
Minimalinvasiver Mitralklappenersatz
Eine Herzenklappenerkrankung kann zu ausgeprägten Symptomen wie Luftnot und Belastungseinschränkung führen und lebensbedrohliche Folgeerkrankungen auslösen. Besonders häufig tritt bei älteren Menschen eine Undichtigkeit der Segelklappe der linken Herzkammer, eine „Mitralklappeninsuffizienz" auf. Behandelt wird diese heutzutage durch eine Operation am offenen Herzen und unter Einsatz der Herz-Lungenmaschine. Dabei wird die Mitralklappe „repariert" oder in schwerwiegenden Fällen durch eine Klappenprothese ersetzt.
Ein derart aufwändiger Eingriff ist jedoch mit beträchtlichen Risiken verbunden und nicht immer erfolgreich. Ein Team um den Herzspezialisten Dr. Alexander Lauten am Universitäts-Herzzentrum Thüringen in Jena arbeitet in Zusammenarbeit mit Medizinprodukteherstellern daran, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem erstmals eine Mitralklappenprothese über ein Blutgefäß von der Leiste aus genau an der richtigen Stelle im Herzen platziert wird. Dazu wollen die Ärzte und Wissenschaftler einen Katheter nutzen, über den ein neues, besonders flexibles Gerüst, ähnlich einem Stent, in das Herz eingeführt wird. Die Klappenprothese selbst ist zunächst eng zusammengefaltet und öffnet sich erst im Herzen, um dort die defekte Klappe zu ersetzen.
Wenn sich das Verfahren bewährt, wäre die Behandlung erheblich schonender und kostengünstiger. Zudem könnten Risikopatienten behandelt werden die bisher – zum Beispiel aufgrund von Begleiterkrankungen – nicht operiert werden können.
Dr. med. Alexander Lauten
Klinik für Innere Medizin I
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erlanger Allee 101
07747 Jena
Tel.: 03641 – 9324518
E-Mail: alexander.lauten@med.uni-jena.de