Ein guter Ratgeber überzeugt in den Prüfpunkten Theorie, Praxis und Gestaltung und Stil. Ein Leser sollte mithilfe des Buches Konflikte und Konfliktpotenziale erkennen können und lernen, mit welchen konstruktiven Mitteln er ihnen entgegentritt. Er sollte zum Beispiel auch erfahren, was ein Konflikt ist, wie er in Erscheinung tritt und die Grundlagen der Konfliktanalyse und -diagnose kennenlernen. Jedes Buch haben drei Experten auf Basis eines standardisierten Erhebungsbogens begutachtet. Da jedes Buch anders ausgerichtet ist, wurden für die Bücher keine Gesamturteile vergeben, sondern nur die einzelnen Prüfpunkte Inhalt, Gestaltung und Stil.
Geprüft wurden acht Ratgeber zum Konfliktmanagement, die in den Jahren 2006 bis 2008 erschienen sind und die Grundlagenwissen zum Konfliktmanagement für den beruflichen Alltag vermitteln.
Das Ergebnis ist durchwachsen: Nur ein Ratgeber ist mit Abstand inhaltlich "sehr gut" und deshalb sehr empfehlenswert. Die darin beschriebenen Werkzeuge lassen sich gut in die Praxis umsetzen. Zwei weitere sind "gut". Drei Bücher geben hingegen Empfehlungen, die einen Konflikt eher anheizen können, anstatt ihn zu schlichten. So versuchen einige Autoren das Konfliktverhalten von Menschen bestimmten Typen zuzuordnen. Das ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich: Wer sein Gegenüber bereits vorab in eine Schublade einordnet, kann nicht mehr unvoreingenommen in ein Konfliktgespräch gehen.
Auch das beste Buch kann zur Lösung eines Konflikts kaum wirklich beitragen. Es kann höchstens hilfreich für denjenigen sein, der sich Wissen anlesen und erste Anregungen für die Praxis bekommen will. Die Basis effektiven Konfliktmanagements aber sind Kommunikation und Interaktion. Diese lassen sich in einem Kurs besser trainieren als in einem Buch. Ein Ratgeber kann aber die ideale Ergänzung sein, um das im Kurs Erlernte wieder aufzufrischen. Es kann auch einen Einstieg in das Thema sein oder wertvolle Tipps bieten.
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