
Herzklappenersatz mit langer Haltbarkeit und geringeren Risiken
Zwei Herzklappen verhindern den Rückstrom des Blutes während der Erschlaffungsphasen des Herzmuskels. Diese „Taschenklappen" sind großer Beanspruchung ausgesetzt und erfüllen bei manchen Patienten ihre Funktion nicht mehr richtig. Bisher stehen drei Taschenklappenprothesen zur Verfügung: künstlicher Ersatz sowie Klappen aus tierischem oder aus menschlichem Gewebe. Die künstlichen Prothesen können Blutgerinnsel verursachen, weshalb so behandelte Patienten lebenslang auf blutverdünnende Mittel angewiesen sind. Die Prothesen aus biologischem Material halten nur begrenzte Zeit, so dass Patienten oft mehrfach operiert werden müssen. Ein Team um Prof. Christoph Schmitz am Klinikum der Universität München entwickelt zusammen mit Partnern aus Bonn, Düsseldorf und Denkendorf eine Herzklappenprothese, welche die Vorteile der verschiedenen Modelle kombinieren und deren Nachteile vermeiden soll. Der Trick besteht darin, eine Taschenklappe aus einem Kunststoffvlies zu konstruieren und dieses mit körpereigenen Zellen des Patienten zu besiedeln. Der Körper würde eine solche Taschenklappenprothese als "eigen" erkennen. Die Einnahme blutverdünnende Medikamente wäre nicht nötig und die Beständigkeit der Klappe deutlich erhöht. Zudem könnte sie mittels eines kleinen Schnitts über die Blutbahn ins Herz vorgeschoben werden. Eine große Operation unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine und hohen Risiken wäre vermeidbar.
Prof. Dr. med. Christoph Schmitz
Herzchirurgische Klinik und
Poliklinik, Klinikum der Universität München
Marchioninistr. 15
81377 München
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