
Innovatives Nahtmaterial mit Nanostruktur für die Chirurgie
Chirurgische Nähte werden meist mit Knoten fixiert. Das ist zeitaufwändig und kann im Bereich der Knoten Wundentzündungen auslösen. Vereinzelt werden auch selbsthaftende Wundverschlüsse eingesetzt, die aber entweder nicht stark genug sind oder das abgeheilte Gewebe bei Entfernen wieder beschädigen. Jetzt entwickeln Forscher nach dem Vorbild der Natur ein Nahtmaterial, dessen Struktur den feinen und extrem gut haftenden Fibrillen auf der Unterseite eines Geckofußes ähnelt. Dr. Aránzazu del Campo vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung (Mainz), untersucht hierfür - zusammen mit Kooperationspartnern aus Saarbrücken, Frankfurt/Main, Stuttgart, Homburg/Saar und Tuttlingen - Oberflächenstrukturen aus Nanofasern. Diese sollen von alleine, also ohne Knoten, das Gewebe maximal zusammenhalten, es bei der Wundheilung schonen und beim Entfernen nicht beschädigen. Nachdem die Eignung für den chirurgischen Einsatz sowie die Bioverträglichkeit untersucht worden sind, soll ein Prototyp für die spätere Produktion entwickelt werden.
Mit dem neuartigen Nahtmaterial soll es möglich sein, den Heilungsprozess zu beschleunigen und Narbenbildung zu verringern. Patienten und Chirurgen würden auch von kürzeren Operationszeiten profitieren.
Dr. Aránzazu del Campo
Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Ackermannweg 10
55128 Mainz
Tel.: 06131 – 379563
Fax: 06131 – 379271
E-Mail: delcampo@mpip-mainz.mpg.de