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Wissenschaft
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Exzellenzinitiative für Spitzenforschung

Die Förderentscheidung in der dritten und letzten Runde der Exzellenzinitiative ist gefallen. Mitte Juni 2012 hat der Bewilligungsausschuss aus Wissenschaft und Politik insgesamt 39 Universitäten aus 13 Ländern ausgewählt: 45 Graduiertenschulen und 43 Exzellenzcluster konnten sich im wissenschaftsgeleitete Auswahlverfahren durchsetzen. Die Universitäten FU Berlin, HU Berlin, Bremen, Dresden, Köln, LMU München, TU München, Konstanz, Heidelberg, RWTH Aachen und Tübingen haben in der dritten Förderlinie mit ihren Zukunftskonzepten überzeugt.
Die Gutachterinnen und Gutachter hatten keine leichte Aufgabe. Viele gute Projekte hatten sich um eine Förderung beworben. Basierend auf den fachlichen Bewertungen von mehr als 550 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit internationaler Erfahrung hatte die Gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG)  und des Wissenschaftsrats eine Liste mit förderwürdigen Projekten vorgeschlagen.

Im Bewilligungsausschuss wurden diese Vorschläge in einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre diskutiert. Grundlage der Diskussion war der Konsens, dass die Kriterien der wissenschaftlichen Exzellenz, die Bund und Länder festgelegt hatten, für eine Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative maßgebend sind.

Durch den strengen Wettbewerb zahlreicher hervorragender Projekte konnten nicht alle Projekte mit guten Bewertungen zum Zuge kommen. Die Förderung der bewilligten Projekte beginnt im November 2012 und läuft über fünf Jahre.

Karte Deutschlands mit den eingezeichneten Graduiertenschulen, Exzellenzclustern, Zukunftskonzepten und Ko-Antragstellern gemäß der Entscheidung am 15. Juni 2012

©Deutsche Forschungsgemeinschaft

Dritte und letzte Runde der Exzellenzinitiative

Bereits am 4. Juni 2009 hatten die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten die Vereinbarung zur Fortschreibung der Exzellenzinitiative unterzeichnet. Um Neuanträgen und Fortsetzungsanträgen aus den ersten beiden Förderrunden eine gleichberechtigte Chance zu geben, wurde das Fördervolumen um 30 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2017 gesteigert. Bund und Länder wollen mit der Fortsetzung der Exzellenzinitiative den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern und Spitzenforschung an deutschen Hochschulen sichtbar machen. Mit der Fortschreibung wurden erstmals auch innovative Konzepte zur forschungsorientierten Lehre in der Begutachtung der Zukunftskonzepte berücksichtigt.

Mit der Veröffentlichung der Ausschreibung am 12. März 2010 leiteten die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) und der Wissenschaftsrat das zweistufige Auswahlverfahren der Exzellenzinitiative ein. Bis zum 1. September 2010 konnten die Hochschulen in Deutschland Skizzen für Neuanträge einreichen. Die DFG erhielt von 65 Hochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet insgesamt 227 Projektskizzen.

Am 2. März 2011 wurden von den eingegangenen 98 Skizzen für Graduiertenschulen 25 durch die Gemeinsame Kommission für die Einreichung eines Vollantrages ausgewählt. Bei den Exzellenzclustern waren es 27 von 107 eingereichten Skizzen, d.h. etwa jede 4. Skizze hat es in den beiden ersten Förderlinien in die nächste Runde geschafft. Bei den universitären Zukunftskonzepten waren 7 von 22 Skizzen erfolgreich, also etwa jede dritte Skizze.

Gemeinsam mit den ausgewählten Skizzen für Neuanträge konnten auch  die bereits in den ersten beiden Runden geförderten Projekte bis zum 1. September 2011 ihre Fortsetzungsanträge einreichen. Zum Stichtag waren insgesamt 143 Vollanträge bei der DFG eingereicht worden, davon 84 Fortsetzungsprojekte aus den ersten beiden Runden und die 59 Neuanträge. Diese Projekte verteilen sich auf die drei Förderlinien mit 63 Anträgen für Graduiertenschulen, 64 für Exzellenzcluster und 16 für Zukunftskonzepte. Lediglich für eine bereits geförderte Graduiertenschule wurde keine weitere Förderung beantragt, da diese, wie zuvor bereits angekündigt, in ein Exzellenzcluster integriert werden soll.

Auswahl- und Begutachtungsverfahren

Die Graduiertenschulen und die Exzellenzcluster wurden bis Ende Februar 2012 unter Federführung der DFG in 37 Panels von rd. 480 Wissenschaftler/innen begutachtet. Die Zukunftskonzepte wurden unter Federführung des Wissenschaftsrates vor Ort von Gutachtergruppen evaluiert. Dafür wurden rd. 200 Sachverständige rekrutiert. Etwa 80% aller Gutachter/innen kamen aus dem Ausland und sind aus internationaler Perspektive mit dem deutschen Hochschul- und Wissenschaftssystem vertraut. Anfang Mai wurden alle Entscheidungsvorlagen bzw. Bewertungsberichte der Fachgutachter/innen den Mitgliedern des Bewilligungsausschusses zur streng vertraulichen Behandlung zur Verfügung gestellt.

Nach zunächst getrennten Beratungen in der Fachkommission der DFG und der Strategiekommission des Wissenschaftsrates (12.-13. Juni 2012) sowie in der aus beiden gebildeten Gemeinsamen Kommission (14. Juni 2012) wurde die endgültigen Entscheidungen am 15. Juni im Bewilligungsausschuss für die Exzellenzinitiative getroffen.

Grafik zum Auswahlprozess der Exzellenzinitiative

©BMBFDas Auswahl- und Begutachtungsverfahren erfolgt nach einem vergleichbaren Schema wie in den ersten beiden Runden 2006 und 2007. Die Fachkommission, die die Entscheidungen über die Graduiertenschulen und Exzellenzcluster aus wissenschaftlicher und fachlicher Sicht vorbereitet, besteht aus insgesamt 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Strategiekommission, welche die Auswahl der Anträge in der Förderlinie "Zukunftskonzepte" vorbereitet, setzt sich aus sechs Mitgliedern der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates und sechs der Wissenschaftlichen Kommission nicht angehörenden Mitgliedern zusammen. Letztere werden vom Vorsitzenden des Wissenschaftsrates im Einvernehmen mit den aus der Wissenschaftlichen Kommission gewählten Mitgliedern der Strategiekommission berufen. Alle Mitglieder der Fachkommission und der Strategiekommission bilden die Gemeinsame Kommission.


Erst im Bewilligungsausschuss sind die für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder am Entscheidungsprozess beteiligt. Dieser Ausschuss setzt sich aus den 26 wissenschaftlichen Mitgliedern der Gemeinsamen Kommission sowie den Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsministern des Bundes (16 Stimmen) und den 16 Ländern (je eine Stimme) zusammen. Die Mitglieder der Gemeinsamen Kommission (mit je 1,5 Stimmen) halten zusammen mit 39 zu 32 die Stimmenmehrheit im Bewilligungsausschuss.  

Evaluation

Bereits in der Verwaltungsvereinbarung haben Bund und Länder die Evaluation der Exzellenzinitiative beschlossen. Die DFG und der Wissenschaftsrat werden der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) bis zum 30. Juni 2015 einen datengestützten Bericht über den Verlauf der Exzellenzinitiative vorlegen. Zusätzlich hat die GWK eine externe Kommission unter Beteiligung internationaler Expertinnen und Experten mit einer Evaluation des Programms und seiner Auswirkungen auf das deutsche Wissenschaftssystem beauftragt. Mit Herrn Professor Dr. Dieter Imboden, bis 2012 Präsident des Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, konnte ein international renommierter Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager zum Vorsitzenden der Expertenkommission gewonnen werden. Es sollen Auswirkungen sowohl auf geförderte als auch auf nicht geförderte Hochschulen dargestellt werden. Die Ergebnisse dieser Evaluation werden der GWK im Januar 2016 vorgelegt werden.

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