
Die Klimaforschung hat in den vergangenen Jahren durch die große öffentliche Aufmerksamkeit für den Klimawandel und durch die Notwendigkeit, auf internationaler Ebene ein Nachfolgeregime für das Kyoto-Protokoll zu erarbeiten, eine hohe politische Bedeutung erlangt. Die Verhandlungen in Kopenhagen haben gezeigt, dass die Bedeutung der Klimaforschung noch wachsen wird und die an sie gestellten Anforderungen noch zunehmen werden.
Um verantwortbare und vorausschauende Entscheidungen für notwendige Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen treffen zu können - brauchen wir verlässliche Prognosen über die zukünftige Entwicklung unseres Klimas. Das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ) mit seinem neuen Hochleistungsrechner steht für einen wissenschaftlich fundierten Umgang mit dem Klimawandel.
Das DKRZ stellt seit rund 20 Jahren Höchstleistungsrechenkapazität (Rechner, Datenarchiv, Service) für die deutsche Klima- und Erdsystemforschung zur Verfügung. Es hat damit wesentlich zur internationalen Spitzenstellung Deutschland in diesem Forschungsbereich beigetragen.
© DKRZ Durch die modernen Infrastrukturen wird Exzellenz gebündelt; ausreichend Rechenleistung steht für komplexe Modelle und Modellsimulationen zur Verfügung. Diese sind notwendig, um Unsicherheiten in der Klimaentwicklung genauer zu quantifizieren und noch offene Fragen zu beantworten.
Bundesforschungsministerin Schavan betonte anlässlich der Einweihung des neuen Rechners: "Die Politik ist angesichts der Komplexität der Klima-Herausforderungen auf die Wissenschaft angewiesen. Moderne Forschungsinfrastrukturen sind eine wesentliche Voraussetzung für exzellente Spitzenforschung. Der Ausbau und die Förderung von Forschungsinfrastrukturen sind deshalb genauso wichtig wie die Förderung der Forschung selbst - dies gilt gerade auch im Hinblick auf die globale Zukunftsfrage des Klimawandels."
Das BMBF hat in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in das DKRZ investiert: Allein der neu angeschaffte Hochleistungsrechner der Firma IBM, Typ Power 575 kostete 35 Millionen Euro. Er verfügt über eine Rechengeschwindigkeit von 115,9 Terraflops sowie eine entsprechend angepasste Hardware-Umgebung. Auf der aktuellen Liste der "Top 500"-Liste der Supercomputer vom November 2009 wird er auf Platz 35 ausgewiesen.
Das BMBF fördert Klimaforschung in erheblichem Umfang - auch über das DKRZ hinaus. Im Jahr 2009 stellte das BMBF für Forschung und Innovation zum Klimaschutz insgesamt Mittel in der Größenordnung von rund 250 Millionen Euro bereit. Diese Mittel umfassen die laufende Projektförderung im Rahmen der Hightech-Strategie zum Klimaschutz sowie Mittel aus dem Konjunkturpaket für einzelne Technologiefelder. Auch über die Konjunkturmaßnahmen hinaus hat das BMBF - wegen der hohen Bedeutung des Themas - die Absicht, die Investitionen auf diesem Niveau zu halten.
Maßnahmen mit einem engeren Bezug zur Arbeit am DKRZ sind beispielsweise:
Zukünftig wird auch die sich derzeit in Vorbereitung befindende Fördermaßnahme "Mittelfristige Klimaprognosen" (MiKliP) - Förderzeitraum: 2010 - 2014 / Fördervolumen ca. 15 Mio. € - auf umfangreiche Ressourcen des DKRZ zugreifen. In einem BMBF-Vorhaben unter dem Stichwort "CLM-Community" werden die Entwicklungsarbeiten an einem regionalen Modell koordiniert.
Im Juli 2009 nahm das Climate Service Center (CSC) in Hamburg seine Arbeit auf. Das CSC wird zu einer zentralen Stelle für eine optimale Kommunikation zwischen Klimaforschung und Anwendung bei klimarelevanten Fragestellungen aufgebaut. Ergebnisse aus der Klimaforschung sollen somit problembezogen und effizient für Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nutzbar gemacht bzw. aufbereitet werden.
[Presse]
(URL: http://www.bmbf.de/press/2749.php)