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Forschung

Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik

Im Oktober 2010 hat das BMBF zum zwölften Mal die Preise für innovative Medizintechnik verliehen. 137 Bewerberinnen und Bewerber stellten sich der internationalen Experten-Jury, 15 Sieger erhielten die begehrte Urkunde. Die Gewinnerprojekte, die insgesamt mit rund 9,1 Millionen € gefördert werden sollen, umfassen ein großes Spektrum: Zu den Preisträgern zählt ein Wissenschaftlerteam aus Lübeck, das einen neuen Test entwickeln will, der gefährliche Pilzinfektionen schneller und genauer erkennen kann. Schimmel- und Hefepilzinfektionen können besonders für Patienten, deren Immunabwehr durch Krankheit oder Medikamente geschwächt ist, lebensbedrohlich sein. Ein anderer Forscherverbund aus Ulm hat die Jury mit der Entwicklung eines Lasers überzeugt, der dritte Zähne unbeschädigt entfernen soll. Mit dieser Technik ließe sich festsitzender Zahnersatz wie Kronen und Brücken entfernen und nach der Behandlung der darunter liegenden Zahnsubstanz auch wieder einsetzen. Die Kostenersparnis alleine in Deutschland könnte hunderte Millionen Euro betragen. Alle Gewinner zeichnen sich durch ein hohes zukünftiges Nutzungspotenzial und durch die enge Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft aus.
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BMBF Innovationswettbewerb Medizintechnik 2010

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AKTUELLE AUSWAHL

München

EISENSCHAUM FÜR DIE KNOCHEN

Neues Material verbessert die Behandlung von Knochendefekten

Ein wichtiges klinisches Problem ist die Tatsache, dass Knochendefekte ab einer kritischen Größe nicht wieder spontan heilen können. Solche Defekte können z. B. durch Brüche oder Tumore verursacht werden oder im Rahmen von orthopädischen Eingriffen zur Korrektur von Fehlstellungen auftreten.

Die Behandlung erfolgt meist durch den operativen Einsatz von Implantaten. Damit die Patienten nach einer solchen Operation so rasch wie möglich aufstehen können, muss der Knochen sofort wieder die volle Last tragen können. Die derzeitigen Implantatmaterialien für Bereiche mit hohen mechanischen Belastungen sind zwar sehr stabil, aber auch sehr steif und zudem nicht im Körper abbaubar. Eine Wissenschaftlergruppe um Dr. Bernd Wegener, München, sowie zwei Fraunhofer-Institute und ein Industriepartner aus Dresden entwickeln eine neue Implantat-Lösung. Aus Eisen wird zunächst ein Metallschaum hergestellt, der porös wie Knochen ist und mit Knochenzement zu einem hochfesten Verbundmaterialien kombiniert werden kann. Dieses Material wäre zugleich fest, aber auch flexibel genug, um allen Belastungen stand zu halten und gleichzeitig das Nachwachsen des Knochens zu unterstützen. Außerdem wäre das Implantat vollständig vom Körper abbaubar.

Die anpassbare Porenstruktur und die relativ lange Abbaudauer des Materials sorgen für gutes Einwachsen des Implantats in den natürlichen Knochen. Es besteht die Aussicht, dass Operationsbelastungen geringer werden, Implantatentfernung entfallen und Patienten schneller ihre volle Mobilität zurückgewinnen.

Kontakt:

Dr. Bernd Wegener
Orthopädische Klinik und Poliklinik
LMU München
Marchioninistr. 15
81377 München
Tel.: 089 – 70956786
Fax: 089 – 70956793
E-Mail: bernd.wegener@med.uni-muenchen.de

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