02.04.2013
Lernen vor Ort
"Lernen vor Ort" ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit deutschen Stiftungen. Seit September 2009 arbeiten Bildungsverantwortliche in Landkreisen und kreisfreien Städten im Rahmen des Programms "Lernen vor Ort" daran, ein integriertes datengestütztes Bildungsmanagement auf kommunaler Ebene zu etablieren. Ein übergeordnetes Ziel ist es, organisierte Verantwortungsgemeinschaften aus kommunalen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteuren vor Ort zu etablieren, um erfolgreiche Bildungswege für alle Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Unterstützt werden die Kommunen von mehr als 180 Stiftungen, die in Grundpatenschaften vor Ort und in bundesweiten Themenpatenschaften ihre Expertise in das Programm einbringen.
Seit September 2012 befindet sich das Programm "Lernen vor Ort" in der zweiten Förderphase, die bis Ende August 2014 laufen wird. Diese steht im Zeichen von Nachhaltigkeit und Transfervorbereitung. Die 35 geförderten Kommunen sollen den Transfer der Programmergebnisse aktiv vorbereiten, so dass zu einem späteren Zeitpunkt auch ungeförderte Kommunen von den in "Lernen vor Ort" entwickelten Modellen profitieren können.
Bildungsmonitoring
Auf Grundlage des Bildungsmonitorings werden Problemlagen im kommunalen Bildungsbereich identifiziert.Seit dem Start des Programms hat sich gezeigt, dass die Kooperations- und Steuerungsmodelle des Bildungsmanagements sowie die Datenmodelle des Bildungsmonitorings gemeinsam den notwendigen Rahmen für die Ausgestaltung aller bildungsrelevanten Themen in der Kommune (z.B. Bildungsberatung, Bildungsübergänge, demographischer Wandel) bilden.
Daher nutzen die am Programm beteiligten Kommunen das kontinuierliche Bildungsmonitoring als Grundlage ihrer Entscheidungsfindung. Es dient ihnen sowohl zur Diagnose von Entwicklungsmöglichkeiten und -erfordernissen als auch zur Kontrolle von Leistungen und Ergebnissen des Bildungssystems auf kommunaler Ebene. Mit Unterstützung des im Programm entwickelten IT-Instrumentariums zur Datenhaltung und -analyse entstehen kommunale Bildungsberichte und thematische Analysen, die wesentliche Datengrundlagen für ein abgestimmtes Management der kommunalen Bildungslandschaft darstellen.
Ämterübergreifende Kooperationsstrukturen und die Schaffung geeigneter Steuerungsinstrumente, die ein datenbasiertes Planen und Handeln über amtliche Zuständigkeiten hinweg ermöglichen, stellen eine zentrale Voraussetzung für ein gelingendes Bildungsmanagement auf kommunaler Ebene dar. Dabei werden neben den kommunalen Dezernaten, Ämtern und Abteilungen immer häufiger auch externe Partner wie Kammern, Gewerkschaften, die Arbeitsverwaltung, die lokale Wirtschaft, Vereine, zivilgesellschaftliches Engagement, freie Bildungsträger und das Land einbezogen.