05.05.2011
Lernen vor Ort
"Lernen vor Ort" ist eine gemeinsame Initiative des Bundsministeriums für Bildung und Forschung mit deutschen Stiftungen. Vor allem Kreise und kreisfreie Städte sollen bei der Entwicklung eines kohärenten Bildungsmanagements vor Ort unterstützt werden. Dabei zielt das Programm auf eine verbindliche Verknüpfung der einzelnen Bildungsangebote - von der frühkindliche Bildung und der Familienbildung bis hin zur Weiterbildung.
Seit September 2009 unterstützt "Lernen vor Ort" deutschlandweit 40 Kreise und kreisfreie Städte dabei, modellhaft ein ganzheitliches Bildungswesen auf kommunaler Ebene zu entwickeln.
Damit soll den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht werden, ihre Bildungsbiografien über alle Lebensphasen hinweg erfolgreicher zu gestalten.
"Lernen vor Ort" hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, mehr Transparenz in das örtliche Bildungsangebot zu bringen und die bereits vorhandenen Angebote besser aufeinander abzustimmen. Nur durch den systematischen Einbezug aller relevanten - staatlichen und zivilgesellschaftlichen - Akteure kann dies nachhaltig gelingen. Unterstützt werden die Projektkommunen von insgesamt mehr als 140 Stiftungen, die in Grundpatenschaften vor Ort und in bundesweiten Themenpatenschaften ihre Erfahrungen und Expertise in die Programmumsetzung einbringen.
Bildungsmonitoring
Auf Grundlage des Bildungsmonitorings werden Problemlagen im kommunalen Bildungsbereich identifiziert.Grundlegend für die Einführung von neuen Kooperationsstrukturen im Sinne eines kommunalen Bildungsmanagements ist die Entwicklung von geeigneten Steuerungsinstrumenten, die ein Planen und Handeln über amtliche Zuständigkeiten hinweg möglich machen und neben den kommunalen Dezernaten, Ämtern und Abteilungen auch externe Partner wie Kammern, Gewerkschaften, die Arbeitsverwaltung, die lokale Wirtschaft, Vereine, Stiftungen, freie Bildungsträger und das Land einbeziehen.
Mit Hilfe eines Bildungsmonitorings können die Kommunen Problemlagen messen und ihnen gezielt entgegenwirken. Regelmäßig erhobene Daten und die Sammlung und Verwertung bereits bestehender Kennzahlen bilden deshalb zusammen mit dem Bildungsmanagement den Rahmen des Programms. Ausgestaltet wird dieser durch optimierte Angebotsstrukturen für alle Bildungsübergänge und eine ganzheitliche Bildungsberatung. In weiteren Themengebieten wie "Familienbildung und Elternarbeit", "Integration und Diversitätsmanagement", "Demokratie und Kultur", "Demographischer Wandel" sowie "Wirtschaft, Technik, Umwelt und Wissenschaft" erproben die Kommunen diese innovativen Modelle für eine gelingende Zusammenarbeit der verschiedenen Bildungsakteure auf Basis einer passgenauen Aufbereitung und Analyse der verfügbaren Daten.
Erste Erfolge
Erste erfolgversprechende Beispiele wurden im November 2010 auf der Jahreskonferenz von "Lernen vor Ort" vorgestellt. Hier präsentierten 25 Kommunen Modellansätze für eine verbesserte Bildung vor Ort. Die Ansätze setzten einen besonderen Schwerpunkt auf mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche und reichten vom informellen Lernen in Verbänden und Vereinen über Integration durch Sprachförderung bis hin zum naturwissenschaftlichen Lernen in den frühen Bildungsphasen.
Im Rahmen des programmweiten Transfers werden die Kommunen durch regelmäßig tagende Fachforenveranstaltungen begleitet, in denen themenbezogene Fragestellungen in den Blick genommen und die Projektteams bei der Entwicklung von übertragbaren Modellen unterstützt werden, damit künftig auch ungeförderte Kommunen von den neuen Ideen und Anregungen für die Etablierung eines umfassenden Bildungsmanagements in ihrer Region profitieren können.