Bildung

Ganztagsschulen - das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung"

Mit dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) unterstützt die Bundesregierung die Länder beim bedarfsgerechten Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen. Seit 2003 wurden mit den IZBB-Mitteln 15.790 Maßnahmen an bundesweit fast 6.918 Schulen durchgeführt oder für das laufende Jahr angemeldet. Das Investitionsprogramm ist Teil der Bildungsreformen, die Bund und Länder gemeinsam beschreiten.

Im fünften Jahr des im Mai 2003 unterzeichneten Investitionsprogramms "Zukunft Bildung und Betreuung" ist der Ausbau der Ganztagsschulen zu einem gelungenen Gemeinschaftsprojekt von Bund und Ländern geworden. In dem mit 4 Mrd. Euro ausgestatteten Programm fördert die Bundesregierung den bedarfsgerechten bundesweiten Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen. Dies können entsprechend der Vereinbarung "Ausbau und Weiterentwicklung" neuer Ganztagschulen sein, die "Schaffung zusätzlicher Plätze" an bestehenden Ganztagsschulen oder die "Qualitative Weiterentwicklung" von Ganztagsangeboten. Die Mittel können bis Ende 2009 in Anspruch genommen werden. Die Entscheidung, welche Schulen und Schulformen gefördert werden, sowie die inhaltliche Ausgestaltung und die Personalausstattung obliegen den Ländern.

Ganztagsschulen für eine bessere Bildung

Ganztagsschulen bieten durch ihr Mehr an Zeit bessere Voraussetzungen für eine individuelle Förderung, die auf die unterschiedlichen Stärken, Interessen und Voraussetzungen des einzelnen Kindes eingeht. Ganztagsschulen können Unterricht und außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote verzahnen.

Ganztagsschulen als Unterstützung für Familien

Immer mehr Eltern möchten Familie und Beruf vereinbaren. Sie wünschen sich qualitativ hochwertige und flexible ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote. Ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsschulen entspricht damit besser den heutigen Bedürfnissen an eine moderne Infrastruktur im Bildungsbereich.

Begleitforschung und Evaluation

Das Ganztagsschulprogramm wird wissenschaftlich begleitet. Der vom Bund in enger Abstimmung mit den Ländern unterstützte empirische Begleitforschung dient der systematischen Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Struktur, Entwicklung und Wirksamkeit von Ganztagsschulen in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen" (StEG). Darüber hinaus unterstützen die Länder landeseigene und länderübergreifende Begleitforschungsmaßnahmen.

"Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG"

Unter Leitung eines Konsortiums -  Prof. Dr. E. Klieme (DIPF Frankfurt am Main), Prof. Dr. T. Rauschenbach (DJI München) und Prof. Dr. H. G. Holtappels (IFS Dortmund ) - läuft seit 2005 die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG". An der empirischen Längsschnittuntersuchung beteiligen sich 14 Länder (www.projekt-steg.de).

Erfragt werden die Perspektiven von Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrern, des weiteren pädagogischen Personals, von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie außerschulischen Kooperationspartnern der Schulen. Insgesamt wurden knapp 65.000 Personen aus 373 Schulen, darunter 32.000 Schülerinnen und Schüler der 3., 5., 7. und 9. Jahrgangsstufe, befragt. Die ersten Ergebnisse der Basiserhebung 2005 sind im Juni 2007 veröffentlicht worden:

Holtappels, H.-G./Klieme, E. /Rauschenbach, T./Stecher, L. (Hrsg.): Ganztagsschule in Deutschland. Weinheim und München: Juventa 2007.

Derzeit wird die zweite Erhebungswelle vom Frühjahr 2007 ausgewertet. Im Frühjahr 2009 wird die dritte und letzte Erhebungswelle stattfinden.

Vertiefende Forschung zu Aspekten der Ganztagsschule

Der Bund fördert seit 2005 weitere vertiefende Forschungsvorhaben zu Aspekten der Ganztagsschulentwicklung. 2007 hat das BMBF nach Abstimmung mit den Ländern und den StEG-Beiräten außerdem eine neue Förderrichtlinie veröffentlicht. Gefördert werden empirische Forschungen zu folgenden Themenschwerpunkten:
  • Lernkultur, Unterrichts- und Angebotsentwicklung mit dem Ziel einer verbesserten individuellen Förderung an Ganztagsschulen,
  • Kooperation verschiedener Professionen und Institutionen an Ganztagsschulen,
  • Familie und Ganztagsschule
  • Ganztagsschule als Gegenstand regionaler und lokaler Bildungsplanung
  • Musisch-kulturelle Bildung bzw. Sport und Bewegung in Ganztagsschulen

Weitere Informationen unter http://www.ganztagsschulen.org/.

Begleitprogramm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung

In enger Abstimmung mit den Ländern wird die inhaltliche Ausgestaltung von Ganztagskonzepten durch das Begleitprogramm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) "Ideen für mehr! -Ganztägig lernen" unterstützt (www.ganztaegig-lernen.de).

Regionale Serviceagenturen

In Abstimmung mit den Ländern wurden Regionale Serviceagenturen "Ganztägig lernen" eingerichtet, die den Schulen vor Ort Erfahrungsaustausch, den Transfer guter Beispiele sowie Beratungs- und Fortbildungsangebote ermöglichen. Bisher arbeiten im Rahmen des DKJS-Begleitprogramms bereits vierzehn Serviceagenturen (www.ganztaegig-lernen.de).

Themenateliers "Kulturelle Bildung"

Das Themenatelier "Kulturelle Bildung an der Ganztagsschule", das 2005 gemeinsam von DKJS und PwC-Stiftung eingerichtet wurde, fördert innovative Projekte der kulturellen Bildung in Ganztagsschulen. Die beteiligten Ganztagsschulen erhalten Fortbildungen und eine unterstützende Prozessbegleitung. Das seit 2007 vom BMBF unterstützte Themenatelier "Klappe, die Zweite" fördert 15 Kooperationen von Ganztagsschulen mit den künstlerischen Schwerpunkten Film, Fotografie, Medienkunst und Ausstellungsdesign. Ausgewählt wurden Ganztagsschulen aus Kommunen und Stadtteilen mit hohem Migrationsanteil bzw. besonders herausfordernden Integrationsaufgaben (www.ganztaegig-lernen.de).

Der Wettbewerb "Zeigt her eure Schule!"

Der Wettbewerb "Zeigt her eure Schule!" ist Teil des Programms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen".

"Beteiligung. Gemeinsam gestalten" ist das Thema des Wettbewerbs 2008, an dem sich bundesweit 120 Ganztagsschulen beteiligt haben. Gesucht wurden Ganztagsschulen, deren Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und außerschulische Partner in Handlungen und Entscheidungen der Schule eingebunden sind, Mitspracherechte und Gestaltungsmöglichkeiten haben. Eine Jury aus Schülern, Lehrern, Wissenschaftlern, Eltern und Vertretern der Länder wählte die Preisträgerschulen aus.

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Berlin zeichneten die Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Eva Luise Köhler, und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Andreas Storm, am 27. Mai 2008 in Berlin die acht Preisträgerschulen aus.

Weitere Informationen unter http://www.ganztaegig-lernen.org/www/web753.aspx

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Dokumente

Publikationen

  • Ganztagsschule neu gestalten

    Titelbild der Publikation

    Erster Ganztagschulkongress - Dokumentation - Band 15 der Reihe Bildungsreform

    2005, 152 Seiten

    Download [PDF - 979,6 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/ganztagsschule_neu_gestalten.pdf)

  • Ganztagsschulen. Zeit für mehr.

    Titelbild der Publikation

    Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung"

    2003, 26 Seiten

    Download [PDF - 521,4 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/ganztagsschulen-zeit_fuer_mehr.pdf)

  • Ganztagsschulen. Zeit für mehr. - Flyer

    Titelbild der Publikation

    Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung"

    2003,

    Download [PDF - 215,6 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/ganztagsschulen-zeit_fuer_mehr-flyer.pdf)

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