
Ein neues Material kann Folgeerkrankungen des Herzens vermeiden helfen
An der Hauptschlagader (Aorta), die von der linken Herzkammer ausgehend durch den Brustraum verläuft, kann sich eine gefährliche, sackartige Ausdehnung (Aneurysma) entwickeln. Bei einem sehr großen Aortenaneurysma oder Aorten-Riss hilft nur noch der operative Ersatz der großen Hauptschlagader durch eine Prothese. Das gelingt auch recht gut, aber die bisher verwendeten Kunststoffe sind nicht elastisch. Daraus kann auf Dauer eine Überbelastung des Herzens mit entsprechenden Folgeschäden entstehen. Prof. Hans-Hinrich Sievers vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Lübeck) will nun in Zusammenarbeit mit einer Medizintechnikfirma aus Tuttlingen eine Gefäßprothese aus einem speziell angepassten Polyurethan entwickeln, dessen Eigenschaften den natürlichen Verhältnissen sehr viel näher kommen.
Somit könnte der Einsatz der neuen Prothese das chirurgische Ergebnis verbessern, Folgeschäden verringern und kostspielige weitere Operationen vermeiden. Darüber hinaus könnten die neuen Materialien auch bei anderen Krankheiten, wie der fortgeschrittenen Atherosklerose, eingesetzt werden.
Prof. Dr. H.-H. Sievers und Dr. Michael Scharfschwerdt
Klinik für Herz und thorakale Gefäßchirurgie,
Universitätsklinikum Schleswig Holstein, Campus Lübeck
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