
Neue Kunststoffplatte für eine sichere Unterkieferrekonstruktion
Unterkieferknochen sind äußerst stabil und gleichzeitig flexibel gelagert. Durch Verletzungen, Entzündungen oder Krebs kann der knöcherne Bogen jedoch beschädigt oder sogar unterbrochen werden. Um die volle Belastungsfähigkeit beim Kauen, Sprechen oder Schlucken wieder herzustellen, müssen diese Defekte operativ mit speziellen Plattensystemen überbrückt werden. Doch bisherige Rekonstruktionsplatten sind leider anfällig für Brüche und Lockerungen. Privatdozent Dr. Dr. Peter Maurer vom Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum entwickelt gemeinsam mit Materialwissenschaftlern und Ingenieuren der Hochschule Merseburg (FH) und des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik Halle (Saale) in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen der MEDICON Gruppe Tuttlingen eine neuartige Platte aus einem Kunststoff, der fester und damit belastbarer als menschlicher Knochen ist. Da durch Wärme der Kunststoff verformt werden kann, ist es möglich, mit einer beheizbaren Biegevorrichtung die Rekonstruktionsplatte während der Operation individuell an die Kiefergeometrie anzupassen.
Durch diese Entwicklung können erneute Operationen wegen Lockerung oder Bruch der Rekonstruktionsplatten vermieden werden. Es wird eine wesentlich bessere Versorgung der Patienten gesichert, erneute Krankenhausaufenthalte bleiben den Patienten erspart und für das Gesundheitswesen ergeben sich bedeutende Kostenentlastungen.
PD. Dr. Dr. P. Maurer
Ruhr-Universität Bochum
Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie
Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum
In der Schornau 23-25
44892 Bochum
Tel.: 0234 - 29980210
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