Alleingelassen

Englisch lernen per Fernunterricht? Das ist eine gute Alternative zum Sprachkurs, denn so kann man Lernzeiten und -tempo selbst bestimmen. Doch fordert diese Lernform Disziplin und Ausdauer. Die STIFTUNG WARENTEST wollte wissen, wie gut man Englisch per Fernunterricht lernen kann und hat sechs Anbieter getestet.

Untersuchung

Ein Englisch-Fernkurs hat viele Vorteile: Die Teilnehmer sind zeitlich und räumlich unabhängig von ihrem Lehrinstitut und können Vokabeln oder Grammatik büffeln, wann und wo es ihnen am besten passt. Die Lehrbriefe werden regelmäßig per Post oder Mail zugeschickt. Aber diese Lernform hat auch Nachteile: Wer "aus der Ferne" lernt, hat keinen Klassenverband und meist keinen Kontakt zu seinen "Mitschülern" - er lernt allein. Ob man auf diese Weise gut Englisch lernen kann, hat die STIFTUNG WARENTEST getestet. Sechs Lehrgänge für Anfänger ohne Präsenzphase wurden untersucht. Die Kurse dauerten zwischen neun und 14 Monate und kosteten zwischen 528 und 1.386 Euro.

Qualitätskriterien

Geschulte Testpersonen haben zwei Monate lang an einem Englisch-Fernkurs ohne Präsenzphasen teilgenommen. Das Kursgeschehen wurde mithilfe von Fragebögen und Protokollen dokumentiert und ausgewertet. Die fachliche Qualität des Fernkurses war ein wichtiges Prüfkriterium. Neben den Lehrmaterialien stand hier auch die fachliche Betreuung während des Kurses im Fokus. Außerdem  wurden das Informationsgespräch vor Lehrgangsbeginn, die Vertragsbedingungen, der Service und das Info-Material des Anbieters getestet. 

Ergebnisse

Mit keinem Anbieter im Test kann man das Englischsprechen gut lernen. Das Lehrmaterial war häufig nicht "up-to-date". Vor allem aber fehlte ein kontinuierlicher persönlicher Ansprechpartner bei Fragen und Problemen. Auch die Eingangsgespräche vor der Kursbuchung ließen zu wünschen übrig. Häufig verwiesen die Kontaktpersonen auf das schriftliche Informationsmaterial, anstatt auf Fragen einzugehen. 

Verbrauchertipps

Einige Fernlehrinstitute bieten unentgeltliche Probelektionen an. Das heißt: Noch vor Vertragsabschluss erhalten Interessierte den ersten Lehrbrief und können dann in Ruhe entscheiden, ob ein Fernkurs für sie in Frage kommt. Werden keine Probelektionen angeboten, haben Fernlerner das Recht, innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der ersten Lieferung des Lehrmaterials den Vertragsabschluss zu widerrufen.

Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie hier