Forschung

Ein Methan-Katalysator für Deponiegase

Methan erwärmt das Klima 23-mal mehr als CO2. Was aber soll man tun mit dem vielen Methan, das in Deutschland aus Deponien und Kohlegruben entweicht? Verbrennt man die Deponiegase mit hohem Methangehalt in Fackelanlagen, sinkt mit der Zeit der Methangehalt stark und reicht nicht mehr aus, um mit der herkömmlichen Technologie abgefackelt zu werden. Die Folge: Es gelangt direkt in die Atmosphäre. Im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme "klimazwei - Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" arbeitet der Projektverbund "Methakat" daher an der Entwicklung einer sicheren und wirtschaftlich tragbaren Entsorgungslösung für dieses extrem klimaschädliche Gas.

Im Projekt "Methakat - Gestützte thermische Entsorgung von methanhaltigen Schwachgasen" arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) zusammen mit Fachleuten aus Industrie und Forschung an der Entwicklung von Katalysatoreinsätzen, die den effektiven Verbrennungsprozess unterstützen und so eine vollständige Umwandlung des Methans in das deutlich weniger klimaschädliche CO2 ermöglichen. Diese Katalysatoreinsätze können in bereits existierende Fackelanlagen eingebaut werden, so dass diese vorhandenen Anlagen weiter betrieben werden können.

Äußere Form und Struktur erhält der Katalysatoreinsatz durch eine offenzellige Schaumkeramik, die als Trägermaterial dient. Die hohe Stabilität, große Reaktionsfläche und sehr gute Durchströmbarkeit für Gase, die dieser Werkstoff aufweist, sind für seinen Einsatz sehr wichtig: Das Material muss einer hohen Belastung standhalten, da beim Betrieb der Fackelanlage auf kleinstem Raum Temperaturunterschiede von bis zu 1000°C auftreten können. Die Schaumkeramikteile werden bausatzartig zusammengesetzt. Dann werden auf die millimeterdünnen Stege der Schaumkeramik nachträglich aktive Substanzen aufgebracht, durch die die Bauteile ihre katalytischen Eigenschaften erhalten.

Im Labor und auf einer speziell aufgebauten Teststrecke konnte die Wirksamkeit dieser Technologie bereits nachgewiesen und weiter verbessert werden. Um die Einsatztauglichkeit im Regelbetrieb für die mehr als 200 stillgelegten Deponien in Deutschland nachzuweisen, wurde im Juli 2009 auf der Deponie Castrop-Rauxel eine Pilotanlage in Betrieb genommen: In die bereits bestehende Fackelanlage wurde ein 1,50 Meter hoher Katalysatoreinsatz mit einem Durchmesser von 0,5 Meter integriert.

Wenn diese Technologie auf den vielen bestehenden Deponien eingesetzt wird, kann zukünftig der jährliche Ausstoß von bis zu 80 Millionen Kubikmetern Methan - mit der Klimawirkung von  1,4 Millionen Tonnen CO2 - in Deutschland vermieden und somit ein wesentlicher Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werden.

  • Forschung

    System Erde

    Wie verkraftet unser Planet die Veränderungen und wechselseitigen Beeinflussungen, die in einem komplexen System zusammenwirken und denen er ständig unterworfen ist?
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/917.php)
  • Forschung

    Forschung zu Klimaschutz und Klimawirkungen

    Die vom Menschen freigesetzten Treibhausgase verursachen eine Steigerung der Erdtemperatur. Als Folge werden mit hoher Wahrscheinlichkeit extreme Wetterereignisse wie Stürme, Hochwasser und Dürreperioden zunehmen. Das belegt der Klimawandel-Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change der Vereinten Nationen. Mit dem Forschungsflugzeug HALO kann nun eine neue Dimension für die Umwelt- und Klimaforschung in Deutschland erschlossen werden. Im Namen der Klimaforschung ist auch der Zeppelin NT (Neue Technologien) unterwegs.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/8493.php)

Publikationen

  • Von der Idee zum Produkt ID = 1054

    Titelbild der Publikation

    Erfolge der Projektförderung II

    2009, 56 Seiten

    Download [PDF - 3,81 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/projekterfolge_2009.pdf)

  • Die Hightech-Strategie zum Klimaschutz ID = 894

    Titelbild der Publikation

    2007, 52 Seiten

    Download [PDF - 1,79 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/hightech_strategie_fuer_klimaschutz.pdf)

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(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)