Lernen vor Ort

"Lernen vor Ort" ist eine gemeinsame Initiative des Bundsministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit deutschen Stiftungen. Seit September 2009 arbeiten Bildungsverantwortliche in 40 Kreisen und kreisfreien Städten im Rahmen des Programms "Lernen vor Ort" daran, ein integriertes datengestütztes Bildungsmanagement auf kommunaler Ebene zu etablieren. Ein übergeordnetes Ziel ist es, organisierte Verantwortungsgemeinschaften aus kommunalen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteuren vor Ort zu etablieren, um erfolgreiche Bildungswege für alle Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Unterstützt werden die Kommunen von mehr als 150 Stiftungen, die in Grundpatenschaften vor Ort und in bundesweiten Themenpatenschaften ihre Expertise in das Programm einbringen. Viele zukunftsweisende Ansätze sind entstanden, die anlässlich der zweiten Jahreskonferenz des Programms "Lernen vor Ort" im Dezember 2011 in Berlin mit mehr als 500 Teilnehmern aus Kommunen, Stiftungen, kommunalen Spitzenverbänden, Ländern, Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert wurden. Im Mittelpunkt standen Ansätze die zeigen, wie eine kommunale Bildungssteuerung auf Grundlage eines systematischen Bildungsmonitorings und etablierter Kooperationen gelingen kann. In einer begleitenden Ausstellung wurden acht herausragende Beispiele kommunaler Entwicklungsarbeit in Form von Exponaten vorgestellt. Dazu zählten die "Münchner Förderformel" zur besseren Ausstattung von Kindertageseinrichtungen in "belasteten Stadtbezirken" mit pädagogischem Personal, der "Lübecker Bildungsfonds", aus dem Bildungsangebote für Kindern einkommensarmer Familien finanziert werden, die "Freiburger Lupe", einem interaktiven Wegweiser für (Weiter-)Bildungsinteressierte sowie der "Dresdner Bildungsbus", einer mobilen Bildungsberatung.

Bildungsmonitoring

Auf Grundlage des Bildungsmonitorings werden Problemlagen im kommunalen Bildungsbereich identifiziert.Auf Grundlage des Bildungsmonitorings werden Problemlagen im kommunalen Bildungsbereich identifiziert.Seit dem Start des Programms hat sich gezeigt, dass die Kooperations- und Steuerungsmodelle des Bildungsmanagements sowie die Datenmodelle des Bildungsmonitorings gemeinsam den notwendigen Rahmen für die Ausgestaltung aller bildungsrelevanten Themen in der Kommune (z.B. Bildungsberatung, Bildungsübergänge, demographischer Wandel) bilden.

Daher nutzen die am Programm beteiligten Kommunen das kontinuierliche Bildungsmonitoring als Grundlage ihrer Entscheidungsfindung. Es dient ihnen sowohl zur Diagnose von Entwicklungsmöglichkeiten und -erfordernissen als auch zur Kontrolle von Leistungen und Ergebnissen des Bildungssystems auf kommunaler Ebene. Mit Unterstützung des im Programm entwickelten IT-Instrumentariums zur Datenhaltung und -analyse entstehen kommunale Bildungsberichte und thematische Analysen, die wesentliche Datengrundlagen für ein abgestimmtes Management der kommunalen Bildungslandschaft darstellen.

Inzwischen wurden in den 40 Programmkommunen mehr als 20 Bildungsberichte veröffentlicht und gut 50 thematische Analysen erarbeitet.

Ämterübergreifende Kooperationsstrukturen und die Schaffung geeigneter Steuerungsinstrumente, die ein datenbasiertes Planen und Handeln über amtliche Zuständigkeiten hinweg ermöglichen, stellen eine zentrale Voraussetzung für ein gelingendes Bildungsmanagement auf kommunaler Ebene dar. Dabei werden neben den kommunalen Dezernaten, Ämtern und Abteilungen immer häufiger auch externe Partner wie Kammern, Gewerkschaften, die Arbeitsverwaltung, die lokale Wirtschaft, Vereine, zivilgesellschaftliches Engagement, freie Bildungsträger und das Land einbezogen.
Im September 2012 wird das Programm "Lernen vor Ort" in eine zweite Förderphase (Dauer: zwei Jahre) gehen, die im Zeichen der Transfervorbereitung stehen wird. Die geförderten Kommunen sollen den Transfer der Programmergebnisse aktiv vorbereiten, so dass zu einem späteren Zeitpunkt auch ungeförderte Kommunen von den in "Lernen vor Ort" entwickelten Modellen profitieren können.

Ansprechpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

    • Bildungsforschung, Integration, Genderforschung - Lernen vor Ort
    • Michael Kempmann
    • Heinrich-Konen-Str.1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228 / 3821 - 1845
    • Faxnummer: 0228/3821 - 1323
    • E-Mail-Adresse: Michael.Kempmann@dlr.de
    • Homepage: http://www.lernen-vor-ort.info