Wer einen Zeitmanagement-Kurs bucht, hat meistens ein konkretes Problem - von hohen Arbeitspensen und endlosen Meetings über die tägliche E-Mail-Flut bis zur fehlenden Selbstdisziplin. In einem Kurs zum Zeitmanagement sollen die Teilnehmer lernen, dass Zeitmanagement in erster Linie Selbstmanagement ist. Vor allem durch vielfältige Übungen kann ein guter Kurs auch die Basis für Verhaltensänderungen legen. Wie gut das gelingt, hat die Stiftung Warentest bei 17 ein- bis zweitägigen Seminaren zwischen 45 und 1420 Euro untersucht.
Geschulte Testpersonen haben die Kurse von sieben privaten Anbietern im Testzeitraum jeweils dreimal besucht. Zusätzlich waren zehn Seminare öffentlicher Anbieter im Test. Dabei wurden die Kurse der fünf Industrie- und Handelskammern und fünf Volkshochschulen jeweils einmal besucht. Alle Tester dokumentierten die Kurse anhand eines standardisierten Erhebungsbogens. Anhand dieses hat die Stiftung Warentest die Kurse bewertet. Berücksichtigt wurde dabei unter anderem, welche Methoden in den Seminaren vorgestellt wurden, ob sich der Kurs an den speziellen Zeitproblemen der Teilnehmer orientierte und ob er den Teilnehmern geholfen hat, Strategien für ihren Alltag zu entwickeln. Darüber hinaus wurden die Kundeninformationen und die Mängel in den allgemeinen Geschäftsbedingungen geprüft. Für die dreimal besuchten Kurse der Privatanbieter wurde ein Qualitätsurteil vergeben, die übrigen Kurse wurden bewertend beschrieben.
Das positive Ergebnis: Kein Kurs war richtig schlecht, für jeden Geldbeutel gibt es empfehlenswerte Angebote. Ein Schwerpunkt der meisten Kurse war das Setzen von Zielen im Berufsalltag. Abstrakte Zeitplanung war eher selten. Alle Kurse vermittelten Konzepte, die dabei helfen, die vorhandene Zeit effektiv einzuteilen. In vielen Kursen übten die Teilnehmer auch das Planen auf dem Papier, das effektiv ist, weil schriftliche Zeitpläne den Kopf entlasten und zum besseren Überblick beitragen.
Kurze Zeitmanagement-Kurse machen zwar aus einem Chaoten keinen Ordnungsfanatiker, können aber durchaus geeignete Rezepte für den Berufalltag an die Hand geben. Wer die Wahl hat, sollte einen Zwei-Tages-Kurs buchen, um genug Zeit für Übungen zu haben. Klar sein sollte aber: Zeitmanagement ist in erster Linie Selbstmanagement, das heißt, nur wer auch bereit ist, eingeschliffene Verhaltensweisen zu ändern, kommt weiter.
Weitere Informationen finden Sie hier http://www.test.de/themen/bildung-soziales/weiterbildung/test/-/1819157/1819157/1817198/