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Forschung
Ein Testgerät für Diabetiker

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung

Die Entwicklung individueller Strategien zur Prävention und Therapie von Typ-1 und Typ-2-Diabetes stehen im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Dabei setzt das DZD auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von einer starken Grundlagenforschung und der Wissenschaft nah am Patienten in der Klinik. Das DZD vereint dafür über 180 namhafte und engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an fünf Standorten.

Zivilisationskrankheiten wie Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht oder Diabetes mellitus werden in Deutschland noch immer häufig als ein Problem der anderen abgetan. Dabei ist Deutschland längst ähnlich betroffen von diesen neuen "Epidemien" wie die USA oder Indien, Länder, die in diesem Zusammenhang meist als erstes genannt werden. Um die Diabetesforschung in Deutschland voran zu bringen, wurde das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) gegründet. "Wir bringen im DZD außeruniversitäre Forschungszentren und Universitäten auf einer institutionellen Basis zusammen und haben eine neue und sehr intensive Form der Zusammenarbeit entwickelt", betont Professor Dr. Martin Hrabé de Angelis vom Helmholtz Zentrum München. Zurzeit arbeiten

Von der Grundlagenforschung in die Praxis

Unter der Maxime eines raschen Wissenstransfers aus dem Labor zum Patienten gehen interdisziplinäre Teams im DZD den Ursachen des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen eng vernetzt auf den Grund. Studien in Zell- und Tiermodellen, epidemiologische Untersuchungen und klinische Beobachtungen bilden das Fundament des translationalen Forschungsansatzes des DZD. Darauf basierend entwickeln die DZD-Wissenschaftler personalisierte Ansätze in Prävention, Diagnostik und Therapie von Diabetes. Für die deutsche Diabetesforschung ist das ein Glücksfall, wie Professor Dr. Michael Roden vom Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf erläutert: "Weil Grundlagenforscher und klinische Forscher durch die enge Kooperation viel genauer über die Aktivitäten in den unterschiedlichen Einrichtungen informiert sind, können die Erkenntnisse aus Diabetesmodellen schneller in präklinische und klinische Forschungsprojekte umgesetzt werden." Weiterhin helfen gemeinsam genutzte Technologien und Studien-Plattformen den DZD-Wissenschaftlern dabei, exzellente Forschungsergebnisse zu erzielen und wissenschaftliche Fragestellungen schnell und kostengünstig zu bearbeiten.

Personalisierte Prävention und Therapie

"Die Ursachen des Diabetes sind mannigfaltig, begründet durch das individuelle Zusammenspiel von Genen und Umwelteinflüssen bei jedem einzelnen Patienten. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, muss einer erfolgreichen Diabetesprävention und Behandlung die passende Therapie für die richtige Patientengruppe zur richtigen Zeit zu Grunde liegen." Erklärt Prof. Hans-Ulrich Häring, Vorstand im DZD und Leiter der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Tübingen - Partner im DZD. Ziel dreier bundesweiter klinischen Multicenterstudien des DZD ist ein besseres Verständnis der verschiedenen Subtypen des Diabetes und die Entwicklung darauf beruhender personalisierter Behandlungskonzepte.

  • Prävention durch personalisierte Lebensstilintervention
    Nicht einmal jeder dritte Risikopatient profitiert langfristig von einer erfolgreichen Gewichtsabnahme durch mehr Bewegung und gesünderer Ernährung und erkrankt an Typ-2-Diabetes. Mit den Ergebnissen der Prädiabetes Lebensstil-Interventionsstudie (PLIS) wollen DZD-Ärzte diesen "Non-Respondern" helfen, zukünftig dem einzelnen Patienten eine maßgeschneiderte Prävention zu bieten.
  • Diabetes-Folgeerkrankungen individuell verhindern
    Neue Erkenntnisse zum Krankheitsverlauf und zu den schwerwiegenden Auswirkungen eines unzureichend behandelten Diabetes sollen dazu beitragen, frühzeitig eine verlässliche Risikoeinschätzung und gezielte Therapie der Patienten zu ermöglichen. Das Hauptaugenmerk bei der Deutschen Diabetes-Studie (DDS), die an allen Standorten durchgeführt wird, liegt auf dem Einfluss von Lebensstil, weiteren Begleiterkrankungen oder genetischen und metabolischen Parametern auf die Entwicklung von Folgeschäden.
  • Risiko Gestationsdiabetes
    Der Frage nach Risikofaktoren und geeigneten Präventionsmaßnahmen bei Gestationsdiabetes geht die PREG-Studie des DZD auf den Grund. Betroffene Mütter und Kinder haben ein vielfach erhöhtes Risiko, im späteren Leben einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Ziel der Studie ist der Aufbau einer Kohorte von Frauen, die Schwangerschaftsdiabetes hatten bzw. haben. Mit deren Hilfe sollen Subtypen der Erkrankung charakterisiert werden, als Grundlage für personalisierte Präventionsmaßnahmen.

Dem Diabetesrisiko rechtzeitig auf der Spur

Der Diabetes-Test kann am Computer durchgeführt werden. Quelle: Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

Eine gezielte Prävention des Diabetes ist auch aufgrund der stetig steigenden Zahl von Betroffenen zukünftig das A und O. Voraussetzung ist es, das individuelle Risiko realistisch einzuschätzen, um so bei gegebenem Anlass rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Daher werden im DZD die Auswirkungen von Umwelt, Lebensstil und Genen auf die Entstehung des Diabetes in großen Bevölkerungsstudien untersucht. Ziel ist es, verlässliche Biomarker für die Früherkennung und Verlaufsbeobachtung von Diabetes zu identifizieren.

Mit dem Deutschen Diabetes-Risiko-Test® kann das Risiko für eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung bestimmet werden. Der Fragebogen wurde basierend auf Ergebnissen der EPIC-Potsdam-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)  entwickelt. Er ist schnell und einfach durchzuführen. Neben dem Testergebnis erhalten Anwender individuell zugeschnittene Empfehlungen, wie sie ihr Diabetesrisiko aktiv senken können.

Grundlagenforschung zum besseren Verständnis des Diabetes

DZD-Grundlagen-Forscherinnen und -Forscher im Labor. Quelle: Deutsches Zentrum für DiabetesforschungZur Entwicklung von personalisierten Strategien zur Behandlung von Diabetes ist ein detailliertes Wissen über die Genetik und die Stoffwechselwege sowohl auf Ebene der Zelle als auch des gesamten Organismus erforderlich. Anhand von über 30 Diabetes-Mausmodellen aus der Deutschen Diabetes-Mausklinik untersuchen die DZD-Forscherinnen und Forscher die (Patho-) physiologie einzelner Organe und Gewebe, wie Leber, Muskel, Fettgewebe und Gehirn, die an der Krankheitsentstehung beteiligt sind. Weitere systembiologische Auswertungen können Hinweise liefern, wie externe Faktoren und körperliche Gegebenheiten die Entstehung von Diabetes beeinflussen. Des Weiteren wird anhand epigenetischer Faktoren analysiert, welche Auswirkung Umwelteinflüssen auf genetische Faktoren haben.

Betazellforschung, Inselzelltransplantationen und Stammzellforschung

Besonderes Augenmerk legt man im DZD auf die Entwicklung von Therapien zur Erhaltung oder auch Wiederherstellung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese sind für die Produktion und Bereitstellung des Insulins verantwortlich, sobald der Blutzuckerspiegel steigt. Neue Erkenntnisse über den Mechanismus der Insulin-Ausschüttung sowie die Identifizierung von Subtanzen, die positiv die Regulation der Betazellaktivität beeinflussen, können die Grundlage für neuartige Medikamente sein.

Sind die Betazellen jedoch unwiederbringlich zerstört, kann nur eine Bauchspeicheldrüsen- bzw. Inselzelltransplantation die körpereigene blutzuckerabhängige Insulinsekretion wiederherstellen. Das Paul-Langerhans Institut Dresden (PLID) ist das einzige deutsche Zentrum, an dem diese Eingriffe durchgeführt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DZD arbeiten dort eng mit ihren Kolleginnen und Kollegen zusammen, um die Transplantation von Langerhans`schen Inseln zu optimieren.

Betazellforschung, Inselzelltransplantationen und Stammzellforschung

Besonderes Augenmerk legt man im DZD auf die Entwicklung von Therapien zur Erhaltung oder auch Wiederherstellung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese sind für die Produktion und Bereitstellung des Insulins verantwortlich, sobald der Blutzuckerspiegel steigt. Neue Erkenntnisse über den Mechanismus der Insulin-Ausschüttung sowie die Identifizierung von Subtanzen, die positiv die Regulation der Betazellaktivität beeinflussen, können die Grundlage für neuartige Medikamente sein.
Sind die Betazellen jedoch unwiederbringlich zerstört, kann nur eine Bauchspeicheldrüsen- bzw. Inselzelltransplantation die körpereigene blutzuckerabhängige Insulinsekretion wiederherstellen. Das Paul-Langerhans Institut Dresden (PLID) ist das einzige deutsche Zentrum, an dem diese Eingriffe durchgeführt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DZD arbeiten dort eng mit ihren Kolleginnen und Kollegen zusammen, um die Transplantation von Langerhans`schen Inseln zu optimieren. Eine weitere Alternative bietet möglicherweise die Stammzelltherapie. Die Forscherinnen und Forscher des DZD sind national führend in diesem Bereich und erforschen an ihnen die Mechanismen zur Entstehung der Betazellen. Ziel ist es neue Angriffspunkte für Medikamente zu entdecken sowie den Weg für Betazellen aus der Petrischale zu öffnen.

Wirkstoffforschung und -entwicklung

Für eine wirksame und ursächliche Diabetestherapie, die sowohl die individuelle Entstehung als auch den Verlauf des Diabetes berücksichtigt, ist die Entwicklung von neuen Konzepten erforderlich. Die Ergebnisse und Verzahnung aus der Grundlagenforschung und Klinischen Forschung tragen maßgeblich zur Erforschung, Validierung und Weiterentwicklung von neuen molekularen Angriffspunkten und Wirkstoffen bei. Diese stellen die Grundlage zur Entwicklung von innovativen und möglicherweise wirksameren Diabetesarzneimitteln dar.

Intensive Nachwuchsförderung und Gewinnung exzellenter Wissenschaftler

Teilnehmende der DZD-Diabetes Research school 2013. Quelle: Deutsches Zentrum für DiabetesforschungEin zentrales Anliegen des DZD ist die Nachwuchsförderung. Ziele sind die Ausbildung von international konkurrenzfähigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie die Steigerung der Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Deutschland für Nachwuchskräfte aus dem In- und Ausland. Highlight des Programms ist die jährliche DZD Diabetes Research School. Seit 2013 lädt das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung weltweit 90 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein. Sie können in kleinem Kreis und entspannter Atmosphäre mit den international renommiertesten Diabetesprofessorinnen und -professoren hochaktuelle Fragen der translationalen Diabetesforschung diskutieren.

Aufklärung über Diabetes

Nach dem Motto "Wissen ist der erste Schritt zur erfolgreichen Diabetesprävention- bzw. therapie" informiert das DZD, Experten und die Bevölkerung in jedem Alter über seine aktuellen Forschungsergebnisse mit Kongressbeiträgen, Artikeln in medizinischen Fachzeitschriften und den allgemeinen Medien, im Internet sowie in Vorträgen und persönlichen Gesprächen auf Gesundheitsveranstaltungen. Interessierte können beim DZD Broschüren und Flyer für eigene Veranstaltungen anfordern.

Ausführlichere Informationen zur Volkskrankheit Diabetes finden Sie hier

Zusatzinformationen

Publikationen

  • Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung ID = 1324

    Titelbild der Publikation

    Gebündelte Erforschung von Volkskrankheiten - unveränderter Nachdruck der Ausgabe 2011 -

    2012, 49 Seiten
    Bestell-Nr.: 30628

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 3,07 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/deutsche_gesundheitszentren.pdf)

  • Forschen für eine Zukunft ohne Diabetes ID = 1328

    Titelbild der Publikation

    2011, 8 Seiten
    Bestell-Nr.: 30632

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 264,6 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/forschen_fuer_eine_zukunft_ohne_diabetes.pdf)

  • Rahmenprogramm Gesundheitsforschung ID = 301

    Titelbild der Publikation

    2010, 52 Seiten
    Bestell-Nr.: 30588

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 6,60 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/gesundheitsforschung.pdf)

  • Stoffwechselforschung ID = 1012

    Titelbild der Publikation

    Wie Ernährung und Gene auf die Gesundheit wirken

    2008, 84 Seiten

    Download [PDF - 5,32 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/stoffwechselforschung.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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