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Forschung

Botschaften von Herzen - Schrittmacher sendet E-Mail an Arzt

Seit über 100 Jahren beschäftigt sich die medizinische Forschung mit der "telematischen" Übertragung von Herzsignalen. Damals entstand das erste Einkanal-EKG, das provisorisch über eine Telegrafenleitung übertragen wurde. Inzwischen ist die Telekardiologie zu einer zentralen Disziplin geworden, die neben der EKG-Datenübertragung per Internet schwerpunktmäßig bei der - kontinuierlichen oder punktuellen - Fernüberwachung von Patienten eingesetzt wird. Hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt HDSonline an.

Herzschrittmacher mit Herzinsuffizienz-SensorHerzschrittmacher mit Herzinsuffizienz-Sensor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache, weltweit stehen sie an zweiter Stelle. Insgesamt leiden in Europa 10 Millionen Patienten an Herzinsuffizienz: Ihre Herzen pumpen schwächer als sie sollten. Jährlich werden im deutschen Gesundheitssystem 2,7 Mrd. € für die Behandlung der Herzinsuffizienz ausgegeben.
 
Da die Herzinsuffizienz eine typische Alterskrankheit ist, erwartet man durch den demografischen Wandel deutlich steigende Patientenzahlen und damit einhergehende höhere Kosten. Dabei ist der Krankheitsverlauf bei jedem Patienten anders. Je besser es gelingt, die Therapie an den individuellen Zustand des Patienten anzupassen, desto eher können Krankenhausaufenthalte vermieden sowie beträchtliche Kosten gespart werden. Über die Fernübertragung von wichtigen medizinischen Parametern ist der Arzt künftig immer über Veränderungen im Krankheitsbild seiner Patienten auf dem Laufenden.

Im Projekt HDSonline wurde ein Sensor entwickelt, der in einen Herzschrittmacher zur Therapie von Herzinsuffizienzpatienten (CRT - Cardiac Resynchronisation Therapy) integriert wird und dort die Pumpleistung des Herzens überwacht. Über die an der linken und rechten Herzkammer angebrachten Stimulationselektroden des Schrittmachers wird mit einer so genannten transkardialen (von einer Herzkammer zur anderen) Impedanzmessung das Herz-Zeit-Volumen -  das Volumen des Blutes, das innerhalb von einer Minute vom Herzen über die von der linken Herzkammer aus aufsteigende Aorta in den Blutkreislauf gepumpt wird - gemessen.

Begleitend zur transkardialen Impedanzmessung im Herzen wird der Herzschrittmacher mit einer transthorakalen (durch den Brustkorb) Impedanzmessung ausgestattet, die das Entstehen von so genannten Lungenödemen überwacht. Wenn eine solche krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe entsteht, ist dies meistens ein Zeichen für Herzinsuffizienz. Das Patientengerät überträgt die gemessenen Daten via Mobilfunk rund um die Uhr an ein Service Center. Dort werden die Impedanzdaten im Kontext mit den anderen Patientendaten ausgewertet und dem betreuenden Arzt über eine geschützte Webseite zur Verfügung gestellt.

Für die grundlegende Innovation der Fernüberwachung, die Biotronik 2006 als erster Anbieter von Herzschrittmachern auf den Markt gebracht hat, ist der Entwicklungsleiter von Biotronik, Dr. Hans-Jürgen Wildau, für den Zukunftspreis des Bundespräsidenten 2009 nominiert worden.

  • Forschung

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    Im Herzen soll die Liebe zu Hause sein. Weit weniger prosaisch, aber noch viel wichtiger ist das Herz als unermüdlicher Motor unseres Lebenskreislaufs. Leider sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland immer noch Todesursache Nummer 1. In Deutschland arbeiten die besten Expertinnen und Experten in der Forschung gemeinsam an neuen Erfolg versprechenden Verfahren.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/1135.php)
  • Hightech-Strategie

    1. Juli 2011

    Medizintechnik - die Herausforderungen der Zukunft angehen

    Im nationalen Strategieprozess "Innovationen in der Medizintechnik" hat der Lenkungskreis den Schlussbericht vorgelegt. Dieser fasst die Ergebnisse von 21 Workshops zusammen, in denen mehr als 150 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen diskutiert haben, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Medizintechnik-Branche gesteigert, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems ausgebaut sowie die Innovationskraft der medizintechnischen Forschung gestärkt werden kann. Der Strategieprozess wurde 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem Bundesministerium für Gesundheit initiiert, um eine kohärente Innovationspolitik in der Medizintechnik zu entwickeln - ganz im Sinne der Hightech-Strategie.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/1170.php)
  • Mittels einer Spritze wird Flüssigkeit aus einer Glasampulle gezogen. Dabei sind mehrere Glasbehälter im Hintergrund zu sehen.

    Forschung

    Gesundheitsforschungsprogramm - Gesundheit für alle!

    Das Ziel der Gesundheitsforschung der Bundesregierung ist, dass alle Menschen von den Forschungsergebnissen profitieren können. In der Gesundheitsforschung werden neue oder bessere Diagnoseverfahren und Therapien entwickelt, um kranken Menschen effektiver zu helfen. Und es werden neue Ansätze und Wege zur Prävention gesucht, die dazu beitragen, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Der medizinische Fortschritt soll auch beitragen, Kosten zu senken. Das BMBF fördert die Gesundheitsforschung im Zeitraum von 2011 bis 2014 mit rund 5,5 Milliarden Euro.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/gesundheitsforschung.php)

Zusatzinformationen

Publikationen

  • Von der Idee zum Produkt ID = 1054

    Titelbild der Publikation

    Erfolge der Projektförderung II

    2009, 56 Seiten

    Download [PDF - 3,81 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/projekterfolge_2009.pdf)

  • Von der Idee zum Produkt ID = 910

    Titelbild der Publikation

    Erfolge der Projektförderung

    2007, 36 Seiten
    Bestell-Nr.: 30328

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 674,2 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/von_der_idee_zum_projekt.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • BIOTRONIK GmbH & Co. KG

    • Dr. Hans-Jürgen Wildau - Vice President Health Services
    • Woermannkehre 1
    • 12359 Berlin
    • Telefonnummer: 030 68905-2400
    • Faxnummer: 030 68905-2940
    • E-Mail-Adresse: hans-juergen.wildau@biotronik.com