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Bildung
Peter Tönnessen

Online-Tagebuch

In diesem Online-Tagebuch schildern Stipendiatinnen und Stipendiaten in regelmäßigen Abständen ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Hochschulstudium und der Förderung im Programm "Aufstiegsstipendium". Die Berichte geben Auskunft über mögliche Hürden beim Hochschulzugang und die Herausforderungen während des Studiums. Vor allem soll der Blog aber beruflich Qualifizierte dazu ermutigen, den Schritt ins Hochschulstudium und damit den Aufstieg durch Bildung zu wagen.

Programm Aufstiegsstipendium - der Stipendiaten-BLOG

Ramona Jurgeleit

Profil

Ramona Jurgeleit | Kiel
Chemisch-technische Assistentin

Die Faszination, die von den Naturwissenschaften ausgeht, begleitet mich schon, solange ich mich erinnern kann. Warum ist der Himmel blau, weshalb benötigt man Backpulver, damit ein Kuchen gelingt und wie funktioniert das überhaupt alles?
Dieser Wissensdrang wurde stets von meinen Eltern gefördert und sie ließen mich meinen Weg gehen und unterstützten mich dabei.

Bereits in der neunten Klasse der Realschule wusste ich, dass meine Leidenschaft die Chemie ist und daher entschloss ich mich, mein Praktikum, im Rahmen der Berufsorientierung, nicht in einem Betrieb zu absolvieren, sondern an der Universität Konstanz im Fachbereich Chemie.

Danach war der Weg, den ich gehen wollte klar und so begann ich nach meinem Realschulabschluss eine zweijährige Ausbildung zur Chemisch-technischen Assistentin, kurz CTA, in Singen am Hohentwiel. Begleitend erwarb ich die Fachhochschulreife.

Im Anschluss daran begann ich meinen beruflichen Werdegang am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Kiel.
Ich leitete vier Jahre ein Forschungslabor, das sich hauptsächlich mit dem Wirkmechanismus eines Inhaltsstoffs eines Medikaments gegen Psoriasis (Schuppenflechte) beschäftigte.
Damit ging das Lernen weiter. Neue Methoden, fächerübergreifende Themen, die die Chemie mit der Biologie und Medizin koppelten, das wissenschaftliche Arbeiten, die Organisation eines Labors, klinische Studien und der Umgang mit englischsprachigen Gastwissenschaftlern, waren Herausforderungen und Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Auch eigene Projekte und selbständiges Arbeiten förderten meinen Wissensdrang.
Doch mein Wunsch nach mehr Eigenverantwortung, zu verstehen was hinter den anzuwendenden Methoden steckt und nach mehr Wissen, wuchs weiter. Meine Familie, mein Mann und auch mein Chef förderten mich und bestärkten mich noch zusätzlich in meinem Entschluss zu studieren.

Um an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Chemie studieren zu können, hätte die Fachhochschulreife alleine nicht gereicht. Daher musste ich zuerst eine Hochschuleignungsprüfung bestehen.

Das Aufstiegsstipendium ermöglichte mir finanziell meinen Traum vom Studium und damit meinen angestrebten Weg weiter zu gehen. Im Wintersemester 2010 begann ich mein Chemie-Studium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Andere Berufstätige, die auch diesen Drang nach Wissen und Weiterbildung verspüren, möchte ich dazu ermutigen, den Weg eines Studiums zu gehen. Vermeintliche Schwierigkeiten oder Rahmenbedingungen wie z.B. kein Abitur, können überwunden werden, denn letztlich führen mehrere Wege zum Ziel. Und es ist ja gerade dieser individuelle Weg, der uns zu dem macht, wer wir sind.

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