
Entscheidend für den langfristigen Erfolg der Biomasse ist aus Sicht der Verfasser allerdings, dass die Energieerzeugung nicht auf Kosten der Nahrungsmittelerzeugung sowie des Natur- und Klimaschutzes gehen darf. Damit das gelingt, sollten auf nationaler und auf internationaler Ebene verpflichtende Nachhaltigkeitsstandards eingeführt werden.
Darüber hinaus kommt es ganz entscheidend auf die Nutzungspfade sowie die verwendeten Technologien an. Den größten Beitrag zum Klimaschutz leistet die Bioenergie nach der Analyse des Beirates bei der Stromproduktion. Die Wirkung für den Klimaschutz ist hierbei ungefähr doppelt so groß wie beim Verkehr oder bei der reinen Wärmeerzeugung. Wegen ihres hohen Wirkungsgrades empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem die Kraft-Wärme-Kopplung.
Biokraftstoffe der ersten Generation wie Biodiesel aus Raps oder Bioethanol aus Mais sind für den Klimaschutz eher ungeeignet. Werden indirekte Landnutzungsänderungen berücksichtigt, dann können bei ihrer Nutzung sogar mehr Treibhausgase freigesetzt werden als bei der Nutzung fossiler Kraftstoffe. Auch Biokraftstoffe der zweiten Generation, bei denen die ganze oberirdische Pflanze verwendet wird, schneiden hier nicht besser ab. Daher sollten die Energieversorger bevorzugt auf Reststoffe wie Holzabfälle, Gülle oder Stroh setzen, da diese ideale Energieträger seien und ihre fachgerechte Nutzung kaum Risiken für Böden, Wasser oder Klima berge. Zudem stehen sie nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.
Die Wissenschaftler empfehlen, moderne Bioenergie gezielt gegen Energiearmut in Entwicklungsländern einsetzen. Die Chancen zur ländlichen Entwicklung, die sich durch Anbau von Energiepflanzen bieten, sollten genutzt werden. Als erster Schritt sollte die Bundesregierung gemeinsam mit den Partnerländern integrierte Strategien zur Nutzung von Bioenergie und Ernährungssicherung entwickeln.
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Hauptgutachten 2008 "Welt im Wandel: Zukunftsfähige Bioenergie und nachhaltige Landnutzung" (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/wbgu_jg2008.pdf)
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(URL: http://www.bmbf.de/pubRD/wbgu_jg2008_kurz.pdf)
[Presse]
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