Forschung
Zwei männliche Mediziner beraten sich

Strukturinnovation für die Hochschulmedizin

Medizinische Forschung ist oft eng mit der Krankenversorgung verbunden. Daher unterliegt sie Zwängen, die für außerklinische Forschung nicht bestehen. Um sie dennoch möglichst effektiv zu gestalten, muss die medizinische Forschung durch strukturelle Verbesserungen neue Freiräume gewinnen.

Leistungsfähigkeit und Wirkungsgrad von Forschung sind bei weitem nicht nur von den verfügbaren Ressourcen abhängig. Sie sind ganz wesentlich auch eine Frage der Strukturen, in denen Forschung organisiert ist, und der Mechanismen, die die Verteilung der Ressourcen regeln. Gerade die medizinische Forschung ist aufgrund ihrer engen Verbindung mit Aufgaben der Krankenversorgung vielfach in Strukturen und Mechanismen eingebunden, die für eine Entfaltung der Forschungspotenziale keine guten Voraussetzungen bieten. Im Rahmen des Gesundheitsforschungsprogramms werden deshalb auch Maßnahmen gefördert, die notwendige strukturelle Änderungen befördern oder anstoßen.

Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)

Mit den Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) fördert das BMBF in wichtigen Krankheitsbereichen die engere Verknüpfung von Forschung und Patientenversorgung. Die Zentren sollen das Profil der Medizinischen Fakultät und des zugehörigen Universitätsklinikums prägen. Damit wird der Austausch zwischen grundlagenbezogener und patientenbezogener klinischer Forschung gestärkt.

Ein Ziel ist die stärkere Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern durch frühe eigenständige Arbeit und durch attraktivere berufliche Perspektiven. Entwickelt werden müssen geeignete fächerübergreifender Organisationsstrukturen, die diese Ziele wirksam befördern. Exzellente Grundlagenforschung sowie einschlägige Erfahrungen in der patientenorientierten Forschung sind grundlegende Bedingungen für ein IFB.

Im Rahmen von zwei Förderrunden wurden Anträge von medizinischen Fakultäten und Hochschulkliniken durch renommierte ausländische und deutsche Wissenschaftler begutachtet. Insgesamt werden acht Kandidaten gefördert:

  •  Centrum für Schlaganfall-Forschung Berlin (CSB), Charité Universitätsmedizin Berlin
  • Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx), Medizinische Hochschule Hannover
  • Centrum für Chronische Immundefizienz - CCI, Universitätsklinikum Freiburg
  • Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum für Schwindel, Gleichgewichts- und Okulomotorikstörungen, LMU München
  • Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas-Erkrankungen, Universität Leipzig
  • Integriertes Forschung- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen, Universitätsklinikum Jena
  • Center für Thrombose und Hämostase (CTH), Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Integriertes Forschung- und Behandlungszentrum Prävention der Herzinsuffizienz und ihrer Komplikationen, Universitätsklinikum Würzburg

Für die erste fünfjährige Förderphase erhält jede geförderte Universität bis zu 25 Millionen Euro.

Kompetenznetze in der Medizin

Eine Maßnahme zur überregionalen Bündelung von Kompetenzen zu einem festen Krankheitsbereich ist der Aufbau von Kompetenznetzen in der Medizin. Das BMBF hat die Kompetenznetze Ende der 90er Jahre initiiert, da es in Deutschland zwar eine hohe Kompetenz in der medizinischen Forschung gibt, diese jedoch verstreut und wenig sichtbar ist. Es dauert noch immer im Schnitt rund zehn Jahre, ehe Ergebnisse der Forschung tatsächlich beim Patienten am Krankenbett ankommen. Aber auch in umgekehrter Richtung läuft der Informationstransfer nur unzureichend. So werden drängende Fragen aus dem medizinischen Alltag nicht im ausreichenden Maße als Forschungsfragen aufgegriffen.

22 Kompetenznetze wurden oder werden durch das BMBF gefördert - zu Erkrankungen, die durch großes Leid für die Patienten und durch hohe Kosten für das Gesundheitssystem gekennzeichnet sind. Insgesamt stellt das BMBF für die 17 Netze der ersten Generation rund 225 Millionen Euro zur Verfügung. Die 17 Kompetenznetze in der Medizin haben sich als überaus erfolgreiches Fördermodell erwiesen. Die durch sie geschaffenen Strukturen gilt es mit den neuen "Krankheitsbezogenen Kompetenznetzen" zu nutzen, weiterzuentwickeln und vor allem zu flexibilisieren. Für die fünf "Krankheitsbezogenen Kompetenznetze" zu den Themen Degenerative Demenzen, Adipositas, Diabetes, Asthma/COPD und Multiple Sklerose werden bis 2012 ca. 46 Mio. Euro bereitgestellt.

Zahlreiche Ergebnisse dieser Fördermaßnahme sind in der BMBF-Broschüre "Von der Forschung in die Versorgung - Kompetenznetze in der Medizin" dargestellt.

Aufbau der medizinischen Forschung in den Neuen Bundesländern

Die Förderung der klinischen Forschung in Ostdeutschland durch das BMBF in einer gesonderten Maßnahme begann unmittelbar nach der Wiedervereinigung auf der Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrats von 1991 zur Hochschulmedizin in den neuen Bundesländern. Das Ziel bestand darin, den Aufbau einer leistungsfähigen klinischen Forschung an ostdeutschen Hochschulen zu fördern und damit zu einer einheitlichen und differenzierten Forschungslandschaft beizutragen. Die Förderung erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Maßnahmen (NBL 1, 2, 3) zwischen 1991 und 2008. Insgesamt wurden mehr als 150 Mio. Euro dafür eingesetzt.

Während der ersten beiden Förderstufen (NBL1, NBL 2) standen die Verbesserung von methodischem Know-how und der modellhafte Aufbau eigenständiger Forschungsstrukturen in Schwerpunktbereichen im Vordergrund. Das Ziel der dritten Stufe "Verbesserung der Leistungsfähigkeit der klinischen Forschung an den medizinischen Fakultäten der neuen Bundesländern einschließlich Berlin (Charité)" besteht darin, innerhalb der geförderten Fakultäten innovative fakultätsinterne Prozesse zu unterstützen, die zu einer effizienteren Nutzung der für die Forschung bereitgestellten Ressourcen und zu einem Ausbau der vorhandenen wissenschaftlichen Stärken im Sinne einer Profilbildung führen.

Die Dokumentation des Abschlusssymposiums zu dieser Fördermaßnahme vom 10./11.05.2007 in Greifwald finden Sie hier: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/_media/Dokumentation_gesamt.pdf

  • Forschung

    Landkarte Hochschulmedizin

    Forschung, Lehre und Krankenversorgung in der Hochschulmedizin sind ein wichtiger Faktor für Gesundheit und Lebensqualität der Menschen in unserem Land. Die Transparenz in Forschung, Lehre und Krankenversorgung ist ein Mittel, um durch Wettbewerb zur Steigerung der Qualität beizutragen. Mit der Landkarte Hochschulmedizin werden Kapazitäten, Strukturen, inhaltliche Schwerpunkte und Forschungsergebnisse der Hochschulmedizin sichtbar gemacht. Zielgruppen der Landkarte sind neben dem Fachpublikum an den Medizinische Fachbereichen, Politik und Wirtschaft insbesondere auch all jene, die sich über den wissenschaftlichen Stand der Medizin informieren möchten.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/12021.php)

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Reden

  • 10.05.2012

    Fachkonferenz "Leben nach dem Schlaganfall"

    Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, MdB, anlässlich der Fachkonferenz "Leben nach dem Schlaganfall" am 10. Mai 2012 in Berlin

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Publikationen

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Ansprechpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

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