Bildung

7. Weiterbildung - Lernen im gesamten Lebenslauf

Weiterbildungsprämie, Regionale Weiterbildungsstrukturen stärken, Weiterbildungsallianz, Neue Erkenntnisse schneller für Weiterbildung nutzen, Chancen für kleine und mittlere Unternehmen verbessern...

Weiterbildungsprämie

Der kontinuierlichen Weiterbildung kommt im Berufsleben eine Schlüsselrolle zu. Mit der Bildungsprämie werden zwei wesentliche Zielsetzungen verfolgt: Sie soll die Bereitschaft zur Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen fördern, indem sie auch ihre Finanzierung ermöglicht.
Die Bildungsprämie besteht derzeit aus zwei Komponenten, die kumulativ anwendbar sind: dem Prämiengutschein und dem Bildungssparen

Komponente 1: Der "Prämiengutschein"
Einen Prämiengutschein erhalten Erwerbstätige, wenn ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen derzeit 25.600 Euro (oder 51.200 Euro bei gemeinsam Veranlagten) nicht übersteigt. Auch Mütter und Väter in Elternzeit oder Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer können einen Prämiengutschein bekommen.
Mit dem Prämiengutschein übernimmt die Bundesregierung 50% der Weiterbildungskosten, maximal jedoch 500 Euro. Der Prämiengutschein kann einmal jährlich unbürokratisch und schnell im Rahmen eines Beratungsgesprächs beantragt werden.

Komponente 2: Das "Weiterbildungssparen"
Mit dem "Weiterbildungssparen" wird im Vermögensbildungsgesetz (VermBG) eine Entnahme aus dem angesparten Guthaben erlaubt, um Weiterbildung zu finanzieren - auch wenn die Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist. Die Arbeitnehmerzulage geht dabei nicht verloren. Hier gelten keine Einkommensgrenzen: Jeder und jede Beschäftigte, der/die ein mit Arbeitnehmersparzulage gefördertes Ansparguthaben nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) hat, kann diese Komponente der Bildungsprämie in Anspruch nehmen. Damit können aufwändigere und oftmals längerfristige Weiterbildungsmaßnahmen leichter finanziert werden.

Wer sich über seine persönlichen Weiterbildungsmöglichkeiten informieren möchte oder entschlossen ist, eine Maßnahme in Anspruch zu nehmen, findet kompetente Ansprechpartner in seiner Nähe. Interessierte erhalten den Prämiengutschein ausschließlich im persönlichen Beratungsgespräch. Dies ist notwendig und sinnvoll, um ein auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes, passgenaues Weiterbildungsangebot zu finden, und die Förderkriterien zu prüfen.


Weitere Informationen finden Interessierte unter www.bildungspraemie.info

 

Regionale Weiterbildungsstrukturen stärken


"Lernen vor Ort - eine gemeinsame Initiative des BMBF mit deutschen Stiftungen"


Als zentralen Bestandteil der Qualifizierungsinitiative "Aufstieg durch Bildung" der Bundesregierung bringt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit einem Stiftungsverbund das Programm "Lernen vor Ort" auf den Weg.


"Lernen vor Ort" ist eine in dieser Dimension einzigartige öffentlich-private Partnerschaft, die - gefördert mit Mitteln des BMBF und kofinanziert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) - in den kommenden Jahren die Weichen für das Lernen im Lebenslauf in den Kommunen neu stellen soll. Seit 1. September 2009 entwickeln insgesamt 40 Kreise und kreisfreie Städte modellhaft kommunal getragene Bildungsmanagements in Kooperation mit relevanten regionalen Partnern. Die neuen übertragbaren Strukturen sollen dazu beitragen, "Bildung für alle" und zwar in allen Phasen des Lebens zu ermöglichen.
Die Stiftungen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Sie bringen ihre lokalen Netzwerke, fachliche Expertisen und Erfahrungen in der Bildungsinnovation ein, um Kommunen vor Ort innerhalb von Patenschaften zu begleiten und zu unterstützen. Zur bundesweiten Koordination des Stiftungsengagements hat sich ein Stiftungsverbund gegründet, der zur Zeit 36 Stiftungen umfasst. In der Gesamtheit der Aktivitäten sind bislang 119 Stiftungen mit dem Programm assoziiert.


Das Programm "Lernen vor Ort" beinhaltet vier grundlegende Handlungsfelder: "Kommunales Bildungsmanagement", "Kommunales Bildungsmonitoring", "Bildungsberatung" und Bildungsübergänge", welche von allen beteiligten Kommunen systematisch umgesetzt werden. Daneben werden von den Kommunen in jeweils zwei der folgenden weiteren Handlungsfelder: "Demographischer Wandel", Integration & Diversitätsmanagement", "Familienbildung / Elternarbeit", "Demokratie & Kultur" und "Wirtschaft, Technik, Umwelt & Wissenschaft" besondere Schwerpunkte gesetzt.
Weitere Informationen zum Programm finden sich unter http://www.lernen-vor-ort.info/.


 

Weiterbildungsallianz

Die berufliche Weiterbildung wird angesichts des demografisch bedingten Schulabgängerrückgangs, der längeren Lebensarbeitszeiten der Beschäftigten und der immer kürzeren Halbwertzeit des Wissens zunehmend wichtiger. Ein Bedeutungszuwachs von beruflicher Ausbildung zur beruflichen Weiterbildung zeichnet sich ab. Deutschland befindet sich bei der Weiterbildungsbeteiligung im internationalen Vergleich bislang noch im Mittelfeld, muss aber als auf Innovation und Entwicklung setzende, stärkste europäische Wirtschaft- und Exportnation in die Spitzengruppe aufrücken, um seine Führungsposition zu erhalten. Das BMBF will daher mit Ländern, Sozialpartnern und weiteren relevanten Akteuren im Rahmen einer beruflichen Weiterbildungsallianz geeignete Maßnahmen für die Zielgruppe der Arbeitnehmer/innen initiieren.  Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sollen dabei  in die Lage versetzt werden, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter auszubauen. Über die inhaltliche Ausgestaltung sowie die konkreten Kooperationsstrukturen der beruflichen Weiterbildungsallianz laufen gegenwärtig Gespräche mit den verschiedenen Akteuren.