
Ein neues Verfahren zur Operation von gefährlich ausgedehnten Gefäßen
Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Todesursachen. Ein nennenswerter Teil wird durch Hirnblutungen verursacht - hervorgerufen durch ein geplatztes Blutgefäß, das sich unbemerkt ausgedehnt hat (Aneurysma). Wird ein solches Aneurysma jedoch rechtzeitig erkannt, kann es operativ stabilisiert werden. Hierzu wird das Aneurysma meist „von innen“ über die Gefäße verschlossen. Oft muss dazu ein Stent eingesetzt werden, wie er auch bei der Behandlung von Engstellen an Herzkranzgefäßen verwendet wird. Gefäße im Gehirn sind jedoch besonders dünn, weshalb es durch den „Fremdkörper" zu einem gefährlichen Verschluss der umgebenden Gefäße kommen kann. Ein Team um Prof. Martin Wiesmann an der RWTH Aachen entwickelt nun einen Kunststoff-Stent, der klein genug für Gehirngefäße ist und dort den Blutstrom regulieren kann. Zugleich soll sich der Stent nach der Normalisierung des Gefäßes von selbst auflösen.
Zukünftig könnte so ein Gefäßverschluss vermieden und eine jahrelange Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten überflüssig werden. Das Forscherteam erhofft sich, mit dieser Innovation die Aussicht auf eine langfristige Heilung der Patienten deutlich zu verbessern.
Prof. Dr. med. Martin Wiesmann und PD Dr. Georg Mühlenbruch
Klinik für diagnostische und
interventionelle Neuroradiologie
RWTH Aachen
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