
Neuartige Implantate stabil wie das natürliche Vorbild
Knochen sind mit ihrer porösen Innenarchitektur und einer kompakten Außenschicht zugleich stabil und flexibel. Müssen Knochenabschnitte wegen eines Tumors oder einer Entzündung entfernt werden, ist es oft problematisch, diese Knochensegmentdefekte zu überbrücken. Implantate aus abbaubarem synthetischem Material sind sehr gefragt, bisher aber nicht ausreichend belastbar. Eine Arbeitsgruppe um Prof. Horst Fischer am Universitätsklinikum der RWTH Aachen entwickelt gemeinsam mit Kollegen vom Lehrstuhl für Keramik und Feuerfeste Werkstoffe der RWTH Aachen und Medizinern aus Bochum sowie Industriepartnern aus Ingelheim und Wiesbaden ein neuartiges Implantat, das dem natürlichen Vorbild entsprechen soll. Der poröse Kern wird am Computer entworfen und kann mit einem speziellen Fertigungsverfahren in eine kompakte Außenschicht integriert werden. Durch diesen gradierten Aufbau wird die Festigkeit der Knochenersatzkomponente deutlich gesteigert. Zusätzlich stimulieren spezielle Eiweiße im Implantat das Knochenwachstum: Am Ende soll das künstliche Knochensegment vollständig in natürliches Knochengewebe umgewandelt werden. Patienten mit Knochensegmentdefekten könnten zukünftig wesentlich sicherer und in kürzerer Zeit behandelt werden.
Prof. Dr.-Ing. Horst Fischer
Zahnärztliche Werkstoffkunde und Biomaterialforschung
Universitätsklinikum RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
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