Den Agrar- und Ernährungswissenschaften kommt bei der Lösung globaler Probleme sowie bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen, auf Bioressourcen basierenden Wirtschaft eine zentrale Rolle zu.
Die Vereinten Nationen und die Weltbank definieren u.a. folgende gesellschaftlichen Herausforderungen: Gleichzeitiges Auftreten von Unter- und Mangelernährung bei anhaltendem Bevölkerungswachstum sowie einer Über- und Fehlernährung in den Industrieländern, Zerstörung von landwirtschaftlich und forstlich nutzbarer Fläche, Wassermangel, die Verlagerung von Anbauzonen durch den globalen Klimawandel sowie der Rückgang biologischer Vielfalt (Biodiversität). Der Anstieg der Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen - wie zum Beispiel hochwertigen Lebensmitteln und insbesondere tierischen Produkten - wird darüber hinaus durch das dynamische Wirtschaftswachstum in China, Indien und weiteren Schwellenländern verstärkt. Zusätzlich ist mit dem weltweiten Bedarf an Energie und Rohstoffen die Notwendigkeit verbunden, Biomasse aufgrund der Endlichkeit fossiler Ressourcen und aufgrund des Klimaschutzes stärker für die energetische und stoffliche Verwertung zu nutzen.
Die Agrar- und Ernährungsforschung in Deutschland ist gefordert - will sie weiterhin im internationalen Vergleich kompetitiv bleiben - zur Beantwortung der genannten gesellschaftlichen Fragen beizutragen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Entwicklung der Agrarwissenschaften in Deutschland im Kontext benachbarter Fächer (Gartenbau-, Forst- und Ernährungswissenschaften) vom 10. November 2006 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) daher die Förderaktivität "Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung" initiiert.
Das Ziel ist es, eine in der Grundlagenorientierung und im Anwendungsbezug exzellente Agrar- und Ernährungsforschung aufzubauen und mit der Ausbildung sowie mit dem Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft zu verbinden. Dadurch sollen anwendungsorientierte Kompetenznetze mit internationaler Sichtbarkeit und Attraktivität entstehen und Beiträge für die Lösung gesellschaftlicher Probleme liefern.
Nachfolgende AgroClustEr wurden für eine Förderung ausgewählt:
Ziel des Netzwerkes ist es, die systemorientierte und sektorbezogene Forschungsexpertise auf dem Schwerpunktgebiet Milchforschung zur Analyse der Wertschöpfungskette von der Urproduktion entlang der gesamten Prozesskette bis hin zur Bewertung der Wirkungen der erzeugten Produkte auf die Gesundheit des Endverbrauchers auszubauen. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Integration des präventiven Ansatzes der ernährungswissenschaftlichen Forschung in die Wertschöpfungskette ein. Die Analyse der Wertschöpfungskette von Milch bildet ein thematisches Zentrum.
Ressourceneffizienz und Qualitätssicherung im Gartenbau
Netzwerk für komplexe Sensorik zur Nutzpflanzenforschung, Züchtung und Bestandessteuerung
Mit der Etablierung eines Netzwerkes mit Schwerpunkt auf Sensorsysteme in der Landwirtschaft soll eine zeitnahe Anpassung landwirtschaftlicher Produktion an eine erhöhte Nachfrage nach pflanzlichen Produkten (Nahrungs- und Futtermittel, Rohstoffe und Energie) unter veränderten Produktionsbedingungen (Klima, Ressourcenverfügbarkeit) ermöglicht werden. Hierbei sollen gleichzeitig eine hohe Produktivität und eine maximale Ressourcenschonung sichergestellt werden. Eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung dieser Ziele ist die Entwicklung von neuen Sensorsystemen zur Erfassung von Zuständen in Pflanzenbeständen für die Anwendung in Züchtungsverfahren und Bestandesführung.
Das Ziel des Innovationsclusters ist eine Vernetzung von Forschung und Lehre im Bereich der Tier- und Pflanzenzüchtung, die Schlüsseltechnologien für die Lösung wesentlicher Zukunftsaufgaben (steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten, Ressourcenverknappung, Veränderung der Klimazonen) darstellen. Die Innovationskraft der Züchtung durch Verbesserung wichtiger Merkmalskomplexe erstreckt sich über die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette, von der Charakterisierung und Nutzung genetischer Ressourcen bis zur Bereitstellung qualitativ hochwertiger Produkte wie Lebensmittel, Futtermittel und Energieträger. Zukünftige Produktivitätssteigerungen der Landwirtschaft werden zu einem maßgeblichen Teil durch Züchtungsfortschritt entstehen. Durch synergistische Methodenentwicklung und Etablierung gemeinsamer Technologieplattformen sollen die Voraussetzungen für die funktionelle Analyse der Biodiversität bei Nutzpflanzen und -tieren sowie für Züchtungsstrategien geschaffen werden.

Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft (Kurzfassung) / -
Our Route towards a biobased economy (Short version)
2010, 16 Seiten
Download [PDF - 1,63 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biooekonomie_kurzfassung.pdf)

Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft
2010, 52 Seiten
Bestell-Nr.: 30570
Download [PDF - 3,42 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biooekonomie.pdf)
Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)
Bis 15. April 2008 (URL: http://www.bmbf.de/foerderungen/11961.php)