Zwei Ada-Fernlehrgänge "mangelhaft"

Wer in Deutschlands Betrieben und im öffentlichen Dienst junge Menschen ausbilden will, muss ab August 2009 seine fachliche und persönliche Eignung dafür in einer Prüfung nachweisen. Die Stiftung Warentest hat zwölf Fernlehrgänge zur Ausbildung der Ausbilder (Ada) untersucht. Fazit: Ada-Fernlehrgänge sind für Ausbilder in spe eine gute Alternative. Allerdings sollten sie sich vor der Buchung eines Lehrgangs über die Betreuungsleistungen der Lehrgangsanbieter informieren.

Untersuchung

Bis zum Jahr 2003 mussten alle Ausbilder in Betrieben und Verwaltungen die Ausbilder-Eignungsprüfung ablegen. Um mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ausgesetzt und damit auf die Prüfung verzichtet. Da diese Maßnahme nicht den erwünschten Erfolg brachte, wird die AEVO ab August 2009 in modifizierter Form wieder in Kraft treten und die Prüfung wieder Pflicht. Bereits jetzt büffeln rund 44.000 Menschen jährlich für die Ausbildereignungsprüfung - diese Zahl dürfte mit der Wiedereinführung der AEVO erheblich zunehmen. Die Stiftung Warentest hat alle zwölf auf dem Markt befindlichen Fernkurse zur Prüfungsvorbereitung getestet.

Qualitätskriterien

Untersucht wurden zwölf Fernlehrgänge zum Thema "Ausbildung der Ausbilder". Jeweils drei Experten haben die Lehrmaterialien geprüft und mithilfe eines Erhebungsbogens bewertet. Auch die Kundeninformationen und allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden begutachtet. Außerdem hat je eine vorab geschulte Testperson am Lehrgang teilgenommen und die Lehrgangsprozesse anhand von Protokollen und Fragebögen erfasst.

Ergebnisse

Ada-Fernlehrgänge sind eine Alternative für Ausbilder in spe, die berufsbegleitend lernen möchten und mit der Lehrform des Fernlernens gut zu recht kommen. Um die Lernmotivation auf Dauer zu erhalten, sind beim Fernlernen Betreuungs- und Unterstützungsleistungen von Seiten der Anbieter ein Muss, etwa feste Ansprechpartner im Lehrinstitut und Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Lernenden. Doch diese Notwendigkeiten erfüllten nicht alle Anbieter. Der beste Fernkurs im Test war das IHK-Bildungshaus Schwaben, das das Qualitätsurteil "gut" erzielte und als einziger Fernkurs eine "sehr gute" fachliche Qualität bot. Zwei Kurse offerierten nicht die vorgeschriebene Präsenzphase und wurden deshalb "mangelhaft" bewertet.

Verbrauchertipps

Wer zeitlich und örtlich unabhängig sein möchte, kann in einem der zwölf bundesweiten Fernkurse büffeln. Jedoch sollte man vor der Buchung auf die Betreuungsleistungen der Lehrgangsanbieter achten und vor Kursbeginn beim jeweiligen Anbieter nach Ansprechpartnern und Austauschmöglichkeiten fragen.

Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie hier