Forschung
Nahaufname eines Weizenkorns

Pflanzenbiotechnologie

Pflanzen leisten den wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Welternährung und sind die Rohstofflieferanten der Zukunft. Heute liegt der Marktanteil für pflanzliche Biomasse bei lediglich 3%. Doch in den nächsten 20 Jahren wird der Anteil von Biomaterialien und Bioenergie auf rund ein Drittel der gesamten industriellen Produktion ansteigen. Der Schlüssel liegt in der Entwicklung neuartiger und spezialisierter Hochleistungspflanzen, die "maßgeschneiderte" Enzyme, Polymere oder Aminosäuren produzieren.

Die Basis für Innovationen auf dem Gebiet der Pflanzenforschung wird mit den nationalen Förderschwerpunkten GABI (Genomanalyse im biologischen System Pflanze), und Pflanzenbiotechnologie der Zukunft sowie der hierzu komplementären internationalen Zusammenarbeit "PLANT-KBBE" gelegt.

Die Pflanzenbiotechnologie hat sich, angetrieben vom rasant steigenden Erkenntnisgewinn und die Technologieentwicklung an Modell- und Kulturpflanzen, zu einem international hoch kompetitiven Forschungsgebiet entwickelt, mit dem sich rascher wissenschaftlicher Fortschritt und bedeutende wirtschaftliche Interessen verbinden.

Die Pflanzenbiotechnologie verknüpft beispielgebend wissenschaftlichen Erkenntniszuwachs mit angewandter Forschung. Die Initiative zur Pflanzenbiotechnologie des BMBF setzt genau an dieser Stelle an. Mit der Förderinitiative werden die deutsche Pflanzenforschung gestärkt, Kompetenznetze international etabliert und der Technologietransfer zwischen Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen forciert.

Das Ziel des Förderschwerpunktes ist es, neue und wettbewerbsfähige biotechnologische Verfahren und Produkte voranzubringen, welche eine Ertragssteigerung in Nutzpflanzen ermöglichen, zur Erzeugung von Qualitätsmerkmalen beitragen sowie einen nachhaltigen Anbau von Nutzpflanzen unter reduzierter oder limitierter Verfügbarkeit von Ressourcen ermöglichen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

Im Rahmen der aktuellen Bekanntmachung "Pflanzenbiotechnologie der Zukunft" sind 28 Verbundprojekte mit insgesamt mehr als 130 Teilprojekten entlang der Zielgrößen "Ertrag", "Qualität" und "Nachhaltigkeit" zur Förderung durch das BMBF vorgesehen. Diese durchweg als sogenannte "public-private-partnerships" zwischen akademischen Einrichtungen und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft konzipierten Verbünde wird hierzu eine öffentliche Förderung von mehr als 45 Mio. € in Aussicht gestellt.  

Internationale Zusammenarbeit im Rahmen von "PLANT - KBBE"

 "PLANT-KBBE" ("Transnational PLant Alliance for Novel Technologies - towards implementing the Knowledge-Based Bio-Economy in Europe") ist eine gemeinsame Förderinitiative zwischen Deutschland, Frankreich, Portugal und Spanien. Ziel ist die Etablierung transnationaler Forschungsprojekte auf dem Gebiet der anwendungsnahen Pflanzenbiotechnologie im Kontext einer bio-basierten Wirtschaftsausrichtung. Die bereits seit knapp einer Dekade bestehende Partnerschaft zielt auf eine Vertiefung der bestehenden Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft um den Transfer von Forschungsergebnissen in Produktinnovationen zu beschleunigen. Über die Partnerländer hinaus werden mit dieser transnational organisierten Fördermaßnahme aber auch gezielt Forschungseinrichtungen und Unternehmen anderer, vor allem europäischer  Länder explizit angesprochen, welche sich gegebenenfalls an bestehende transnationale Verbünde anschließen können, hierfür aber eigene Forschungsmittel zur Verfügung stellen müssen.

In den bisherigen gemeinsamen Bekanntmachungsrunden seit 2003 wurden insgesamt 190 Projektskizzen gesichtet, aus denen schließlich 52 transnationale Verbundprojekte zur Förderung ausgewählt wurden. Rund 100 deutsche Teilprojekte waren und sind hieran beteiligt.

Die internationale Arbeitsteilung stärkt den Standort Deutschland: deutsche Forscher, Einrichtungen und Betriebe bringen ihre Stärken ein und können gleichzeitig von den Kompetenzen der französischen, portugiesischen und spanischen Partner zugunsten innovativer Entwicklungen profitieren. Mit dieser Fördermaßnahme wird somit eine Lücke zwischen der nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 und der multinationalen Forschungsförderung durch die Europäische Kommission geschlossen.

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Publikationen

  • Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 ID = 1233

    Titelbild der Publikation

    Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft

    2010, 52 Seiten
    Bestell-Nr.: 30570

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 3,42 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biooekonomie.pdf)

  • Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030/ -National Research Strategy BioEconomy 2030 ID = 1231

    Titelbild der Publikation

    Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft (Kurzfassung) / -
    Our Route towards a biobased economy (Short version)

    2010, 16 Seiten

    Download [PDF - 1,63 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biooekonomie_kurzfassung.pdf)

  • Pflanzen als Rohstoffe für die Zukunft ID = 927

    Titelbild der Publikation

    Neue Wege für Landwirtschaft, Ernährung, Industrie und Energie

    2008, 44 Seiten
    Bestell-Nr.: 30343

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,27 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/rohstoff_pflanze.pdf)

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  • Forschungszentrum Jülich GmbH

    • Projektträger Jülich (PtJ), Bereich BIO
    • Dr. Rainer Büschges
    • 52425 Jülich
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    • E-Mail-Adresse: r.bueschges@fz-juelich.de