Bisher wurden vorrangig Fragen der Genese, der Akzeptanz, der Implementierung und der Folgen von Technisierungsprozessen (Technik) sowie Herausforderungen an Rahmenbedingungen, Strukturen und Handlungsmuster von sicherheitsrelevanten Akteuren (Organisation) bearbeitet. Die Bekanntmachung "Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung" ist primär auf sicherheitsbezogene Forschungen zu Werten, Wahrnehmungen, Kommunikation und Verhaltensweisen (Sicherheitskultur) und auf die nationale und internationale Konstitution des konzeptionellen, institutionellen und räumlichen Gefüges der Sicherheitsherstellung im Kontext des Wandels von Staatlichkeit (Sicherheitsarchitektur) ausgerichtet. Die folgenden Forschungsvorhaben wurden bereits bewilligt.
Aktuell (aus der Pressemitteilung der Freien Universität Berlin vom 19.03.2013)
Renommierte nationale Arbeitsgruppen zu den Themen Amoklauf und School-Shootings bündeln ihre Expertise in einem neuen Forschungsverbund: Sie kooperieren im Projekt "Tat- und Fallanalysen hochexpressiver zielgerichteter Gewalt (TARGET)", das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Durch die Untersuchung und aus dem Vergleich bisheriger Taten jugendlicher Einzeltäter in Deutschland sollen Erkenntnisse zur Gewaltprävention abgeleitet werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben in den kommenden drei Jahren mit mehr als drei Millionen Euro. Dass sich etwa schwerer Schulgewalt vorbeugen lässt, belegt eine Begleitstudie zu dem gerade abgeschlossenen Früherkennungsprojekt "Networks Against School Shootings" (NETWASS) der Freien Universität Berlin. Das Programm wurde in den vergangenen drei Jahren an mehr als 100 Schulen in Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg umgesetzt und als erstes seiner Art in Deutschland evaluiert. Während der siebenmonatigen Testphase wurden an mehr als 80 Prozent der Schulen mehr als 240 Vorfälle gemeldet und in Beratungssitzungen erfolgreich behandelt. Die Ergebnisse des Präventionsprojekts NETWASS fließen in die Arbeit des neuen Forschungsverbunds sein.
Wahrnehmungen, Bedingungen und Erwartungen: ein Monitoring zum Thema Sicherheit in Deutschland (BaSiD)
Förderkennzeichen 13N11146 bis 13N11152
"Was führt dazu, dass wir uns sicher fühlen?" Das Sicherheitsempfinden jedes Einzelnen ist sehr stark von persönlichen Erfahrungen sowie äußeren Einflüssen abhängig. Bisher sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem persönlichen Sicherheitsempfinden und der unterschiedlichen Einschätzung von Bedrohungen allerdings noch nicht weitreichend geklärt. Die Beziehung zwischen subjektiven Ängsten und der öffentlichen Sicherheitslage ist Gegenstand des Verbundprojektes BaSiD. Auf Basis der Projektergebnisse soll ein "Barometer für die Sicherheit in Deutschland" erstellt werden. Hierdurch werden Endanwender bei der Einschätzung von Innovationen, wie zum Beispiel intelligenten Überwachungstechniken oder neuen Organisationskonzepten sowie im gesellschaftlichen Dialog unterstützt.
(DynASS)
Förderkennzeichen 13N11215 bis 13N11218
Gerade dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, ist es besonders wichtig, dem Bedürfnis der Menschen nach öffentlicher Sicherheit gerecht zu werden. Ziel des Projektes DynASS ist es, die Faktoren, die das Sicherheitsempfinden von Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt beeinflussen, zu identifizieren und den kommunalen Akteuren Leitfäden und Richtlinien für Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zur Verfügung zu stellen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Sicherheitswahrnehmung der Einwohner von Städten und die Maßnahmen der kommunalen Akteure zur Steigerung der Sicherheit untersucht.
Entscheidungsfindung in komplexen Einsatzlagen (EIKE)
Förderkennzeichen 13N12106 und 13N12107
Besonders im maritimen Bereich, aber auch im Luft-, Schienen- und Straßenverkehr, sehen sich Einsatzkräfte in einer Krisensituation häufig mit einer schwer zu überblickenden Einsatzlage konfrontiert. In einer solchen Situation gilt es, die richtigen Entscheidungen schnell zu treffen. Ziel des Verbundes EIKE ist, dazu beizutragen die Entscheidungsfindung im Rettungswesen zu optimieren. Hierzu werden Erkenntnisse über Entscheidungsprozesse in komplexen Krisensituationen wissenschaftlich aufgearbeitet. Im Ergebnis sollen Aussagen darüber gemacht werden können, unter welchen Bedingungen welche Entscheidungsstrategien zu den besten Ergebnissen für die Bewältigung von Großschadenslagen führen. Diese Erkenntnisse werden so aufbereitet, dass sie für Praktiker zur Lösung komplexer Einsatzlagen nutzbar sind.
Förderkennzeichen 13N10435
Im sogenannten Grünbuch werden in zwei Schlüsselszenarien die Auswirkungen mehrtägiger Stromausfälle und einer Pandemie auf die öffentliche Sicherheit in Deutschland analysiert. Es fehlen geeignete Strategien eines Krisenmanagements sowie zum Teil das Wissen über mögliche Ursachen, Verläufe und Konsequenzen. Daraus resultieren klare Handlungsbedarfe in Richtung eines modernen Bevölkerungsschutzes. Das Vorhaben wird sich im Wesentlichen mit der Synthese des vorhandenen Wissens und der bestehenden Forschungsinitiativen im Hinblick auf verschiedene Themenbereiche - wie Katastrophen- und Zivilschutz, IKT, Versorgungsinfrastrukturen, Lebensmittel und Ernährung, Gesundheit, Umwelt und Klima - beschäftigen.
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Professionelle Integration von freiwilligen Helfern in Krisenmanagement und Katastrophenschutz (INKA)
Förderkennzeichen 13N12192 bis 13N12197
Bestmöglich vorbereitete Rettungskräfte in ausreichender Zahl sind Voraussetzung, um die Auswirkungen nach Großschadenslagen oder Naturkatastrophen zu bewältigen. Dabei wird auch auf die Kapazität und Kompetenz freiwilliger Helfer zurückgegriffen. Der Verbund INKA zielt darauf ab, neue Wege und Lösungen zu entwickeln, um die Integration von freiwilligen Helfern aus allen Bevölkerungsgruppen in die Krisenbewältigung organisatorisch, institutionell und sozio-kulturell weiter zu entwickeln und zukunftsfähig zu gestalten.
Innovative Geschäftsmodelle für Sicherheit von Netzversorgungsinfrastrukturen (InnoGeSi.net)
Förderkennzeichen 13N12330 bis 13N12337
Die Sicherheit von Versorgungsnetzen liegt aufgrund von fragmentierten Märkten bei vielen verschiedenen Betreibern. Kaskadeneffekte, die zu übergreifenden Störungen der Versorgung führen, sind mit wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Im Rahmen des Projektes InnoGeSi.net werden neue, umfassende Geschäftsmodelle für die Betreiber von Versorgungsnetzen und Entstörungsdiensten erarbeitet, um die Sicherheit der Versorgungsnetze zu erhöhen. Diese Modelle werden sowohl auf ökonomischer als auch auf organisationssoziologischer Ebene untersucht.
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(INVODAS)
Förderkennzeichen 13N10923 bis 13N10924
Ziel des Projekts INVODAS ist es, aufzuzeigen, welcher Gestaltungsspielraum im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten zur Wahrung einer Balance zwischen Freiheit und Sicherheit besteht. Dabei wird das Projekt vor allem einen rechtsvergleichenden Blick auf die Lösungen in den weiteren 26 EU-Mitgliedsstaaten werfen. Deutschland bleibt auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 2. März 2010 verpflichtet, die EG-Richtlinie 2006/24/EG zur Vorratsdatenspeicherung in deutsches Recht zu transformieren. Die erprobten und erörterten Lösungen in den anderen Mitgliedsstaaten können so für die gesellschaftliche Diskussion in Deutschland fruchtbar gemacht werden. Untersuchungsdimensionen sind vor allem der Umgang mit und der Zugriff auf die Daten (Staat - Bürger), die Organisation und die Kosten einer Vorratsdatenspeicherung bei Telekommunikationsanbietern (Staat - Wirtschaft) und die Nutzung der Daten bei unterschiedlichen staatlichen Stellen (Staat - Staat).
Katastrophenschutz-Leuchttürme als Anlaufstelle für die Bevölkerung in Krisensituationen (Kat-Leuchttürme)
Förderkennzeichen 13N12419 - 13N12425
Stromausfälle und folgebedingte Störungen bei der Telekommunikation oder weiteren Infrastrukturen können bereits nach kurzer Zeit zu kritischen Situationen führen. Der Verbund Kat-Leuchttürme erarbeitet und testet ein Konzept für spezielle Anlaufstellen, um im Krisenfall effektive Hilfe für die Bevölkerung gewährleisten zu können. Dafür sollen mit einer Notstromversorgung ausgestattete Gebäude so ausgerüstet werden, dass die nötigsten Hilfeleistungen vor-Ort erbracht oder von dort aus organisiert werden können.
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(KoSiPol)
Förderkennzeichen 13N11038 bis 13N11039
Komplexer werdende Sicherheitsfragen, die Einbeziehung von Partnern für wirksame Präventionsarbeit und gestiegene Unsicherheitsgefühle in der Bevölkerung stellen Kommunen vor neue Anforderungen. Ziel des Projektes KoSiPol ist die wissenschaftliche Analyse kommunaler Sicherheitskonzepte und deren Weiterentwicklung. Dazu werden in insgesamt 16 Städten Sicherheitskooperationen in Handlungsfeldern untersucht, die typischerweise mit öffentlicher Sicherheit auf kommunaler Ebene verbunden sind, wie "Jugendliche als Täter und Opfer", "Sucht und Drogen" und "Polizeipräsenz". Das Projekt soll basierend auf den Ergebnissen der empirischen Bestandsaufnahmen konkrete Ansätze für Weiterentwicklungen erarbeiten, sowie Empfehlungen für die Organisation kommunaler Sicherheitskonzepte geben.
(Krisenprävention)
Förderkennzeichen 13N10445
Dieses Forschungsvorhaben ist in drei sich überschneidende Teilbereiche gegliedert: Im ersten sollen unter dem Thema "Soft Skills" bisherige Erfahrungen mit Instrumenten und Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung und Krisenprävention kritisch analysiert werden. Im zweiten Teil werden am Beispiel Afghanistans Gefährdungspotenziale analysiert, die von regionalen Konflikten ausgehen. Die Zunahme von Gewalt und politischer Instabilität in Afghanistan stehen in direktem Zusammenhang mit dem Anbau und der Vermarktung von Opium. Im dritten Teil des Vorhabens sollen daher auf Basis spezieller Analysen afghanischer Schlafmohnsorten, Empfehlungen für die Verbesserung entwicklungs- und präventionsorientierter Drogenkontrolle und Drogen-Profil-Analysen gegeben werden.
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(LoCo)
Förderkennzeichen 13N11222
In den vergangenen Jahren sind immer wieder Fälle und Vorbereitungen bekannt geworden, bei denen einfach zu beschaffenden, kostengünstige Mittel ausreichend waren, um die zivile Infrastruktur in europäischen Ländern an verletzlichen Punkten zu treffen. Ziel des Projekts LoCo ist es vor diesem Hintergrund, Bedrohungsanalysen an Szenarien eines "Low-Cost-Terrorismus" anzupassen und Empfehlungen sowohl für situationsbezogene als auch technologische Präventionsmaßnahmen zu geben.
(NETWASS) Förderkennzeichen 13N10689
Entwicklung und Evaluation sozialer und professioneller Netzwerke und Frühwarnsysteme zur Prävention sogenannter School Shootings und anderen zielgerichteten Gewalttaten an deutschen Schulen: Es gilt, Konzepte zu entwickeln, um Sicherheitsrisiken zu erkennen, die Sicherheitslage an Schulen sowie das subjektive Sicherheitsempfinden zu verbessern und zur Gefahrenabwehr beizutragen. Im Projekt geht es vor allem um die Identifikation weiterer Risikofaktoren und Warnsignale für School Shootings sowie zusätzlicher Bewertungskriterien für die Einstufung der Ernsthaftigkeit von Leakings.
Konzept zur primären Luftrettung in strukturschwachen Gebieten (PrimAIR)
Förderkennzeichen 13N12211 bis 13N12215
Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge bilden die Grundlage für die Notfallversorgung in Deutschland. Diese Form der Primärrettung hat sich in Städten bewährt. In dünnbesiedelten Regionen sind die Wege zum nächstgelegenen Krankenhaus in der Regel länger als in Ballungsräumen, wodurch die vorgegebenen Zeiten bis zum Eintreffen der Einsatzfahrzeuge am Unglücksort oft nicht eingehalten werden könnten.
Der Verbund PrimAIR untersucht, ob die Notfallversorgung in dünnbesiedelten Regionen durch den flächendeckenden Einsatz von Rettungshubschraubern verbessert werden kann. Dabei werden strukturelle, organisatorische und ökonomische Aspekte in die Untersuchungen mit einbezogen. Ziel ist die Einhaltung der vorgegebenen Hilfszeiten - wenn möglich unter Reduzierung der Kosten.
Resilience by Design - Strategie für die technologischen Zukunftsthemen
(RESILIEN-TECH)
Förderkennzeichen 13N12276 und 13N12277
Der Begriff Resilienz wird in unterschiedlichen Bereichen verwendet. In der zivilen Sicherheitsforschung beschreibt er die Fähigkeit, die Funktion einer Region, einer Gesellschaft oder von kritischen Infrastrukturen in einer Krise zuverlässig aufrecht zu erhalten oder möglichst rasch in einen funktionsfähigen Zustand zurückzuversetzen. Vereinfacht gesagt ist Resilienz die Fähigkeit, großem Druck oder Stress ohne Schaden standzuhalten. In der Sicherheitsforschung erfährt die Verknüpfung von ziviler Sicherheit und Resilienz zunehmend mehr Beachtung. Dabei spielen neben den technologischen Innovationen auch kulturelle und soziale Aspekte eine wichtige Rolle. Aufbauend auf einer Bestandsaufnahme zum Thema "Resilienz in Unternehmen" werden im Verbund RESILIEN-TECH Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Entscheidern in Wirtschaft und Politik Wege in eine resilientere Gesellschaft aufzeigen.
Weitere Informationen RESILIEN-TECH
Risikomanagementsystem bei terroristischen Bedrohungen des schienengebundenen Personenverkehrs (RIKOV)
Förderkennzeichen 13N12304 bis 13N12308
Am Beispiel des schienengebundenen Personenverkehrs wird erforscht, wie kritische Infrastrukturen durch ein ganzheitliches Risikomanagement besser vor terroristischen Anschlägen geschützt werden können. Das Projekt zielt darauf ab, im Spannungsfeld zwischen dem technisch und organisatorisch maximal Erreichbaren, dem wirtschaftlich Sinnvollen und dem juristisch Zulässigen, eine unter gesellschaftlichen und ethischen Gesichtspunkten akzeptable Lösung für ein ausgewogenes Konzept von Sicherheit und Freiheit zu entwickeln.
(SiGG)
Förderkennzeichen 13N11171 bis13N11172
Bei politischen Maßnahmen, die der inneren Sicherheit dienen sollen, nimmt die Diskussion um die Notwendigkeit von staatlichen Eingriffs- beziehungsweise Kontrollbefugnissen einen breiten Raum ein. Dies gilt vor allem für die Frage, wie Bedrohungen - etwa organisierter Kriminalität und internationalem Terrorismus - angemessen begegnet werden kann. Um dazu einen wesentlichen Beitrag zu leisten, zielt das Projekt SIGG darauf, die Gesetzgebungsprozesse im Sicherheitsrecht differenziert abzubilden und zur Beantwortung grundlegender Fragen wie zur Rechtslegitimation, Rechtsstaatlichkeit, demokratischer Beteiligung und Kontrolle sowie Lösungskonzeptionen beizutragen.
Sicherheitsmentalitäten im ländlichen Raum (SIMENTA)
Förderkennzeichen 13N12077 und 13N12078
Die Rolle der Bürgerinnen und Bürger bei der Erhöhung der zivilen Sicherheit, die Wahrnehmung von sozialer Verantwortung und der Umgang mit Kriminalität unterliegen einem Wandel. Der Verbund SIMENTA untersucht, wie sich Praktiken und Methoden im Umgang mit Kriminalität und Unsicherheiten in ländlichen und kleinstädtischen Regionen äußern. Aus diesen Erkenntnissen sollen Strategien und Handlungskonzepte für den Umgang mit Herausforderungen für die zivile Sicherheit erarbeitet werden.
(SIRA)
Förderkennzeichen 13N11095 bis13N11099
Innovation in der zivilen Sicherheit erschöpft sich nicht in technischen Neuerungen. Um die Balance zwischen einer Erhöhung der Sicherheit und der Erhaltung der bürgerlichen Freiheitsrechte zu wahren, muss noch besser verstanden werden, wann man sich als Bürgerin oder Bürger in seiner Freiheit eingeengt fühlt. Internationale Untersuchungen zeigen große Unterschiede bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen. Hier setzt das Forschungsprojekt SIRA an und fragt, welche Faktoren die Annahme oder die Ablehnung von Sicherheitsmaßnahmen beeinflussen. Ziel des Projektes ist es, alle beeinflussenden Faktoren zu identifizieren und einen Leitfaden zur Optimierung von bestehenden und zukünftigen Sicherheitsmaßnahmen zu erstellen.
(SiW)
Förderkennzeichen 13N11119
Zivile Sicherheit hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Eine Sicherheitskultur wird geprägt durch Überzeugungen, Werte und Praktiken von Individuen und Organisationen, die über die Einschätzung von Risiken und Gefahren entscheiden. In Deutschland hat sich die Sicherheitskultur in den vergangenen Jahren angesichts neuer Risiken durch Naturkatastrophen, organisierte Kriminalität und internationalen Terrorismus gewandelt. Eine Analyse dieses Wandels ist daher entscheidend, um das Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen sicherheitspolitischen Handelns sowie die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen zu vertiefen.
Indikatoren für externe Einflussfaktoren (TERAS-INDEX)
Förderkennzeichen 13N11164 bis 13N11165
Das Verbundprojekt TERAS-INDEX behandelt die Folgewirkungen sicherheitspolitischer Maßnahmen. Im Fokus steht dabei die Frage, ob und inwieweit außenpolitisches Handeln der Bundesrepublik Deutschland sowie die Darstellung in den Medien Auswirkungen auf Radikalisierungsprozesse in Deutschland hat. Die Ansätze des Projekts sind breit gefächert und reichen von der Analyse des außen- und sicherheitspolitischen Handelns über die Erarbeitung eines Instrumentariums zur Erfassung von Rückwirkungen bis hin zu empirischen Untersuchungen des Einflusses externer Konflikte auf unterschiedlich radikalisierte soziale Milieus. Aus den Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger abgeleitet.
Weitere Informationen TERAS-INDEX
Innovative Sicherheitsarchitektur der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr (TIBRO)
Förderkennzeichen 13N12174 bis 13N12177
Das System der Feuerwehren bildet die Basis für die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr in Deutschland. Zur Bewältigung dieser Aufgaben planen die Feuerwehren die notwendigen personellen und technischen Ressourcen sowie die organisatorisch-funktionalen Abläufe. Die Qualität einzelner Einsatzlagen wie etwa der typische Wohnungsbrand (beispielsweise durch die Verwendung von Wärmedämmmaterialien) aber auch das Aufgabenspektrum insgesamt haben sich in den letzten Jahren dynamisch verändert, ohne dass den Feuerwehren bisher ein leistungsfähiges Instrument für eine Anpassung ihrer Planungen zur Verfügung steht. Ziel des Verbundes TIBRO ist die Erarbeitung eines dynamischen Planungsleitfadens für die Feuerwehr, um die Gefahrenabwehr in Deutschland zu verbessern.
Ein wirtschaftswissenschaftliches Indikatorensystem zur Messung von Sicherheit und Sicherheitswirtschaft in Deutschland (WISIND)
Förderkennzeichen 13N12093 und 13N12094
Die Diskussion über zivile Sicherheitslagen gewinnt im Kontext von Warnungen, etwa vor terroristischen Anschlägen, an Dynamik. Doch was bedeutet "zivile Sicherheit" und wie kann diese gemessen werden? Das Projekt WISIND erarbeitet einen Sicherheitsindikator, der den Grad an ziviler Sicherheit in Deutschland messen soll. Dieser Indikator besteht aus den Subindikatoren "Bedrohung" und "Schutz", die wiederum durch eine Vielzahl von Einzelindikatoren bestimmt und in mehreren Schritten zu einem Sicherheitsindikator zusammengesetzt werden. Mit diesem Ansatz wird ein wissenschaftlich fundiertes Methodengerüst für einen Gesamtsicherheitsindikator entworfen, der vor allem die weitere empirische Sicherheitsforschung entscheidend beeinflussen kann.
Das BMBF trägt mit der Förderung der Projekte NETWASS ("Networks against School Shootings") und ORIMA ("Orientierungskontrolle im Alarmfall") zur Sicherheit an Schulen bei.

Gesellschaftliche Dimensionen
2012, 21 Seiten
Download [PDF - 688,0 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/sicherheitsforschung_gesellschaftliche_dimensionen.pdf)

Social Dimensions of Security Research
2012, 21 Seiten
Download [PDF - 919,6 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/sicherheitsforschung_gesellschaftliche_dimensionen_en.pdf)
Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
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