
Im Mai 2010 legt die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag den zweiten Bundesbericht Forschung und Innovation vor, der umfassend über die Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik der Bundesregierung, der Länder und der EU informiert.
Der "Bundesbericht Forschung und Innovation" (BuFI) löst den "Bundesbericht Forschung" und den "Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit" ab und wird dem Deutschen Bundestag alle zwei Jahre vorgelegt. Das hatte der Deutsche Bundestag im Jahr 2006 im Rahmen einer Neuordnung der Berichterstattung zu Forschung und Innovation beschlossen.
Der BuFI nimmt Bezug auf die Ergebnisse der unabhängigen Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), die die Bundesregierung zu Fragen der Forschungs-, Innovations- und Technologiepolitik wissenschaftlich beraten und von 2008 an alle zwei Jahre ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vorlegt.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation hat ihr aktuelles Gutachten am 24. Februar 2010 an Frau Bundeskanzlerin Merkel übergeben.
"Die Experten bestätigen uns in unserem Innovations- und Wachstumskurs nachdrücklich", sagte Ministerin Schavan. "Sie unterstreichen die hohe Bedeutung von Bildung und Forschung in den Plänen der Bundesregierung." Die Innovationsforscher loben die Bundesregierung für den Ausbau ihrer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE). Deutschland habe sich in den vergangenen Jahren damit von den USA sowie bedeutenden EU-Ländern positiv abgesetzt. Mit der Hightech-Strategie sei die Forschungs- und Innovationspolitik effektiver geworden. Ministerin Schavan verwies darauf, dass gleichzeitig die Entwicklung von FuE in der Wirtschaft bis weit in die Wirtschafts- und Finanzkrise hinein durch eine hohe Dynamik geprägt war: Die Unternehmen steigerten ihre jährlichen Investitionen in FuE von 2005 bis 2008 um jährlich 7,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 19 Prozent.
Ministerin Schavan begrüßte die Forderung der Kommission nach stärkerer Fokussierung der Hightech-Strategie auf die zukunftsträchtigen Felder Klima/Energie, Gesundheit, Mobilität, Kommunikation und Sicherheit. Genau dies hat die Bundesregierung mit der Weiterentwicklung der Hightech-Strategie vor: "Wir konzentrieren uns auf Themen, zu denen Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland wichtige Beiträge leisten können", sagte sie. "Damit steigern wir auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft."
Die Kommission widerspricht der in der Vergangenheit oft vertretenen These einer innovationshemmenden "Versäulung" der Forschungslandschaft in Deutschland. In den vergangenen Jahren seien verstärkte Kooperationen und tragfähige Modelle der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Wissenschaftseinrichtungen entstanden. Ministerin Schavan verwies in diesem Zusammenhang auf die von der Bundesregierung beschlossene Fortschreibung der Exzellenzinitiative, des Hochschulpakts und des Paktes für Forschung und Innovation. "Deutschland ist ein attraktiver Wissenschaftsstandort, der durch diese drei Pakte nachhaltig gestärkt wird", sagte die Ministerin. Auch bei der Umsetzung der Bologna-Reformen sei Deutschland auf einem guten Weg. "Wir haben den Korrekturbedarf erkannt - und werden gemeinsam mit den Ländern daran arbeiten, ihn umzusetzen."
Der Expertenkommission Forschung und Innovation gehören international ausgewiesene Innovationsforscherinnen und -forscher an.
Vorsitzender ist Prof. Dietmar Harhoff, stellvertretende Vorsitzende ist Frau Professor Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner:
Professor Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, KfW-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurial Finance an der Technischen Universität München, Professorin für Betriebswirtschaftslehre;
Professor Jutta Allmendinger, Ph.D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin; Professorin für Soziologie an der Humboldt-Universität Berlin;
Prof. Dr. Alexander Gerybadze, Leiter der Forschungsstelle Internationales Management und Innovation sowie Professor für Betriebswirtschaft an der Universität Hohenheim;
Professor Dietmar Harhoff, Ph.D., Vorstand des Instituts für Innovationsforschung, Technologiemanagement und Entrepreneurship der Ludwig-Maximilians-Universität München; Professor für BWL;
Professor em. Dr. Joachim Luther, ehemaliger Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und Professor für Physik an der Universität Freiburg.
Professor Dr. Patrick Llerena, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Louis Pasteur, Strasbourg/Frankreich
Weitere Informationen zur Expertenkommission Forschung und Innovation unter www.e-fi.de.

2008, 618 Seiten
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