
Die Bundesregierung hat eine Wachstumsphase für Forschung und Innovation in Deutschland eingeleitet. Das ist das Fazit der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in ihrem vierten "Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands". Es wurde am 23. Februar 2011 in Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesforschungsministerin Annette Schavan übergeben.
Der Anteil der gesamten Aufwendungen von Unternehmen und öffentlicher Hand für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2009 rund 2,8 Prozent. Dies ist gegenüber 2007 (2,53 Prozent) und 2008 (2,68 Prozent) eine deutliche Steigerung. Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung liegt damit die FuE-Intensität Deutschlands wieder über derjenigen der USA.
Der in vielen anderen Industriestaaten sehr deutliche Rückgang der Forschungsausgaben infolge der Krise ist laut Gutachten in Deutschland nur schwach ausgefallen. Die staatlich finanzierte Forschung an Universitäten und Instituten blieb von Kürzungen sogar völlig verschont. Mit einem Ausgabenzuwachs für Forschung und Innovation von 5,9 Prozent im Jahre 2009 hat der Staat die gesunkenen Investitionen der Wirtschaft mehr als ausgeglichen und für einen Zuwachs der gesamten deutschen FuE-Aufwendungen auf 66,7 Milliarden Euro gesorgt. Der staatliche Anteil daran stieg somit von 30,7 auf 32,3 Prozent.
Die Kommission begrüßt außerdem ausdrücklich die im Juli 2010 vorgelegte neue "Hightech-Strategie 2020" der Bundesregierung. Die dadurch festgelegten Aufgabenfelder entsprächen den Stärken des deutschen Innovationssystems: Klima/Energie, Gesundheit/Ernährung, Sicherheit, Kommunikation und Mobilität. "Die Expertenkommission befürwortet die Ausrichtung auf eine missionsorientierte Innovationspolitik, die stärkere Bündelung und den eingeleiteten Strategieprozess", heißt es in dem Gutachten.
Für entscheidend halten die Wissenschaftler vor allem die Neuausrichtung der Automobilbranche auf elektrische Antriebe. Es sei richtig, so schreiben sie, dass die Regierung ihre Förderpolitik geändert habe: Deutschland nicht mehr als Leitmarkt, sondern als Leitanbieter für marktfähige Elektrofahrzeuge. Es ist also nicht mehr das Ziel, als erstes Land eine besonders hohe Dichte an zugelassenen Elektrofahrzeugen vorzuweisen, sondern den Weltmarkt mit diesen zu versorgen. Bundesministerin Schavan kündigte an, dass die Bundesregierung das Gutachten sorgfältig prüfen und im Sommer im Zwischenbericht zur Hightech-Strategie 2020 dazu Stellung nehmen werde.
Das Bundeskabinett hat am 19. Mai 2010 den zweiten Bundesbericht Forschung und Innovation (BuFI) verabschiedet, der umfassend über die Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik der Bundesregierung, der Länder und der EU informiert. Er zeigt: Die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland haben deutlich an Dynamik gewonnen.
Der Bundesbericht Forschung und Innovation (BuFI) ist das Standardwerk zur Forschungs- und Innovationspolitik Deutschlands. Er stellt übersichtlich und hochaktuell die verschiedenen Elemente des deutschen Forschungs- und Innovationssystems mit ihren Daten und Fakten vor.
Der BuFI wird dem Deutschen Bundestag alle zwei Jahre vorgelegt. Er nimmt Bezug auf die Ergebnisse der unabhängigen Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), die die Bundesregierung zu Fragen der Forschungs-, Innovations- und Technologiepolitik wissenschaftlich berät. Ihr aktuelles Gutachten hat die EFI am 24. Februar 2010 an Frau Bundeskanzlerin Merkel übergeben. "Die Experten bestätigen uns in unserem Innovations- und Wachstumskurs nachdrücklich", sagte Ministerin Schavan. "Sie unterstreichen die hohe Bedeutung von Bildung und Forschung in den Plänen der Bundesregierung."
Der BuFI 2010 zeigt: Die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland haben deutlich an Dynamik gewonnen. So stiegen die Bundesausgaben zwischen 2005 und 2008 um 1,9 Milliarden Euro (21 Prozent). Und auch die Wirtschaft hat trotz der Unsicherheit durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Aufwendungen von 2005 bis 2008 um etwa 19 Prozent (7,4 Milliarden Euro) erhöht.
Diese Investitionen zahlen sich aus: Der Anteil forschungsintensiver Produkte und Dienstleistungen an der Wertschöpfung ist heute mit mehr als 45 Prozent in keinem anderen Industrieland höher als in Deutschland. Die Anzahl von Publikationen und Patenten ist seit dem Jahr 2000 um jeweils 20 Prozent gestiegen.
Die Schwerpunkte auf der internationalen FuE-Landkarte verschieben sich. Die globalen Ausgaben für FuE haben sich seit 1997 verdoppelt. Einige Länder gewinnen deutlich an Boden, andere Länder verlieren im Rennen um Forschung, Entwicklung und neue Märkte. Deutschland gehört wieder zu einer Spitzengruppe von Ländern mit einer sehr hohen FuE-Intensität. 2008 betrug der Anteil der FuE-Aufwendungen Deutschlands am Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen des BMBF circa 2,64 Prozent.
Um den guten Platz Deutschlands zu verteidigen, wird die Bundesregierung die strukturellen Reformen im Forschungs- und Innovationssystem fortführen. Sie wird Bildung und Wissenschaft dynamischer gestalten, die Hightech-Strategie für Deutschland weiterführen und Wissenschaft und Forschung stärker internationalisieren.
Angesichts der Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten gilt jetzt erst recht: Deutschland muss in FuE investieren, um den Standort zu sichern und damit den zukünftigen Wohlstand der Gesellschaft.

Abstract
2010, 72 Seiten
Bestell-Nr.: 30550
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Kurzfassung
2010, 72 Seiten
Bestell-Nr.: 30542
Download [PDF - 3,62 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bufi_2010_kurzfassung.pdf)

2010, 642 Seiten
Bestell-Nr.: 30545
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