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Bildung
Kinder musizieren in der Schule

Ganztagsschule braucht Qualität

An Ganztagsschulen richtet sich die Erwartung, dass hier Kinder und Jugendliche individuell gefördert werden können. Alle sollen die Chance haben, zusätzliche sportliche, kulturelle und andere Bildungsangebote zu nutzen. Mit dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) hat die Bundesregierung über 8.200 Schulen mit insgesamt 4 Milliarden Euro unterstützt. Dem Thema "Qualitätsentwicklung - wie geht's zur guten Ganztagsschule?" wird sich das Transferforum 2014 des BMBF und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung am 16. Mai in Potsdam widmen. Den Einführungsvortrag hält Prof. Marlies Krainz-Dürr von der Pädagogischen Hochschule Kärnten. Anschließend tauschen sich Expertinnen und Experten aus Schulpraxis, Wissenschaft und Bildungsverwaltung in Workshops aus.

Das Ganztagsschulprogramm ist zu einem gelungenen Gemeinschaftsprojekt von Bund und Ländern geworden. Um einen nachhaltigen Einsatz der Investitionsmittel zu gewährleisten, fördert das BMBF das Begleitprogramm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen" mit jährlich 4,3 Millionen Euro bis 2014 sowie die Begleitforschung "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG" von 2012 bis 2015 mit insgesamt 6 Millionen Euro. Ganztagsschulen sind mittlerweile fest in der deutschen Bildungslandschaft verankert. Sie arbeiten insbesondere in lokalen und kommunalen Netzwerken mit allen Bildungspartnern vor Ort zusammen.

In dem mit 4 Milliarden Euro ausgestatteten Investitionsprogramm  "Zukunft Bildung und Betreuung" (2003-2009) förderte die Bundesregierung den bedarfsgerechten Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen in allen 16 Ländern.

Dies konnten entsprechend der Bund-Länder-Verwaltungsvereinbarung sein:

  • Aufbau neuer Ganztagsschulen,
  • Weiterentwicklung bestehender Schulen zu Ganztagsschulen,
  • die Schaffung zusätzlicher Plätze an bestehenden Ganztagsschulen oder
  • die qualitative Weiterentwicklung bestehender Ganztagsschulen.

Die Mittel konnten bis Ende 2009 in Anspruch genommen werden. Die Entscheidung, welche Schulen und Schulformen gefördert werden, sowie die inhaltliche Ausgestaltung und die Personalausstattung oblagen den Ländern. Eine Übersicht über die Umsetzung in den Ländern finden Sie hier. 

Ganztagsschulen für mehr Chancengerechtigkeit

An Ganztagsschulen richtet sich die Erwartung, die Rahmenbedingungen für unterrichtliches und außerunterrichtliches Lernen zu verbessern und damit auch die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft zu verringern. Im Mittelpunkt steht die individuelle Förderung. Außerdem sollen alle Kinder und Jugendlichen die Chance haben, zusätzliche sportliche, kulturelle und andere Bildungsangebote zu nutzen.

Ganztagsschulen für eine bessere Bildung

Ganztagsschulen bieten durch ihr Mehr an Zeit bessere Voraussetzungen für eine neue Lernkultur, die für die Steigerung der Bildungsqualität unabdingbar ist. Im Mittelpunkt steht eine bessere individuelle Förderung, die auf die unterschiedlichen Stärken, Interessen und Voraussetzungen des einzelnen Kindes eingeht. Ganztagsschulen sollen Unterricht und außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote verzahnen und damit die Förderung von Kompetenzen verbessern.

Ganztagsschulen als Unterstützung für Familien

Immer mehr Eltern möchten Familie und Beruf vereinbaren. Sie wünschen sich qualitativ hochwertige und flexible ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote. Ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsschulen entspricht damit besser den heutigen Bedürfnissen an eine moderne Infrastruktur im Bildungsbereich.

Begleitforschung und Evaluation

Die vom Bund in enger Abstimmung mit den Ländern unterstützte Begleitforschung dient der systematischen Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Struktur, Entwicklung und Wirksamkeit von Ganztagsschulen in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen" (StEG). Darüber hinaus unterstützen die Länder landeseigene und länderübergreifende Begleitforschungsmaßnahmen.

"Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG"

Unter Leitung eines Konsortiums -  Prof. Dr. Eckhard Klieme (DIPF Frankfurt am Main), Prof. Dr. Thomas Rauschenbach (DJI München), Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels (IFS Dortmund-) und Prof. Dr. Ludwig Stecher (Justus-Liebig-Universität Gießen) - läuft seit 2005 die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG". Mit ihr lassen sich erstmals empirisch abgesicherte Aussagen über die Konzeption, Einführung, Durchführung, Nutzung und Akzeptanz von Ganztagsangeboten in Deutschland sowie über deren Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler treffen. Auch international findet die Studie große Beachtung.

Die Studie erfasst die Perspektiven von Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrern, des weiteren pädagogischen Personals, von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie außerschulischen Kooperationspartnern. Befragt wurden mehr als 54.500 Personen aus 328 Schulen, darunter 32.000 Schülerinnen und Schüler der 3., 5., 7. und 9. Jahrgangsstufe. 2010 wurden erste Ergebnisse der Längsschnittstudie in der Broschüre "Ganztagsschule: Entwicklung und Wirkungen" vorgestellt. 2011 erschien eine ausführliche Buchpublikation:



Fischer, N./Holtappels, H. G./Klieme, E./Rauschenbach, T./Stecher, L./Züchner, I. (Hrsg.) (2011): Ganztagsschule: Entwicklung, Qualität, Wirkungen. Längsschnittbefunde der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen. Weinheim: Juventa.

Von 2012 bis 2015 stehen die Qualität der Ganztagsangebote und deren Wirkungen auf die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt der Untersuchung. 2012 wurde eine neue bundesweite Schulleitungsbefragung, die den erheblich gestiegenen Ausbaustand abbildet, durchgeführt. In den Wirkungsstudien wird gefragt, wie erfolgreiche Ganztagsangebote optimal gestaltet werden können und welche Organisationsfaktoren sich positiv auf die individuelle Entwicklung auswirken. An der Studie beteiligen sich alle 16 Länder.

Weitere Veröffentlichungen zu StEG finden Sie hier.

Vertiefende Forschung zu Aspekten der Ganztagsschule

Das BMBF hat seit 2005 weitere vertiefende Forschungsvorhaben zur Ganztagsschulentwicklung gefördert und 2007 das Förderprogramm "Ganztägige Bildung, Erziehung und Betreuung" (2008-2011) aufgelegt. Insgesamt wurden 21 Forschungsprojekte unter Beteiligung von 19 Universitäten, zwei Fachhochschulen und fünf außeruniversitären Forschungseinrichtungen gefördert. Die Forschungsergebnisse sind in umfangreicher Weise in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und als Fachbücher publiziert worden.

In der Broschüre Ganztägig bilden. Eine Forschungsbilanz" (2012) werden alle Forschungsvorhaben mit ausgewählten Ergebnissen, Kurzinterviews und Veröffentlichungen vorgestellt.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf dem Ganztagsschulportal.

Begleitprogramm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung

Die nachhaltige inhaltliche Ausgestaltung von Ganztagskonzepten wird in enger Abstimmung mit den Ländern durch das Begleitprogramm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) "Ideen für mehr! -Ganztägig lernen" unterstützt. Das Begleitprogramm wird bis 2014 fortgeführt.

Regionale Serviceagenturen

In Abstimmung mit den Ländern wurden in allen 16 Ländern die Regionalen Serviceagenturen "Ganztägig lernen" eingerichtet, die den Schulen vor Ort Erfahrungsaustausch, den Transfer guter Beispiele sowie Beratungs- und Fortbildungsangebote ermöglichen. Die Serviceagenturen sind eng mit den Unterstützungssystemen der Länder verbunden und werden mindestens hälftig von den Ländern finanziert.

Servicestellen Ganztagsangebote

Transferforum

Die dynamische Entwicklung der Ganztagsschulen bringt für die Schulpraxis zahlreiche Herausforderungen mit sich. Die umfassenden Veränderungsprozesse werfen bei den an Ganztagsschule Beteiligten neue Fragen zu Ausbildung, Schulentwicklung und Umgang mit Zeit auf. Um den neuen Herausforderungen des ganztägigen Lernens zu begegnen, veranstaltet die DKJS im Rahmen des Begleitprogramms gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2010 jährlich das sogenannte Transferforum. Dieses bietet die Möglichkeit zum länderübergreifenden Austausch von Forschungsergebnissen und Beispielen guter Praxis. Eingeladen zu dieser eintägigen Veranstaltung an wechselnden Orten der Bundesrepublik sind Ganztagsschulen, Bildungsverwaltung, Wissenschaft und Unterstützungssysteme.

Weitere Informationen zum Transferforum finden Sie hier.

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/1125.php)

Aktuelle Informationen rund um das Thema Ganztagsschule sowie Schulporträts, Interviews aus Politik, Forschung und Praxis, Veranstaltungsberichte und Materialien zur Ganztagsschulentwicklung finden Sie auf dem Ganztagsschulportal

 

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