Weitere GUS-Staaten

Die weiteren GUS-Staaten mit denen eine vielfältige Zusammenarbeitet stattfindet sind Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisien, Moldau, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Weißrussland. Dazu gehört auch Georgien, das 2008 aus dem GUS-Verbund ausgetreten ist. Vor allem die Zusammenarbeit mit den zentralasiatischen Ländern wird in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Besonders hervorzuheben ist die EU-Zentralasientrategie, für deren Ausgestaltung sich die deutsche Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 stark gemacht hat.

Politischer Rahmen der Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Neben den engen Beziehungen zur Russischen Föderation und der Ukraine sind mannigfaltige Wissenschaftskooperationen auf individueller und institutioneller Ebene mit Partnern in den weiteren GUS-Staaten  und Georgien (Georgien ist im Sommer 2008 aus der GUS ausgetreten) hervorzuheben. Insbesondere die zentralasiatischen Länder (Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan) rücken zunehmend in den Fokus europäischer und internationaler Politik. Die Bundesregierung hat vor diesem Hintergrund im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 eine EU-Zentralasienstrategie auf den Weg gebracht. Diese legt erstmals politische Leitlinien für ein verstärktes europäisches Engagement in Zentralasien fest. Vor allem der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit mit den zentralasiatischen Ländern  kommt hier eine besondere Bedeutung zu.

Einzelne Nationen wie Kasachstan haben eine hohe wirtschaftliche Wachstumsdynamik und werden verstärkt in den Ausbau der nationalen Forschung investieren. Ziel des BMBF ist es, diese Chancen für den Ausbau der Wissenschaftskooperation mit der Region zu nutzen. Aber auch der Ausbau der Wissenschaftskooperation mit jenen GUS-Staaten, die zu den Zielländern der Östlichen Partnerschaft gehören (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldau und Weißrussland) ist von zentralem Interesse des BMBF. 

Grundlagen und Schwerpunkte der Kooperation

Rechtliche Grundlage der Zusammenarbeit mit den GUS-Staaten und Georgien ist nach wie vor das WTZ-Abkommen, dass die Bundesrepublik Deutschland 1987 mit der damaligen Sowjetunion geschlossen hat. Durch gemeinsame Erklärungen mit Weißrussland 1996 und Usbekistan 1998 wurde der Wille zur Zusammenarbeit mit beiden Ländern auf der Grundlage dieses Abkommens bekräftigt. 2008 hat das BMBF mit der Akademie der Wissenschaften der Republik Moldau ein Memorandum unterzeichnet, in dem eine Vertiefung der Zusammenarbeit in Forschung und Bildung vereinbart wurde. Eine erste gemeinsame Bekanntmachung zur Förderung gemeinsamer Projekte zwischen deutschen und moldauischen Wissenschaftler/innen wurde ebenfalls im Frühjahr 2008 veröffentlicht.
 
Es werden insbesondere Anträge in folgenden thematischen Schwerpunkten unterstützt:

Umwelt und Nachhaltigkeit

  • Wasserressourcenmanagement 
  • Umwelttechnologien 
  • Desertifikation 
  • Biodiversität

Geotechnologien

  • Ressourcenexploration
  • CO2-Speicherung 
  • Naturgefahren

Gesundheitsforschung und Biowissenschaften

  • Infektionskrankheiten: Überwachung, Detektion, Prävention
  • Phytochemie (pharmazeutische Produkte) 
  • Biotechnologie: insbesondere grüne Biotechnologie/nachwachsende Rohstoffe

Chemische Technologien

  • Katalyseforschung

Beispiele der Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie

In Kasachstan unterstützt das BMBF im Rahmen des Programms "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland" gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt. die Deutsch-Kasachische Universität (DKU). Die DKU unterhält derzeit 14 Studiengänge vor allem im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie der Ingenieurswissenschaften. Während seines Staatsbesuches im September 2008, der unter dem Leitthema "Bildungsbrücken in das Herz Zentralasiens" stand hat auch Bundespräsident Köhler die DKU besucht  Das BMBF fördert die DKU mit 3 Mio. € Zwischen 2008 und 2011 werden an der DKU 9 Bachelor- und Masterstudiengänge durchgeführt.

Zur Stärkung der Hochschulkooperation zwischen Deutschland und Kasachstan hat das BMBF im Oktober 2008 auch die Durchführung des 1. Deutsch-Kasachischen Hochschulforums in Almaty unterstützt. Das Hochschulforum wurde von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und dem Verband der Hochschulen der Republik Kasachstan organisiert.

Seit Frühjahr 2009 hat das BMBF die Projektleitung eines Twinning-Projektes zum Thema "Capacity Enhancement for Implementing Bologna Action Lines in Georgia" inne,  das im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik von der EU finanziert wird.

Derzeit fördert das BMBF die dritte Phase des Verbundprojektes (2007-2011) im Bereich der Entwicklungsforschung/Nachhaltigkeit zur ökonomischen und ökologischen Umstrukturierung der Land- und Wassernutzung in der Region Khorezm in Usbekistan. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Uni Bonn (ZEF) dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der UNESCO statt. Mit diesem Projekt sollen die Grundlagen für eine moderne und umweltschonende Landwirtschaft im Aralseegebiet geschaffen und damit der Trinkwasserknappheit der Bevölkerung in Folge der zunehmenden Versteppung dieses Gebietes entgegen gewirkt werden .
Im Oktober 2008 fand der erste deutsch-usbekische Workshop zur Pflanzenbiotechnologie statt. Ziel des Workshops war der Informationsaustausch über die jeweiligen Forschungsschwerpunkte und die Sondierung möglicher Themenschwerpunkte für zukünftige Kooperationen zwischen einzelnen Instituten. Die zentralasiatische Flora bietet ein großes Reservoir an Pflanzen mit einem großen, zum Teil noch unerforschten Potenzial zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Darüber hinaus ist Zentralasien die Ursprungsregion und das Diversitätszentrum zahlreicher, weltweit angebauter Kulturpflanzen und verfügt über ein großes Reservoir an pflanzengenetischen Ressourcen (alte Sorten von Nutzpflanzen, sowie verwandte Wildsorten), die zur Entwicklung neuer Varietäten genutzt werden können. Zentralasien verfügt über spezifische klimatische Bedingungen (Niederschläge, Trockenheit, Temperaturen, Bodenfeuchtigkeit), die ideal für die Erforschung neuer Pflanzenvaritäten sind.

Weitere Beispiele für Kooperationsprojekte, die durch das BMBF unterstützt werden, sind:

  • Kooperation in Lasertechnologien mit Kasachstan (F+E Technologiebroker Bremen GmbH/ Nationale Kasachische Al-Farabi-Universität)
  • Entwicklung fernerkundungsbasierter Technologien und institutioneller Kapazitäten zum Monitoring und Management von Land- und Wasserressourcen in Zentralasien (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt /diverse zentralasiatische Partner)
  • Ökosystemleistungen und nachhaltige Nutzung von Auenökosystemen der Trockengebiete Zentralasiens (Universität Greifswald/ Wüsteninstitut Turkmenistan
  • Aufbau einer Mykobakterien-Datenbank zur interdisziplinären Untersuchung multiresistenter Tuberkulosestämme in Georgien und Armenien (Koch-Metschnikow-Forum/Nationales Referenzlabor für Tuberkulose in Georgien)
  • Nachhaltige umweltverträgliche dezentrale technische Infrastruktur für entlegene touristisch genutzte Gebiete in osteuropäischen Schwellenländern am Beispiel des Borjomi-Nationalparks in Georgien (Knoten Weimar GmbH/ Georgische Agrar-Universität)
  • Neuartige polymergebundene Organo-Stereoselektoren aus erneuerbaren Ressourcen: Synthese und Applikation in der Asymmetrischen Katalyse (Universität Erlangen,/Institut für Chemie der Akademie der Wissenschaften der Republik Moldau)

Hervorzuheben ist darüber hinaus,  dass sich das BMBF auch in der Koordinierung der multilateralen  Zusammenarbeit auf europäischer Ebene mit den zentralasiatischen Ländern engagiert.  Durch sein Internationales Büro ist das BMBF am  EU-Projekt "S&T International Co-operation Network for Eastern European and Central Asian Countries", IncoNet EECA beteiligt. Zentrales Ziel dieses INCO-NETs ist die Etablierung eines Politik-Dialogs in Forschung und Entwicklung zwischen den Ländern der EU mit seinen osteuropäischen Nachbarn und Zentralasien, sowie die bessere Einbindung der Wissenschaftler aus der Region in den europäischen Forschungsraum.

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Ansprechpartner

  • Internationales Büro des BMBF beim DLR e.V.

    • Zentralasien, Südkaukasus, Moldau, Weißrussland
    • Dr. Kirsten Kienzler
    • Heinrich-Konen-Str. 1
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    • Telefonnummer: +49 228 3821-1458
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