
Alle jungen Menschen sollen eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben. Dabei müssen ihre Fähigkeiten voll erfasst werden, niemand darf zurückgelassen werden. Ziel von "JOBSTARTER - Für die Zukunft ausbilden" ist es deshalb, Unternehmen für die Ausbildung zu gewinnen und Jugendlichen einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu bieten. Das BMBF fördert mit JOBSTARTER bundesweit Innovationen in der beruflichen Bildung, darunter auch das Projekt "Kompetenz durch Betrieb und Schule" des Berufsbildungszentrums Schleswig. Es erprobt die Verzahnung von schulischer und betrieblicher Berufsausbildung am Beispiel des kaufmännischen Assistenten.
Seit vielen Jahren werden kaufmännische Assistentinnen und Assistenten in einem schulischen Bildungsgang ausgebildet. Leider gelingt den Absolventinnen und Absolventen der Einstieg ins Berufsleben nicht: Ihr Abschluss wird in den Betrieben kaum anerkannt, weil ihnen Praxisnähe fehlt. Um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, bemühen sich viele von ihnen, anschließend doch noch eine duale Ausbildung zur Bürokauffrau bzw. zum Bürokaufmann zu machen.
Um solche zeit- und kostenintensiven Doppelausbildungen in Zukunft zu vermeiden, strebt das Projekt "Kompetenz durch Betrieb und Schule" eine qualitative Verbesserung des schulischen Bildungsganges an. Durch eine Neustrukturierung des Lehrplans werden die Praxisanteile der Ausbildung deutlich erhöht.
Wenn aber die Lerninhalte nicht reduziert werden sollen, können Praktika nur in den Lehrplan integriert werden, indem die wöchentliche Unterrichtsstundenzahl erhöht wird. Damit die Schülerinnen und Schüler "am Ball bleiben" und vor allem auch zeitlich flexibel sind, wird das Lernen für die Schule durch E-Learning unterstützt: Alle Azubis sind mit einem Laptop ausgestattet. Über die Unterrichtsplattform Lo-Net2 können sie Unterrichtsinhalte vor- und nachbereiten und versäumten Unterrichtsstoff selbständig nachholen. Gleichzeitig sind sie über die Plattform vernetzt und können sich über Ausbildungsinhalte austauschen.
Zwar erlangen die Auszubildenden wie bisher auch den schulischen Abschluss zum "Staatlich geprüften Kaufmännischen Assistenten". Trotz des integrierten Betriebspraktikums ist die Ausbildungszeit aber deutlich kürzer: Statt wie bisher nach 2 ½ Jahren erreichen sie ihren Abschluss nun bereits nach 2 Jahren.
Der Clou: Besonders erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen haben erstmalig die Möglichkeit, nach einem weiteren sechsmonatigen Praktikum die Kammerprüfung zum Bürokaufmann bzw. zur Bürokauffrau abzulegen. Damit wird ihr Abschluss dem nach einer betrieblichen Ausbildung gleichwertig.
[PDF - 48,8 kB]
Informationsflyer (URL: http://www.bmbf.de/pot/download.php/M%3A13368+Kompetenz+durch+Betrieb+und+Schule/~/pub/infoblatt_kompetenz_betrieb_schule.pdf)