
Angela Dzyck | Coburg
Fachkrankenschwester und pflegerische Abteilungsleitung sowie Aufstiegsstipendiatin
Bis zu meinem Ferienjob in der elften Klasse war mein erklärtes Ziel, Abitur zu machen und anschließend Germanistik oder Sprachen zu studieren - dies hat sich dann jedoch grundlegend geändert.
Der Umgang mit Menschen - mit Menschen, die Hilfe brauchen - hat mich so beeindruckt, dass ich unbedingt Krankenschwester werden wollte. Vor 20 Jahren allerdings war von Akademisierung der Pflege noch nicht die Rede, sodass ich keinen Grund sah, nicht sofort die Schule zu verlassen und meine Ausbildung zu beginnen.
Heute sähe diese Entscheidung sicher anders aus, gleichwohl ich nie bereut habe, mich für den Pflegeberuf entschieden zu haben. Allerdings war mir auch immer klar, dass ich nicht nach drei Jahren Ausbildung stehen bleiben konnte und wollte. Deshalb entschied ich mich nach zwei Jahren Berufserfahrung, die Ausbildung zur Fachschwester für Intensivmedizin und Innere Medizin zu absolvieren.
Als dann 1996 die Fachweiterbildung für Nephrologie und Dialyse ins Leben gerufen wurde, war es für mich nur logisch, auch hier einen Abschluss zu machen. In dieser Zeit hatte ich mich auch als Stationsleitung für unsere Dialyseabteilung beworben, den Vorzug bekam damals allerdings ein Kollege von mir. Zuerst war ich natürlich enttäuscht. Im Folgenden spornte mich dies jedoch an, noch mehr zu lernen und mich noch mehr zu engagieren - mit dem Erfolg, dass mir 2004 die Leitung einer kardiologischen Station angeboten wurde!
Die Herausforderung in dem neuen Umfeld war groß, machte aber auch Spaß - und zog eine weitere Ausbildung nach sich. Die Weiterbildung zur Stationsleitung. Nun hatte ich acht Jahre Ausbildung hinter mir, viermal mit Erfolg eine Prüfung absolviert und dachte eigentlich, dies würde für meinen weiteren Berufsweg ausreichend sein. Ich hatte mich getäuscht.
2007 bewarb ich mich bei uns am Klinikum Coburg als pflegerische Abteilungsleitung und wurde auch prompt genommen. Voraussetzung war ein Studium - und damit bin ich auch in der Gegenwart angekommen.
Ich habe inzwischen das erste Semester des Studiengangs Pflegemanagement an einer Fernhochschule erfolgreich beendet und bin restlos begeistert. Auch wenn die Mehrfachbelastung Beruf, Familie und Studium enorm ist, so bringt mich dieses Studium nicht nur beruflich, sondern auch persönlich einen großen Schritt nach vorne.
Mein Ziel ist natürlich meine berufliche Weiterentwicklung. Aber auch ganz klar, die Professionalisierung und Akademisierung in der Pflege mit voranzubringen.