und 2012 mit 15 Mio. €.

Regenerative Medizin Kooperation Deutschland - USA

Basierend auf einem "Memorandum of Understanding" zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem "California Institute for Regenerative Medicine" (CIRM) aus dem Jahr 2009 werden seit 2010 Wissenschaftler in Deutschland, die sich zur Ergänzung bestehender Projekte an amerikanischen Ausschreibungen im Bereich der Regenerativen Medizin beteiligen, vom Bundesforschungsministerium gefördert .

Das CIRM ist eine bundesstaatliche Förderagentur, die gezielt zur Förderung der Stammzellforschung für medizinische Anwendungen geschaffen wurde. Insgesamt stehen dem CIRM dafür drei Milliarden US-Dollar für zehn Jahre zur Verfügung. Im Rahmen eines speziellen Abkommens zwischen dem BMBF und dem CIRM können auch deutsche Forscher an ausgewiesenen Forschungsprogrammen des CIRM, sogenannten Awards, partizipieren. Konkret geschieht dies in enger Kooperation mit amerikanischen Wissenschaftlern im Rahmen von Verbundprojekten.

  • Hightech-Strategie

    Biologischer Ersatz von Organfunktionen

    Im Rahmen des Schwerpunkts "Biologischer Ersatz von Organfunktionen" wurden Forschungsprojekte, die sich mit der Biologie und den möglichen klinischen Anwendungen von Stammzellen und anderen Zelltypen befassen, durchgeführt. Ziel war es, das Potenzial innovativer Ansätze zur Herstellung von spezialisierten Zellen und Geweben zu ermitteln und sie dann zur Regeneration von geschädigten Organen zu nutzen. Aufbauend auf diesen Arbeiten können zukünftig Engpässe bei Transplantationsorganen umgangen und die Abwehrreaktionen des Immunsystems bei Transplantationen reduziert werden. Auch könnte die oft aufwendige und zum Teil lebenslange Behandlung von Patienten mit Geräten und Medikamenten in vielen Fällen überflüssig werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die mögliche Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt und Morbus Parkinson durch spezifische Regenerationsprozesse gelegt. Das BMBF hat in diesem Ende 1999 initiierten Schwerpunkt insgesamt 32 Vorhaben mit rund 10 Mio. € gefördert.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/4273.php)
  • Hightech-Strategie

    Zellbasierte, regenerative Medizin

    Im Herbst 2005 starteten auf Basis von Vorarbeiten zehn interdisziplinäre Verbünde zu "Zellbasierter, regenerativer Medizin", die mit insgesamt etwa zwölf Millionen EURO gefördert werden. Nötig sind erhebliche Anstrengungen, um Methoden zu entwickeln und Erfolg versprechende experimentelle Ansätze für klinische Anwendungen zu erschließen. Durch die Zusammenführung der kompetentesten Partner zur Entwicklung regenerativer Behandlungskonzepten für definierte Krankheitsbilder aus verschiedenen biowissenschaftlichen, medizinischen und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen werden Know-How und Ressourcen gebündelt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/5426.php)

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(URL: http://www.bmbf.de/en/1084.php)

Publikationen

  • Vorteilhafte Implantate aus körpereigenen Zellen ID = 1448

    Titelbild der Publikation

    BMBF fördert intensiv Regenerative Medizin

    2011, 8 Seiten

    Download [PDF - 1,41 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/flyer_vorteilhafte_implantate_aus_koerpereigenen_Zellen.pdf)

  • Regenerative Medizin ID = 1552

    Titelbild der Publikation

    Selbstheilungskraft des Körpers verstehen und nutzen

    2012, 59 Seiten
    Bestell-Nr.: 30755

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 4,63 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/BMBF_RegenerativeMedizin_2012r.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

    • - PT Gesundheitsforschung -
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228 / 38 21 210
    • Faxnummer: 0228 /38 21 257
    • E-Mail-Adresse: Gesundheitsforschung@dlr.de
    • Homepage: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/
    • Geförderte Vorhaben: http://foerderportal.bund.de/foekat/foekat/foekatliste$v_foekat_webliste.actionquery?P_APC_LFDVOR=J&P_APC_RESSORT=BMBF&P_APC_PT=PT-DLR&P_APC_REF=614&Z_CHK=0
  • Projektträger Jülich (PtJ)

    • Bereich BIO
    • 52425 Jülich
    • Telefonnummer: 02461 61 5543
    • Faxnummer: 02461 61 9080
    • E-Mail-Adresse: ptj-bio@fz-juelich.de
    • Homepage: http://www.ptj.de/biooekonomie