Forschungsoffensive gegen Produktpiraterie

Der Schutz vor Produktpiraterie gewinnt auch zunehmend im Investitionsgüterbereich an Bedeutung. So ist auch der Maschinen- und Anlagenbau in hohem Maße von unzulässigen Nachbauten betroffen. Schätzungen gehen von jährlichen Schäden bis ca. 5 Milliarden € sowie einem Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen aus. Angesichts der Schlüsselposition dieser Industrie ist es notwendig, wirkungsvolle Mechanismen für den präventiven Schutz zu erforschen und den betroffenen und gefährdeten Unternehmen zugänglich zu machen.

Neben gesetzlichen Schutzrechten fehlen vielen produzierenden Industrieunternehmen systematische Vorgehensweisen für den Schutz der eigenen Produkte und Produktionsprozesse, um sich wirkungsvoll gegen die zunehmende Produktpiraterie zu schützen. Ein umfassender Schutz lässt sich oft nur durch eine Integration von z. B. konstruktiven, produktionsbezogenen und IT-basierten Ansätzen erreichen. Die Forschungsoffensive gegen Produktpiraterie soll deshalb insbesondere mittelständischen Unternehmen helfen, sich besser gegen Fälscher und Kopierer zu schützen.

Forschung

  • Gestaltung von Produkten und Entwicklungs-, Entstehungs- und Vertriebsprozessen, die einen Nachbau erschweren.
  • Kennzeichnung von Produkten und Systeme zur Überwachung von Verfolgung.
  • Entwicklung von umfassenden Schutzkonzepten.
  • Innovationsplattform zur Förderung von Prävention gegen Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie.

Ziele

  • Das BMBF fördert Forschungsprojekte die Lösungen suchen, wie Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteile so konstruiert werden können, dass es nahezu unmöglich ist, sie nachzuahmen. Außerdem müssen Entwicklung, Herstellung und Vertrieb so organisiert werden, dass weder Produkt- noch Prozesswissen leicht zugänglich ist.
  • Es sollen weiterhin Verfahren für eine wirtschaftliche und fälschungssichere Kennzeichnung und Authentifizierung von Produkten und Prozessen entwickelt werden.
  • Es sollen darüber hinaus Lösungen für eine Verknüpfung einzelner technischer, organisatorischer und rechtlicher Möglichkeiten zu umfassenden Schutzkonzepten entwickelt werden.
  • Um die erwarteten vielfältigen Aktivitäten der Verbundprojekte zu konzentrieren wurde die Beleitmaßnahme "ConImit - Contra Imitation" eingerichtet mit dem Ziel einen wirkungsvollen Transfer der Maßnahmen und Prozesse gegen Produktpiraterie in der Industrie zu fördern. Die Innovationsplattform besteht aus einem Netzwerk von Partnern, die über Methoden und Wissen im Bereich des präventiven Plagiatschutzes verfügen, aus Kommunikations- und Kooperationsmechanismen sowie einer Internet-basierten Informationsplattform.

Ergebnisse

In der Voruntersuchung "Plagiatschutz: Handlungsspielräume der produzierenden Industrie gegen Produktpiraterie" wurden notwendige Maßnahmen und erste Ergebnisse zusammengefasst. Diese Untersuchung trägt zur Aufklärung der Unternehmen vor Produktpiraterie bei, so dass sie sich bei der Entwicklung neuer Produkte einschließlich der zugehörigen Prozessabläufe bewusst werden, welchem Piraterierisiko ihr Produkt ausgesetzt ist: Die Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Bedrohung durch Produktpiraterie nimmt zu.
  • Die Produktpiraterie verursacht wirtschaftliche Schäden.
  • Produktpiraterie ist ein dynamischer Prozess -ehemalige Produktpiraten können zu ernsthaften Konkurrenten werden.
  • Juristischer Schutz alleine ist nicht ausreichend.
  • Interdisziplinäres, unternehmensübergreifendes Vorgehen ist notwendig.
  • Tatsächlicher Schutz gegen Produktpiraterie wird durch systematischen und stra-tegiekonformen Methodeneinsatz erreicht.
  • Schutz vor Produktpiraterie ist auch eine Aufgabe des Managements und muss im gesamten Unternehmen gelebt werden.
  • Produktpiraterie bekämpfen ist gemeinsame Aufgabe von Unternehmen, Behör-den, Verbänden, Politik und Wissenschaft.
  • Bekannte Methoden zur Produkt-, Prozess- und Informationsgestaltung müssen für den Schutz vor Produktpiraterie stetig weiterentwickelt werden.
  • Neue innovative Schutzansätze und -methoden sind dringend erforderlich

English version of this page
(URL: http://www.bmbf.de/en/12095.php)

Ansprechpartner

  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    • Projektträger Karlsruhe, Produktion und Fertigungstechnologien (PTKA-PFT)
    • Sekretariat
    • Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
    • 76344 Eggenstein-Leopoldshafen
    • Telefonnummer: 0721/608-25281
    • Faxnummer: 0721/608-25456
    • E-Mail-Adresse: info@ptka.kit.edu
    • Homepage: http://www.produktionsforschung.de
    • Laufende Vorhaben: http://foerderportal.bund.de/foekat/foekat/foekatliste$v_foekat_webliste.actionquery?P_APC_LFDVOR=J&P_APC_RESSORT=BMBF&P_APC_PT=PTKA&P_APC_REF=512&Z_CHK=0
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    • Projektträger Karlsruhe, Produktion und Fertigungstechnologien (PTKA-PFT), Außenstelle Dresden
    • Hallwachsstraße 3
    • 01069 Dresden
    • Telefonnummer: 0351 4633 1435
    • Faxnummer: 0351 4633 1444
    • E-Mail-Adresse: heike.blumentritt@kit.edu
    • Homepage: http://www.produktionsforschung.de
    • Laufende Vorhaben: http://oas2.ip.kp.dlr.de/foekat/foekat/foekatliste$v_foekat_webliste.actionquery?P_APC_LFDVOR=J&P_APC_RESSORT=BMBF&P_APC_PT=PTKA&P_APC_REF=512&Z_CHK=0
  • BMBF - Referat 512

    • Produktionssysteme und -technologien
    • Heinemannstr. 2
    • 53175 Bonn
    • Telefonnummer: +49 (0)228/ 9957-3883
    • Faxnummer: +49 (0)228/ 9957-83883
    • E-Mail-Adresse: hermann.riehl@bmbf.bund.de
    • Laufende Vorhaben: http://foerderportal.bund.de/foekat/foekat/foekatliste$v_foekat_webliste.actionquery?P_APC_LFDVOR=J&P_APC_RESSORT=BMBF&P_APC_REF=512&Z_CHK=0